Johann Ludwig Fricker  I

 

Vom Monochord zur vierten Dimension

Johann Ludwig Frickers irdische und himmlische Musik

 

von

Herbert Henck

 

Erstveröffentlichung in: Neue Zeitschrift fĂŒr Musik, Redaktionsleitung Rolf W. Stoll, 162. Jg., Heft 1 (»Magie der Zahl«), Mainz: Schott Musik International, Januar/Februar 2001 [erschienen am 15. Januar 2001], S. 48–51. Der Text wurde nochmals durchgesehen und, wo nötig, korrigiert oder ergĂ€nzt. – Eingabe ins Internet mit freundlicher Genehmigung des Verlages Schott Musik International.

 

Abgesehen von GlĂ€ubigen, die noch immer die erbaulichen Schriften dieses »Schwabenvaters« schĂ€tzen, ist Johann Ludwig Fricker (1729–1766) heute wohl nur einem kleinen Kreis von Spezialisten bekannt, vor allem Forschern, die sich aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden mit dem wĂŒrttembergischen Pietismus des 18. Jahrhunderts und seinen Hauptvertretern Johann Albrecht Bengel (1687–1752) und Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782) befassen.[1]  Obgleich dieser sĂŒddeutsche Pietismus den zeitgenössischen Ideen der AufklĂ€rung oft völlig zuwiderlief, ist sein Einfluss auf das geistige Leben Deutschlands unstreitig, und nicht nur bei Goethe und Schiller lassen sich seine Spuren finden, sondern ebenso bei Hölderlin, Mörike, Schelling und Hegel,[2] ja selbst noch bei Marx und Engels, um nur die berĂŒhmtesten Namen zu nennen.

Die Musikwissenschaft indes hat Frickers Schriften meines Wissens bisher so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen, obwohl seit lĂ€ngerem auf die Quellen verwiesen wird und bereits BetrĂ€chtliches an philologischer Vorarbeit geleistet wurde. In jĂŒngerer Zeit ist besonders Reinhard Breymayers 1977 erschienene Studie Zu Friedrich Christoph Oetingers emblematischer Musiktheorie. Oetingers wiedergefundene Schrift »Die Eulerische und Frickerische Philosophie ueber die Music«, Mit einem Ausblick auf Friedrich Hölderlin hervorzuheben, in der unter anderem der gesamte im Untertitel genannte Druck von 1767 textkritisch ediert wurde.[3]  Gerade Frickers Auseinandersetzung mit Leonhard Euler (1707–1783) und dessen Tentamen novae theoriae musicae (1739) sollte auch den Musikhistoriker interessieren, zumal Fricker Euler 1753 persönlich kennengelernt hatte und drei Briefe Frickers an Euler aus den Jahren 1753–1755 erhalten sind.[4]  Frickers musikalische Affektenlehre und seine wiederholte Berufung auf Johann Mattheson (1681–1764) bieten weitere Ansatzpunkte, das Netz geistiger Verflechtungen zu entwirren, Frickers Leistung zu charakterisieren und das bekannte Geschichtsbild zu vervollstĂ€ndigen.

Allerdings lĂ€sst sich das Â»Ăœbersehen« Frickers durch mehrere UmstĂ€nde erklĂ€ren – teilweise zumindest. So erschienen seine musiktheoretischen Arbeiten sĂ€mtlich verstreut als EinschĂŒbe in den theosophischen Werken seines vĂ€terlichen Lehrers, Freundes und Förderers Oetinger, beginnend mit der noch lateinisch verfassten Brevissima theoriae musicae analysis im Anhang von Oetingers Inquisitio in sensum communem et rationem (zuerst 1752) und endend mit einem Kapitel in desselben Die Metaphysic in Connexion mit der Chemie (1770), einem Buch, das ĂŒbrigens auch Mozart besaß.[5] Erst 1789 wurden zwei kleinere AufsĂ€tze in der Musikalischen Real-Zeitung unter Frickers Namen veröffentlicht,[6] die aber, da sie sich auf kabbalistische Spekulationen einließen, seinem Ruf als Theoretiker eher abtrĂ€glich waren. Dass Friedrich Hölderlin sehr wahrscheinlich aus ihnen die Wendung von den »Dissonanzen der Welt« fĂŒr das Ende seines Hyperion (Teil 2, TĂŒbingen 1799) aufgriff, ist andererseits ein ehrenvoller Nachklang beonderer Art.[7]

