Johann Ludwig Fricker  III,2

 

Johann Ludwig Fricker  –
seine in Büchern gesammelten Schriften

Ein bibliografischer Überblick von 1775 bis 1963
 

Teil 2


von
Herbert Henck

 

 

 

 

 

 

Die vierzehn Bücher

 

Übersicht I

 

(Übersicht II enthält die Einzeltitel der Aufsätze Frickers in einer eigenen Datei.)

 

 

 

Nr. 1  /  ohne Ort 1775


 

Abb03_Titelblatt_1775

 

Titelblatt:  „Unvollständige | jedoch brauchbare | Ueberbleibsel | aus | den hinterlassenen Handschriften | eines Einsichts= und Erfahrungs=vollen Mannes | des seel. [seeligen: ver- storbenen] Herrn Pfarrers | Johann Ludwig Frickers | treuen Lehrers | bey der Gemeine
zu Dettingen unter Urach | wegen ihres Werths | gesammelt | und auf Begehren vieler  Wahrheit=Liebenden | herausgegeben. | [Vignette] | Im Jahr 1775.“

Seitenumfang:  2 ungezählte Vorsatz-S. + [XVI] + 111 Seiten; S. [II] und (112) leer
Format:  ca. 178 × 110 mm (Höhe × Breite)
Bestand:  LB Stuttgart (2 Exemplare), Signatur: Theol. 8°. 5554;
               Fotokopie in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Genauer besprochen wird diese Ausgabe im Abschnitt Die Erstausgabe von 1775;
     eine Rezension ist in Fußnote [6] nachgewiesen. Zur Titelvignette siehe im ersten Teil
     Abb. 1 und Abb. 2 sowie Die Titelvignette der Erstausgabe.
b)  Als Herausgeber kommt Ludwig Christoph Huzelin (1725–1783) [27], Pfarrer in      Steinenbronn, in Betracht, denn Ehmann schreibt zu diesem Punkt (S. 387, Anm. 13):
     „Ludwig Christoph Huzelin, geb. zu Besigheim d. 15. Nov. 1725, magistrirte 1745,      war Pfarrer in Erkenbrechtsweiler 1755–60, in Steinenbronn OA. Stuttgart bis 69, in      Schnaitheim OA. [Oberamt] Heidenheim bis 83. Er war speciell mit Fricker befreun-      det und dieser wurde auf Huzelins Antrag nach dem Tode des Waisenpfarrers Seiz      unter die Roos’schen Correspondenten aufgenommen (vgl. auch Fußnote [27]). Er
     ist wahrscheinlich der Verfasser der ältesten Lebensbeschreibung, welche bei Frickers
     Begräbnis vorgelesen wurde, sowie der Herausgeber der Bruchstücke aus Frickers      schriftlichem Nachlaß.“ – Zum Druck bei Fues in Tübingen, der mit Huzelin verschwä-
     gert war, vgl. das Kapitel Die Erstausgabe von 1775 (ab zweitem Absatz); ferner
     Fußnote [7].
c)  Vorbesitzer:  Auf der ersten der beiden unbedruckten Vorsatzseiten ist in dem besich-      tigten Stuttgarter Exemplar Nr. 1 (siehe „Bestand“) handschriftlich als Besitzervermerk
     eingetragen: „Fr. Finckh th. st.“ [vermutlich: Friedrich Finckh, theologiae studiosus
     (Theologiestudent)]
d)  Mälzer, Nr. 835, S. 106 [28]
e)  Alexander Freiherr von der Goltz weist in seinem Buch über Wizenmann (1859) be-
     reits auf die schwere Zugänglichkeit des Druckes hin, indem er über die Ausgabe von      1775 schreibt: „Dieß Büchlein ist jetzt wohl sehr selten geworden, und wir haben es
     nicht gesehen.“ (S. 55, Anm. 2; wie unten)

 

 

 

Nr. 2  /  Reutlingen 1798 (verschollen)


