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Johann Ludwig Trepulka
1903–1945
Klavierstücke mit Überschriften nach Worten von Nicolaus Lenau
op. 2
1923/1924
I.
Und mit den Wellen ziehen verhüllte Melodieen. (aus N. Lenau, Waldlieder, 1843, Nr. 6)
II.
O rüttle nicht den Stolz vom Schlummer!
(aus: N. Lenau, An*)
III.
Weil’ auf mir, du dunkles Auge!
(aus: N. Lenau, Bitte, 1832)
IV.
Frühling kommt mit Duft und Gesang und Liebe. (aus: N. Lenau, Sehnsucht nach Vergessen)
V.
O Menschenherz, was ist dein Glück?
(aus: N. Lenau, Frage)
VI.
Schlaf, melodischer Freund, woher die Flöte? (aus: N. Lenau, Waldlieder, 1843, Nr. 7)
VII.
Im Osten hebt sich der klare Mond,
und Gott bedecket den Himmel mit Sternen. (aus: N. Lenau, Wunsch, 1836)
Nikolaus Lenau, * 13.8.1802 in Csatád, Ungarn, † 22.8.1850 in Oberdöbling bei Wien
Konzerthälfte: ca. 25 Minuten Notenausgabe: [Originalausgabe:] Copyright 1924 by Schlesinger, Berlin-Lichterfelde
ein kommentierter Nachdruck (deutschn und englisch) erschien im Februar 2011, vgl. Musikverlag Robert Lienau GmbH (Musikverlage Zimmermann), Frankfurt am Main sowie http://www.zimmermann-frankfurt.de/cgi-bin/main.pl?action=det_dis&artikel=8063
Rundfunkproduktion: Februar 1998 bei Radio Bremen (Herbert Henck), erschienen auf der CD Im Schatten der Geschichte
Neueinspielung auf CD bei ECM
Ausführliche Textinformationen in der Neuen Zeitschrift für Musik 5/2005
Mit diesem Klavierzyklus schuf Johann Ludwig Trepulka (geb. 19.8.1903 in Wien, seit Februar 1945 im Raum Danzig verschollen)
eine Art Gegenstück zu den Klavierstücken mit
Überschriften von Worten nach Friedrich Hölderlin (komponiert zwischen August und Oktober 1923) seines Lehrers und Freundes Josef Matthias Hauer. Hauer schätzte Trepulka außerordentlich: »Tatsächlich habe ich es erlebt, dass ein Zwanzigjähriger […] formvollendete atonale Musik schrieb: Klavierstücke, Lieder, Chorwerke mit Orgel usw. Seither sind wir Freunde. Sein Name ist Johann Ludwig Trepulka. Er besucht mich hie und da und interessiert sich für meine Arbeitsmethode. Ich gebe ihm einen genauen Einblick in meine ,Werkstatt’ und bis jetzt sind wir einander noch nicht im Weg gestanden. Er deutet [das Melos] ganz anders als ich und trotzdem verstehen wir uns sehr gut. Jeder achtet den Nomos, jeder hängt mit immer stärkerer Überzeugung am Zwölftongesetz. Über praktische Dinge hatten wir uns sehr bald geeinigt, besonders was das Aufschreiben anbelangt, die Notenschrift.«
Zitiert aus: J. M. Hauer, Atonale Melodienlehre. Eine Hörschule (1923), in: Josef Matthias Hauer, Schriften. Manifeste. Dokumente, hg. von Nikolaus Fheodoroff, Wien: Verlag Lafite
(Edition Österreichische Musikzeit), 2003, S. 175f.
Erste Eingabe ins Internet: 12. Juni 2004 Letzte Änderung: Dienstag, 15. Februar 2011
© 2005-2011 Herbert Henck
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