 

Auch blieben mehrere Abhandlungen Frickers, der gegen Ende seines Lebens (er starb 37-jĂ€hrig) noch ein Buch ĂŒber Musiktheorie geplant hatte, ungedruckt. Einige dieser Manuskripte befinden sich heute in der Bibliothek des Evangelischen Stifts in TĂŒbingen, in jener ruhmreichen Schule also, an der auch Fricker einst Theologie studiert hatte und durch Bengels Reden und Ausstrahlung »erweckt« worden war.[8]

Schließlich machen es Frickers vielseitige Interessen dem Musikforscher schwer, zumal stets Fragen des Glaubens im Hintergrund seiner verzweigten wissenschaftlichen Neigungen stehen, seien sie nun philosophischer, astronomischer oder physikalischer Natur. Besondere Beachtung verdient hierbei seine Zusammenarbeit mit dem Kunstschreiner Johann Georg Neßtfell (1694–1762), dessen Planetenmaschinen bis an den kaiserlichen Hof in Wien gelangten,[9]  und jene mit dem »Elektrotheologen« Prokop DiviĆĄ (1698–1765), der unabhĂ€ngig von Benjamin Franklin einen Blitzableiter erfand, ein erstes elektrisches Musikinstrument baute (den »Denis d'or«) und als einer der ersten die ElektrizitĂ€t zu medizinischen Kuren heranzog.[10]

An dieser Stelle Frickers verschlungenen Gedankenwegen auch nur halbwegs gerecht zu werden, ist unmöglich, und so beschrÀnke ich mich auf eine kurze Darstellung seines musiktheoretischen Ansatzes, soweit er mir selbst verstÀndlich wurde. Gleichviel durchziehen die hier ausgebreiteten Ideen fast alle wissenschaftlichen Schriften Frickers (die von seinen theologischen und poetischen zu trennen sind). Wesentliche Elemente seiner Theorie lagen bereits 1751 fest; Fricker war damals 22 Jahre alt.

[Eingehend sind die mathematischen Verfahren Frickers in dem am Ende dieses Beitrages erwĂ€hnten Aufsatz beschrieben, der 2005 in dem Sammelband Mathesis, Naturphilosophie und Arkanwissenschaft im Umkreis Friedrich Christoph Oetingers (1702–1782) erschienen ist (Details).]

 

Die irdische Musik

Fricker geht von den VerhĂ€ltniszahlen der Intervalle aus, wie sie sich an einem Monochord abnehmen lassen (die SaitenlĂ€ngen verhalten sich umgekehrt proportional zu den hörbaren Schwingungen). Dabei bemerkt er, dass sich sĂ€mtliche VerhĂ€ltnisse auf die ersten drei Primzahlen 2, 3 und 5 zurĂŒckfĂŒhren lassen und diese somit die eigentliche Grundlage der Musik bilden. Alle Primzahlen, die 5 ĂŒberschreiten, gelten ihm einschließlich der aus ihnen ableitbaren VerhĂ€ltnisse als »gĂ€nzlich zur Musik in der uns bekannten Natur unbrauchbar«.[11]

Siehe: Tabelle der Intervalle nach Fricker

Bei der Suche nach einer einschrĂ€nkenden Regel fĂŒr die Multiplikation der Primzahlen 2, 3 und 5, ohne die sich eine ĂŒbergroße Anzahl von VerhĂ€ltniswerten oder Tönen in der Oktave ergĂ€be, beobachtet Fricker, dass die 5 ĂŒberhaupt nicht potenziert wird, die 3 nur bis zur zweiten (32 = 9), die 2 aber bis zur sechsten Potenz (26 = 64) erhoben wird. Damit haben die Werte 26, 32 und 51 begrenzende Funktion und folgen einer GesetzmĂ€ĂŸigkeit, die Fricker als »Erhöhungs-Schranken-Regul«[12] bezeichnet. Sie besagt, »dass eine kleinere Primzahl nicht weiter, aber auch nicht weniger erhöht werden dĂŒrfe als bis ihre Erhöhung das Produkt aller Potenzen, zu welchen die ihr nachfolgenden grĂ¶ĂŸeren Primzahlen schon erhöht worden sind, ĂŒbersteig[t].«[13]