Diese Ausgabe ist zwar verschollen, doch übersandte mir der heute in Ofterdingen woh- nende Pietismus- und Rhetorikforscher Reinhard Breymayer – sicher vor 1977 – unter anderem ein handschriftliches Blatt als Fotokopie, das er als Einlage in einem Exemplar von Frickers Unvollstaendigen, jedoch brauchbaren Ueberbleibseln (Nr. 1) gefunden hatte.[29]  Dieses Exemplar des Buchs stammte aus dem Besitz der Schulleiters Oberleh- rer Karl Ebinger in Altenriet (Schulhaus).[30]  Die drei handgeschriebenen Seiten – ein in der Mitte gefaltetes Blatt etwa im Quartformat ergab im Original vier zusammenhängende Seiten im Oktavformat (letzte Seite leer) – sind überschrieben: „Druckfehler im Frickeri- schen Büchlein: | Weisheit im Staub etc. etc. | Reutlingen etc. 1798“. Der großen Einheit- lichkeit von Anlage und Handschrift wegen dürfte es sich hier um eine Ab- oder Rein- schrift gehandelt haben. Was die folgende Zusammenstellung von Druckfehlern betrifft, so sind diese mit p. 11 bis p. 129 gezählt [p. = pagina (Seite)], wobei auffällt, dass die 1775 veröffentlichte Ausgabe nur bis Seite 111 reicht. Somit müsste es sich bei der Aus-
gabe von 1798 um einen Neusatz des Textes gehandelt haben. Am Ende des Korrektur-
verzeichnisses ist, zwischen zwei horizontalen Linien, Folgendes zu lesen: „Da diese 2te Ausgabe nach der 1sten gedruckt und corrigirt ist, so sind noch einige Druckfehler stehen geblieben, diejenig[e]n nemlich, die auch in der ersten befindlich sind.“

Das Verzeichnis der Druckfehler lässt sich andererseits auch nicht mit dem nachfolgen- den, 1820 bei Kalbfell in Reutlingen erschienenen Büchlein Weisheit im Staub (Nr. 3) in Verbindung bringen, da in dem Druckfehler-Verzeichnis zur Ausgabe 1798 beispiels- weise angegeben ist „p. 128. 17.) lin[ea] 2: So entfärbt sichs bald“, was in der Ausgabe von 1820 auf Seite 136 steht und hier etwas abweichend lautet: „So entfärbt sich bald“
(Vers 17). Oder der sich anschließende Eintrag des Druckfehler-Verzeichnisses bezieht sich auf S. 129, Strophe 19, Zeile 1: „O wenn Gott schon hier“; diese Zeile steht in der Ausgabe Reutlingen 1820 jedoch zu Beginn der Seite 137. Damit darf man annehmen, dass die Auflage von 1798 weder das Druckbild der Erstausgabe von 1775 übernahm, noch dass das Druckbild der Auflage von 1798 für die Auflage von 1820 als Vorlage diente. Im Falle der drei ersten Ausgaben müsste daher stets ein Neusatz des Textes stattgefunden haben.

Ist die Ausgabe Reutlingen 1798 bisher auch nicht auffindbar oder zumindest bibliogra- fisch belegbar, so besteht durch das vorhandene Druckfehler-Verzeichnis doch kein Zweifel daran, dass sie tatsächlich hergestellt wurde und dass Reinhard Breymayer das Verdienst zukommt, sie in die Forschung eingebracht zu haben. Selbst Ehmann war diese Ausgabe von 1798 offenbar nicht bekannt geworden, da er in seinem Fricker-Buch von 1864 (Nr. 8) schrieb, dass von der Erstausgabe 1775 „i[m] J[ahre] 1820 der erste Nachdruck in Reutlingen erschien“ (S. IV, Vorrede), während es sich hier eigentlich um den zweiten Nachdruck gehandelt haben müsste.

 

 

 

Nr. 3  /  Reutlingen 1820


 

Abb04_Titelblatt_1820

 

Titelblatt:   „Weisheit im Staub, | das ist: | Anweisung, | wie man in den | allergeringsten und gemeinsten Umständen | auf die einfältiglich | leitende Stimme Gottes bey sich achten solle. | Als ein | Versuch einer evangelischen Moral | von lebenden Exempeln gesammelt, | und | zu bleibenderem Eindruck ins Kurze gefaßt, | von | Johann Ludwig Fricker, | treuen Lehrers | bei | der Gemeine zu Dettingen unter Urach. | Auf Kosten einer Wahrheit=lie- benden Gesellschaft gedruckt. | Reutlingen, | bei Christoph Jakob Friedrich Kalbfell. | 1820.“

Seitenumfang: 144 gezählte Seiten
Format: ca. 172 × 102 mm (Höhe × Breite)
Bestand: Zentralbibliothek Zürich, Signatur: AWG 11198; Original in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Zwei dem Druck des Verfassers beiliegende maschinenschriftliche Ergänzungen eines      Antiquariats besagen: „Hrsg. [Herausgegeben] wurde diese Sammlung (erstmals 1775
     unter anderem Titel erschienen) von der sogenannten Druckgesellschaft der Michelia-
     ner, an deren Spitze der Schulmeister Kolb in Dagersheim stand.“[31]
b)  „bey“/„bei“:  beide Schreibweisen erscheinen auf dem Titelblatt in Zeile 7, 16 u. 19.
c)  Diese Ausgabe von 1820 wurde in folgenden Quellen zitiert:
     1.) Eduard Emil Koch, Geschichte des Kirchenlieds und Kirchengesangs der      christlichen, insbesondere der deutschen evangelischen Kirche, Erster Haupt-      theil: Die Dichter und Sänger, Zweiter Band, Zweite, verbesserte und durchaus      vermehrte Auflage, Stuttgart: Druck und Verlag der Chr[istian Jakob] Belser’schen      Buchhandlung, 1852; hier im Artikel Fricker, Johann Ludwig (S. 256–260) zu-      nächst im zweiten Absatz von S. 260, ferner nochmals unter den Quellen.
     2.) Alexander Freiherr von der Goltz, Thomas Wizenmann, der Freund Friedrich      Heinrich Jakobi’s in Mittheilungen aus seinem Briefwechsel und handschriftli-      chen Nachlasse, wie nach Zeugnissen von Zeitgenossen. Ein Beitrag zur Ge-      schichte des innern Glaubenskampfes christlicher Gemüther in der zweiten      Hälfte des 18. Jahrhunderts, I. Band, Gotha: Friedrich Andreas Perthes, 1859,
     S. 55, Anm. 2. — Ehmann stand, wie er in der Vorrede seines Buchs (1864) auf
     S. V vermerkt, mit Freiherr „Alex[ander] von der Golz, K[öniglich] Preuß[ischem]      Obristlieutenant a[ußer] D[ienst] in Coblenz“ in Verbindung, der ihm einige Briefe an      Matthias Jorissen (1739–1823) zugänglich machte. Hier müsste es sich um Alexan-      der von der Goltz (1800–1870) gehandelt haben; vgl. hier; Artikel in der Allgemei-      nen deutschen Biographie 9 (1879), S. 350–351 von Carl Krafft hier.
d)  Vgl. im Haupttext auch Ehmanns Äußerung zur Ausgabe Reutlingen 1820 (hier).

 

 

 

Nr. 4  /  Stuttgart 1830


 

Abb05_Titelblatt_1830

 

Titelblatt:  „Weisheit im Staube | das ist: | Anweisung, | wie man in den | allergeringsten und gemeinsten Umständen | auf die einfältiglich | leitende Stimme Gottes bei sich achten solle. | Als ein | Versuch einer evangelischen Moral | von lebenden Exempeln gesammelt, | und | zu bleibenderem Eindruck ins Kurze gefaßt | von | Johann Ludwig Fricker, | treuem Lehrer | bei der Gemeine zu Dettingen unter Urach. | Auf Kosten einer Wahrheit lieben- den Gesellschaft gedruckt. | Stuttgart, | in Commission bei | Carl Becker, Buchbinder. | 1830.“