Will man etwa bestimmen, wie hoch 2 potenziert werden darf, bildet man zunĂ€chst das Produkt aller nachfolgenden potenzierten Primzahlen (der erste Faktor wĂ€re 32 = 9, der zweite 51 = 5, ihr Produkt ist 9 × 5 = 45). Nun hat man 2 so hoch zu potenzieren, dass 45 ĂŒberschritten wird: 25 = 32, was noch ein zu kleiner Wert ist; doch 26 = 64 ĂŒberschreitet als nĂ€chst höhere Potenz 45 und ist damit der gesuchte Grenzwert.

Die Erhöhungsschranken-Regel limitiert zugleich die Anzahl der in einer Oktave befindlichen Töne. Fricker demonstriert dies an dem Produkt von 5 × 32 × 26 = 2880 mit Hilfe eines systematischen Ausklammerungs- und KĂŒrzungsverfahrens,[14] durch das zunĂ€chst alle auf 5 folgenden Primzahlen und deren Vielfaches eliminiert werden. Am Ende bleiben nur die in der Tabelle angezeigten 15 Proportionen ĂŒbrig, deren Werte sĂ€mtlich zwischen 1 und 1/2 liegen. (Zum leichteren Vergleich wurden hier – nicht bei Fricker – in einer eigenen Spalte ganz rechts die BrĂŒche als Dezimalwerte vermerkt, die entsprechend zwischen 1,0 und 0,5 liegen.) Da fĂŒr den »praktischen Gebrauch« von den 15 Intervallen noch drei auf Grund ihrer schlechten gehörmĂ€ĂŸigen Unterscheidbarkeit wegfallen, hat die irdische Musik nicht mehr als 12 Töne.[15]

Frickers nĂ€chster Schritt zeigt ihn an einem jener Punkte, da seine Beobachtungen den Boden rationaler musiktheoretischer Analyse verlassen und in ein metaphysisch-spekulatives Konzept mĂŒnden, auch wenn dieser Übergang zunĂ€chst als folgerichtige Erweiterung des zuvor beschriebenen mathematischen Ansatzes wirkt. Fricker schreibt: »Nehmen wir nun die folgende Primzahl 7 zur verborgenen Wurzel der ganzen Music an, die biß 0, das ist, biß dahin, da sie nicht mehr, als 1 gilt, erhöhet ist, und lassen die UnitĂ€t selber ins unendliche erhöhet seyn, dadurch die doch nicht gröser wird; so haben wir alsdenn einen völligen Begrif von dem Grund der Music in diesen Zahlen: 1∞, 26, 32, 51, 70.«[16] Da die neuen Rahmenwerte 1∞ = 1 und 70 = 1 die Berechnungen nicht stören, bleibt die Erhöhungsschranken-Regel weiterhin gĂŒltig.

 

Die himmlische Musik

In der himmlischen Musik, die eine Stufe höher als die irdische angenommen wird und die nur den »HimmelsbĂŒrgern« wie Geistern und Engeln, den Menschen nur in seltenen Ausnahmen wahrnehmbar ist, erweitern sich die Grenzen der Intervalle durch das Hinzutreten der Primzahl 11, die anstelle der 7 die neue »verborgene, allen Begrif weit ĂŒbersteigende, gleichsam ĂŒberhimmlische Wurzel« wird. Unter Anwendung der Erhöhungsschranken-Regel erzeugt sie die neue Folge 1∞, 216, 35, 52, 71, 110.[17] Die Anzahl von Tönen pro Oktave erhöht sich hierdurch auf 165, von denen »aber wieder einige Töne auf gleiche art, als in der irdischen Music, [...] wegfallen«, so dass nur 157 Töne ĂŒbrig bleiben.[18]  Die Einzelheiten des Verfahrens, das bereits bei der Ermittlung der irdischen 12 Töne aufwĂ€ndig ist, hĂ€lt Fricker nur in Umrissen fest, doch geht die Berechnung analog von der »ZerfĂ€llung« des Produktes von 1∞ Ă— 216 Ă— 35 × 52 × 71 × 110 = 1 × 65536 × 243 × 25 × 7 × 1 aus. Aus den Quotienten werden sĂ€mtliche möglichen VerhĂ€ltnisse gebildet, von denen dann alle jene ausgeschieden werden, die nicht zwischen 1 und 1/2 liegen. Übrig bleiben Â»ĂŒber 160 VerhĂ€ltnisse [...], die in dem Raum der Oktav enthalten sind«.[19]