Seitenumfang: 127 gezählte Seiten, S. (128) ungezählt
Datierung: Auf S. (128) eine „Subscriptions-Anzeige“ (unter anderem zwei Titel von      Oetinger), unterzeichnet: „Stuttgart, im December 1830. | Carl Becker, Buchbinder-      meister, | lange Straße Nro. 326.“
Format: ca. 170 × 100 mm (Höhe × Breite)
Bestand: LB Stuttgart, Signatur: Theol. oct. 5555; Fotokopie u. Original in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Auf S. (2) am unteren Rand der Hinweis: „Böblingen, | gedruckt mit [Julius] Gottl[ieb]      Friedrich Landbeck’schen Schriften.“[32]
b)  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 836, S. 106–107
c)  Zu einem erworbenen Exemplar, das mit „Gehörig [Christian] Friedrich | Dauben-
     schmid | und | Rebecka Zupin, | Fellbach 1847.“ bezeichnet ist, siehe Fußnote [32a].

 

 

 

Nr. 5  /  Reutlingen 1854, 1. Auflage


 

Abb06_Titelblatt_1854

 

Titelblatt:  „Weisheit im Staube, | das ist: | Anweisung, | wie man in den | allergeringsten und gemeinsten Umständen | auf die einfältiglich | leitende Stimme GOttes bei sich achten soll. | Als ein | Versuch einer evangelischen Moral | von | lebenden Exempeln gesammelt, und zu bleibende= | rem Eindruck ins Kurze gefaßt | von | Johann Ludwig Fricker, | treuem Lehrer bei der Gemeine zu Dettingen unter Urach.[33] | Reutlingen, | Druck und Verlag der B. G. Kurtz’schen Buchhandlung. | 1854.“

Seitenumfang: [II] ungezählte + 198 gezählte Seiten. Die beiden ungezählten Anfangs-      seiten [I] und [II] sind ein Schmutztitelblatt mit unbedruckter Rückseite. Der Kurztitel      lautet hier: „Johann Ludwig Fricker’s | nachgelassene | geistliche Schrift-Stücke.“
Format: ca. 120 × 90 mm (Höhe × Breite)
Druck und Verlag: B. G. Kurtz’sche Buchhandlung, Reutlingen. (Infolge einer 2. und 3.      Auflage, die beide 1855 erschienen, wäre die Ausgabe 1854 als „1. Auflage“ in dieser      Reutlinger Reihe zu bezeichnen.)
Bestand: LB Stuttgart, Signatur: Theol. oct. 5596; British Library (General Reference      Collection), Signatur: 4409.b.16; Fotokopie in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Diese Ausgabe von 1854 wurde in folgenden Quellen zitiert:
     1.) Alexander Freiherr von der Goltz, I. Band, 1859 (wie oben).
     2.) Paul Pressel (Hg.), Die geistliche Dichtung von Luther bis Klopstock, hg. von
     Dr. [Karl Friedrich] Klaiber, Einzelnausgabe [sic] der evangelischen Volksbibliothek,      Bd. 5, Stuttgart: Adolph Becher’s Verlag (Gustav Hoffmann), 1863; hier der Ab-      schnitt über Fricker auf S. 717–721 mit einer biografischen Einleitung und dem      Abdruck der beiden Lieder Die selige Freiheit vollkommener Seelen (S. 718) und
     Vereinigung der Wahrheit und Liebe (S. 718–721); der Hinweis auf die Ausgabe      Reutlingen 1854 befindet sich auf S. 717–718. Karl Friedrich Klaiber (1817–1893)      war Garnisonsprediger in Ludwigsburg (Online-Ausgabe des Buchs).
     3.) Friedrich Zöllner, Die transzendentale Physik und die sogenannte Philosophie
     