Ganz wie Josef Matthias Hauer im zwanzigsten Jahrhundert 479.001.600 (= 12! [12 FakultĂ€t]) mögliche Zwölftonreihen errechnet, errechnet Fricker fĂŒr die irdischen 15 Töne 1.307.674.368.000 [ĂŒber 1,3 Billionen] Möglichkeiten der VerĂ€nderung,[20]  nimmt von der genauen Bestimmung der himmlischen Möglichkeiten jedoch Abstand, da diese »eine unbegreifliche Summe« ergeben wĂŒrde, »denn das wĂ€re das Produkt aller Zahlen von 2–157 ineinander multipliziert.«[21]

Eine sich aus der musikalischen Zahlenanalyse ableitende Affektenlehre[22]  ordnet den Primzahlen gleichermaßen in der irdischen wie der himmlischen Musik bestimmte Eigenschaften zu:[23]

 

 

Schließlich bindet Fricker all dies in ein Konzept der vierten Dimension (»Intensum«) ein, welches er aus dem Paulus zugeschriebenen Epheser-Brief (Eph. 3, 18) ableitet.[24]  Erst in dieser neuen Dimension werden bestimmte biblische Aussagen erklĂ€rlich und wird auch die himmlische Musik hörbar. Eine andere daraus sich ergebende Spekulation lautet etwa: »Es ist daher wahrscheinlich, daß unser ganzes Planeten-System im Unsichtbaren, wo alles in der 4ten Dimension des Intensi stehet, eine gantz andere Lage und Gestalt, als bey uns habe. Man sollte vermuthen, die gantze SphĂ€re wĂ€re getheilt, und rĂŒckwarts [sic] mit der Spitze zusammen gestellt, so daß eine grosse Klufft zwischen denen im obern seligen und denen im untern unseligen Theil befestiget ist, und daß jede Seele durch die neue Geburt jetzo schon ihren Situm [Stellung] auf jene Welt stracks Ă€ndere.«[25]

Im 19. Jahrhundert berief sich besonders der Leipziger Pionier der Astrophysik Karl Friedrich Zöllner (1834–1882) in dem heftigen Streit um seine spiritistischen Experimente auf Frickers Spekulationen,[26] und der Begriff »vierte Dimension« wurde so populĂ€r, dass ihn Georg BĂŒchmann damals unter Verweis auf Zöllner, Oetinger und Fricker in seine GeflĂŒgelten Worte aufnahm und als Bedeutung angab: »(Die) vierte Dimension, worunter wir jetzt gewöhnlich blĂŒhenden Unsinn verstehen, [usw.].«[27]  Gleichwohl wird Zöllners Vorstellung eines »statischen, positiv gekrĂŒmmten Raumes«, des »Zöllnerkosmos«, heute als »frĂŒhes Beispiel der Einbeziehung nicht-euklidischer Geometrien in physikalische Betrachtungen« gewertet.[28]

 

 

Friedrich Christoph Oetinger
(1702–1782)

 

Bei allen seinen mathematischen Überlegungen ist nicht zu ĂŒbersehen, dass Fricker keineswegs mit neutralem, leblosem Zahlenmaterial operierte, sondern dass die Zahlen fĂŒr ihn, wie fĂŒr andere seiner Zeit, »KrĂ€fte« mit bestimmten Eigenschaften verkörperten. In der Musik trat vorrangig nicht ein physikalisches, sondern ein psychisches Geschehen zu Tage, das sich mit Hilfe der Zahlen besser verstehen und teilweise auch systematisch beschreiben ließ. Den Grundlagen der Musik nachzuspĂŒren, bedeutete, die Seele, den Menschen, die Schöpfung zu erforschen. ZahlenmĂ€ĂŸige Übereinstimmungen, Parallelen und Analogien ließen den Schluss auf ZusammenhĂ€nge und das Wirken identischer KrĂ€fte zu. Fricker vergisst selten, auf diesen Umstand am Rande hinzuweisen.[29]  Es geht ihm nicht um die Fiktion einer unabhĂ€ngigen, wertfreien Wissenschaft im heutigen Sinne, und nicht die untersuchte Sache steht fĂŒr ihn letztlich im Mittelpunkt, sondern die glaubensstĂ€rkende, beweiskrĂ€ftige Erforschung, Freilegung und Erkenntnis des göttlichen Willens. Nicht die Heilige Schrift, das Wort Gottes, hat sich zu rechtfertigen, sondern die Wissenschaft.

 

Anmerkungen

1  J. L. Fricker, geb. 14. Juni 1729 in Stuttgart, gest. am 13. September 1766 in Dettingen unter Urach. Zur EinfĂŒhrung (Biographie, Werkauswahl) ist immer noch empfehlenswert: Karl Chr[istia]n Eb[e]rh[ard] Ehmann, Johann Ludwig Fricker, ein Lebensbild aus der Kirchengeschichte des 18. Jahrhunderts, TĂŒbingen 1864. – Ein Portrait von Fricker ist bisher nicht bekannt geworden. ZurĂŒck zum Text

2  Vgl. etwa Robert Schneider, Schellings und Hegels schwĂ€bische Geistesahnen, WĂŒrzburg-AumĂŒhle 1938, S. 47f. (u. a. zu Frickers Vorwegnahme von Ideen in Hegels Habilitationsschrift). ZurĂŒck zum Text

BlĂ€tter fĂŒr wĂŒrttembergische Kirchengeschichte [im Folgenden abgekĂŒrzt BWKG], 76. Jg. (1976), Stuttgart [1977], S. 130–175; Literatur zu Fricker besonders in Anm. 2, S. 157–160. – Nebenbei sei bemerkt, dass ich im Verlauf der letzten 25 Jahre von Reinhard Breymayer immer wieder unschĂ€tzbare Anregungen und Hinweise auf Quellen des wĂŒrttembergischen Pietismus erhalten habe, die zum Teil auch in die vorliegende Arbeit eingeflossen sind. ZurĂŒck zum Text

4  Vgl. R. Breymayer, a. a. O., S. 158. Die drei lateinisch verfassten Briefe behandeln vorrangig Fragen der ElektrizitĂ€t, der erste beschreibt jedoch auch das von Prokop DiviĆĄ erfundene elektrische Musikinstrument, den »Denis d'or« [Denydor]. Die Briefe sind abgedruckt bei J. Smolka, DiviĆĄova korespondence s L. Eulerem a Petrohradskou AkademiĂ­ VÆd, in: SbornĂ­k pro d Æjiny prĂ­rodnĂ­ch vÆd a techniky, 8. Jg., Praha [Prag] 1963, S. 141–142, 147 und 149. ZurĂŒck zum Text

5  Vgl. R. Breymayer, in: Ulrich Konrad und Martin Staehelin, allzeit ein buch. Die Bibliothek Wolfgang Amadeus Mozarts, Weinheim 1991, Nr. 31, S. 73–75 (hierzu S. 14–15). ZurĂŒck zum Text

6  Vgl. H. Henck, Kabbalistische Musiktheorie. Zwei unbekannte musiktheoretische Abhandlungen von Johann Ludwig Fricker, in: BWKG, 76. Jg. (1976), Stuttgart [1977], S. 176–183. ZurĂŒck zum Text