(= ders., Wissenschaftliche Abhandlungen, III. Band), Leipzig: Kommissionsverlag      von [Johannes August] L[udwig] Staackmann, 1879, S. 584, Fußnote 1 (hier muss es      richtig heißen: „KURTZ’schen“ anstatt „KUNZ’schen“); vgl. auch hier.
     4.) Albert Ritschl, Geschichte des Pietismus, Bd. 3, Zweite Abtheilung: Geschichte      des Pietismus in der lutherischen Kirche des 17. und 18. Jahrhunderts, Bonn:      Adolph Marcus, 1886, S. 149, Fußnote 2.
b)  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 837, S. 107

 

 

 

Nr. 6  /  Reutlingen 1855, 2. Auflage (verschollen)


Diese verschollene 2. Auflage von 1855 ist belegbar durch Bücher-Kataloge von 1858, 1860 und 1864. Sie findet sich, wie auch die 1. Auflage, zunächst in: Wilhelm Heinsius, Allgemeines Bücher=Lexikon, oder vollständiges Alphabetisches Verzeichniß aller von 1700 bis zu Ende 1856 erschienenen Bücher, 12. Bd. (1852 bis 1856), 1. Abthei- lung (A–L), Leipzig: F. A. Brockhaus, 1858, S. 302, linke Spalte, Mitte, wo es heißt: „Fricker, Joh[ann] Ludw[ig], Weisheit im Staube […] ins Kurze gefaßt. 1. Aufl. (198 S.) 1854. und 2. Aufl. 32. (292 S.) Reutlingen [1]855 Kurtz’sche Buchh[andlung]“.

Ferner sind sowohl die 1. sowie die 2. Auflage, die beide in Reutlingen bei Kurtz erschienen, verzeichnet bei Gustav Wilhelm Wuttig (Bearb. u. Hg.), NOVUS INDEX LOCUPLETISSIMUS LIBRORUM QUI INDE AB ANNO MDCCCLIII USQUE
AD ANNUM MDCCCLVIII IN GERMANIA ET IN TERRIS CONFINIBUS PROD-
IERUNT
, 7. Theil, A–K, Leipzig: T. O. Weigel, 1860; hier S. 301, rechte Spalte.

Dieselbe 2. Auflage (Reutlingen 1855) wurde auch in folgenden Bücherkatalog aufge- nommen: Ernst Amandus Zuchold, BIBLIOTHECA THEOLOGICA. Verzeichniß der auf dem Gebiete der evangelischen Theologie nebst den für dieselbe wichtigen wäh- rend der Jahre 1830–1862 in Deutschland erschienenen Schriften, 1. Bd., A–K, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht’s Verlag, 1864; hier S. 382: „Fricker, Johann Ludwig, Weisheit im Staube […] ins Kurze gefaßt. 2. Auflage. Reutlingen, Kurtz. 1855. 32. (292 S.) 6 sgr. [sgr. = Silbergroschen] In Engl. Einband [Buchbinderleinwand] mit Goldschnitt : 12 sgr.“ (Online-Ausgabe)

 

 

 

Nr. 7  /  Reutlingen 1855, 3. Auflage (verschollen)


Eine „3. Aufl. Reutlingen, Kurtz, jetzt Fleischhauer und Spohn“ von 1855 ist ebenso wie die vorangehende 2. Auflage aus demselben Jahr verschollen, doch ist sie bibliografisch belegbar durch folgendes Buch: Constantin Große (Hg.), Die Alten Tröster. Ein Weg-
weiser in die Erbauungslitteratur der evang.-luth. Kirche des 16. bis 18. Jahrhun-
derts
, In Kommission bei der Missionshandlung Hermannsburg (Hann.) 1900. Hier heißt in Abschnitt 35 („Johann Ludwig Fricker“, S. 502–504) auf S. 503 der folgende Eintrag: „Weisheit im Staube, d[as] i[st]: Anweisung, wie man in den allergeringsten und gemeins-
ten Umständen auf die einfältiglich leitende Stimme Gottes bei sich achten soll. Als ein Versuch einer evangelischen Moral von lebenden Exempeln gesammelt, und zu bleiben-
derem Eindruck ins Kurze gefaßt von Johann Ludwig Fricker, treuem Lehrer bei der Gemeine zu Dettingen unter Urach. 3. Aufl[age] Reutlingen, Kurtz, jetzt Fleischhauer & Spohn, 1855. 292 S[eiten] (Miniatur), 21 Z[ei]l[en], fein geb[un]d[en] mit Goldschnitt
1,20 M[ar]k.“