7  R. Breymayer, a. a. O., S. 175: Ein Fricker-Zitat in Hölderlins »Hyperion«. ZurĂŒck zum Text

8  Vgl. [Walther] Ludwig, Neue Handschriften von Joh. Ludwig Fricker, in: BWKG, 56. Jg., Stuttgart 1956, S. 168–171. Der Aufsatz nimmt fĂŒnf Manuskripte der TĂŒbinger Stiftsbibliothek auf, allerdings in moderner Orthographie und nicht ganz zuverlĂ€ssiger Abschrift. Ludwig ist auch Verfasser des Artikels ĂŒber Fricker in der Neuen deutschen Biographie, Bd. 5, Berlin 1961, S. 434f. â€“ FĂŒr die vorliegende Arbeit, die zeichengetreu zitiert, standen photographische Wiedergaben der Originalmanuskripte zur VerfĂŒgung. ZurĂŒck zum Text

9  Vgl. H. Henck, Planetenmaschinen. Eine Bestandsaufnahme der Schriften zu vier frĂ€nkischen Planetenmaschinen des 18. Jahrhunderts aus dem Kreis um Johann Georg Neßtfell unter besonderer BerĂŒcksichtigung der BeitrĂ€ge von Johann Ludwig Fricker und Johann Zick, in: BWKG, 79. Jg. (1979), Stuttgart [1980], S. 62–139 (mit 10 Abbildungen). ZurĂŒck zum Text

10  Vgl. die DiviĆĄ-Bibliographie von R. Breymayer in: F. C. Oetinger, Die Lehrtafel der Prinzessin Antonia (= Texte zur Geschichte des Pietismus, Abt. VII, Bd. 1, Teil 2: Anmerkungen), Berlin/New York 1977, S. 431ff. ZurĂŒck zum Text

11  J. L. Fricker, SchriftmĂ€ssiger wiewohl unvollkommener | Begriff | den Ort und Zustand unserer kĂŒnftigen Seligkeit betreffend | als eine kurze PrĂŒfung des | Versuchs da HE[RR?] M[agister] Iohann Gottlob Sembeck die Versetzung der begnadigten | Menschen an die Stelle der verstossenen Engel unternommen, S. 13, Abs. 30. Das einst im Besitz der Bibliothek des Ev. Stifts TĂŒbingen befindliche Original wird, seitdem es um 1940 zur Abschrift herausgegeben wurde, vermisst. Eine leider nicht sehr sorgfĂ€ltige Schreibmaschinen-Abschrift (25 S.) ist jedoch daselbst sowie im Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart vorhanden. Die Entstehungszeit lĂ€sst sich auf die Jahre zwischen 1759 und 1766 eingrenzen – einerseits durch das Erscheinen des im Titel genannten Buches (J. G. L. Sembeck, Versuch Die Versetzung der begnadigten Menschen an die Stelle der verstosenen Engel schriftmĂ€sig zu beweisen ..., [1. Teil], Frankfurt und Leipzig 1759), andererseits durch Frickers Tod (13. September 1766). ZurĂŒck zum Text

12  [J. L. Fricker] in: Halophilus IrenĂ€us [gemeint ist Oetingers Sohn Theophil Friedrich (Zensur-Hg.), tatsĂ€chlicher Autor jedoch Friedrich Christoph] Oetinger, Die Metaphysic in Connexion mit der Chemie ..., Schw[Ă€bisch] Hall [1770], S. 450. ZurĂŒck zum Text

13  SchriftmĂ€ssiger wiewohl unvollkommener Begriff ..., a. a. O., S. 15, Abs. 38. ZurĂŒck zum Text

14  Ebd., S. 14–15 mit einer anderswo in Frickers Schriften nicht anzutreffenden AusfĂŒhrlichkeit. ZurĂŒck zum Text

15  Ebd., S. 15, Abs. 37. ZurĂŒck zum Text

16  Die Metaphysic in Connexion mit der Chemie ..., a. a. O., S. 451–452. ZurĂŒck zum Text

17  Ebd., S. 452. ZurĂŒck zum Text

18  Neue BekrĂ€ftigung der Apocalyptischen Wahrheit und ihrer ErklĂ€rung[en?], Manuskript (16 S.) im Besitz der Bibliothek des Ev. Stifts TĂŒbingen, Signatur: Ms 21-2; hier S. [8] (Kap. II, § 3). ZurĂŒck zum Text

19  SchriftmĂ€ssiger wiewohl unvollkommener Begriff ..., a. a. O., S. 16, Abs. 42. ZurĂŒck zum Text

20  A. a. O., S. 16, Abs. 45. Der in dem Manuskript angegebene Wert weicht an zwei Stellen von dem korrekten Wert ab, was auf einem Rechenfehler Frickers oder einem Lesefehler des Transkriptors beruhen kann. ZurĂŒck zum Text

21  A. a. O., S. 17, Abs. [46]. ZurĂŒck zum Text

22  Vgl. Kap. 5: Von den Grund Affecten der Primzahlen 2, 3 und 5, in der Music, in: Mathematischer, aus der Natur der Music und der Zahlen hergenommener, Beweiß vor [= fĂŒr] die Göttlichkeit der Offenbahrung Jesu Christi [...] 1751, Manuskript (32 S.) im Besitz der Bibliothek des Ev. Stifts TĂŒbingen, Signatur: Ms 21-1; hier S. [13]–[16]. ZurĂŒck zum Text

23  Mathematischer ... Beweis ..., a. a. O., S. [27] (Kap. VIII, Th. IV). ZurĂŒck zum Text

24  J. L. Fricker in: F. C. Oetinger, Swedenborgs und anderer Irrdische und himmlische Philosophie ..., Franckfurt und Leipzig 1765, S. 270ff. (Dieses Buch besaß auch Goethe; vgl. Hans Ruppert, Goethes Bibliothek, Weimar 1958, S. 458, Nr. 3135, allerdings in der 2. Auflage von 1773 [Hinweis: R. Breymayer]). ZurĂŒck zum Text

25  Ebd., S. 283–284. ZurĂŒck zum Text

26  Vgl. F. Zöllner, Die transzendentale Physik und die sogenannte Philosophie (= Wissenschaftliche Abhandlungen, III. Bd.), Leipzig 1879; hier besonders S. 575–585. ZurĂŒck zum Text

27  G. BĂŒchmann, GeflĂŒgelte Worte, 13. Aufl., Berlin 1882, S. 183–184. ZurĂŒck zum Text

28  Christoph Meinel, Karl Friedrich Zöllner und die Wissenschaftskultur der GrĂŒnderzeit. Eine Fallstudie zur Genese konservativer Zivilisationskritik, Berlin 1991, S. 13–14. ZurĂŒck zum Text

29  Vgl. z. B. SchriftmĂ€ssiger wiewohl unvollkommener Begriff ..., a. a. O., S. 17, Abs. 49. ZurĂŒck zum Text

 

Vgl. auch:  Am Grab Johann Ludwig Frickers – Inschriften und Fotos

sowie

Herbert Henck, [Artikel] Fricker, Johann Ludwig, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Zweite, neubarbeitete Ausgabe, hg. v. Ludwig Finscher, Personenteil, Bd. 7, Fra–Gre, Kassel (u. a.): BĂ€renreiter / Stuttgart u. Weimar: Metzler, [August] 2002, Sp. 110–113

Herbert Henck, Johann Ludwig Frickers irdische und himmlische Musik. Rechnungen und Reflexionen einer „sich Bilder-machenden Vernunft“, in: Mathesis, Naturphilosophie und Arkanwissenschaft im Umkreis Friedrich Christoph Oetingers (1702–1782), hg. von Sabine Holtz, Gerhard Betsch und Eberhard Zwink (Reihe Contubernium. TĂŒbinger BeitrĂ€ge zur UniversitĂ€ts- und Wissenschaftsgeschichte, Bd. 63), Stuttgart: Franz Steiner Verlag, [Juli] 2005, S. (129)–144. ZurĂŒck zum Text

 

 

 

 

Erste Eingabe ins Internet: Sonntag, den 27. Mai 2001
Letzte Änderung: Mittwoch, 7. Oktober 2009

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