Constantin Große teilt auf S. 503–504 als weitere Einzelheiten des Bändchens mit: Vor- rede (S. III–XI), vier Gebete S. 12–31; S. 31 ff.: Von der Erkenntnis Gottes und Christi […] S. 265: Lieder über die Epistel St. Jakobi, S. 280 über die Vereinigung der Wahr- heit und Liebe.

Die Zählung dieser drei innerhalb von zwei Jahren erschienenen Reutlinger Auflagen scheint bei der Ausgabe Reutlingen 1854 (1. Auflage) zu beginnen und sich mit der Auf-
lage Reutlingen 1855 als 2. sowie ebenfalls Reutlingen 1855 als 3. Auflage fortzusetzen. Eine weitere Auflage ließ sich nicht mehr feststellen. Da beide Auflagen von 1855 ver-
schollen sind, ließ sich nicht abschließend klären, inwiefern die 2. und 3. Auflage identisch sind; sichtbar ist jedoch an der Beschreibung der 3. Auflage, dass sie mit der 2. Auflage in Format (32 = Miniatur-Format) und Seitenumfang (292 Seiten) übereinstimmte. Ver-
mutlich wechselte nur der Verlag, so dass allein der Zusatz „jetzt Fleischhauer & Spohn“ ergänzt wurde, um fortan als 3. Auflage bezeichnet zu werden: vgl. Nr. 6[34]

Am 25. Mai 2009 E-Mail schrieb ich an den heute noch bestehenden Verlag Fleisch-
hauer & Spohn. Meine Anfrage wurde am 26. Mai negativ beantwortet, da kein Exem-
plar des Druckes mehr vorhanden sei. Es gebe aber eine Archivliste, in welcher der Titel „Weisheit im Staube“ in Erscheinung trete.

Eine Suche nach der bei C. Große zitierten 3. Auflage von 1855 führte auch nicht weiter, denn am 6. August 2009 (E-Mail) erfuhr ich Folgendes von der Pfarrgemeinde Wilsdruff (Sora): „wir haben in unserem gesamten Kirchspiel nach dem Buch gesucht, aber nichts gefunden. Unser Vorschlag ist, dass Sie die Anfrage an das Pfarramt in Röhrsdorf, Kirch-
berg 5, 01665 Röhrsdorf richten. Sora gehörte teilweise nach Röhrsdorf. Oder Sie ver-
suchen Ihr Glück noch in der Bibliothek das Landeskirchenamtes Dresden, Lukasstra- ße 6, 01069 Dresden.“ Freundliche Auskunft von I. Hentschel, Verwaltungs-Angestellte.

Ebenso negativ verlief eine Anfrage in der Bibliothek des Evangelisch-Lutherischen Lan- deskirchenamtes in Dresden (Susanne Liedke, E-Mail am 10. August 2009). Aus Röhrs- dorf erhielt ich auf meine Anfrage hin am 11. August 2009 einen Anruf (des Küsters?). Man habe in der Bibliothek nachgesehen, doch nichts gefunden. Bestände aus Sora aus dem 19. Jahrhundert müssten freilich in Röhrsdorf sein, da es erst 1925 zu Wilsdruff kam. Man habe jedoch noch unkatalogisierte Bücher, zumeist aus dem 18. Jahrhundert, auf dem Dachboden gefunden, Bücher, die teilweise schon von Schimmel befallen seien. Ich solle später, wenn diese Bücher gesichtet seien, Nachricht erhalten. Bücher aus dem Be- sitz von Pfarrer Constantin Große seien in den Besitz der Erben gekommen, über die man aber nichts wisse.

Am 12. Aug. 2009 erfuhr ich noch aus Dresden: „die organisch erwachsenen Bestände des Landeskirchenarchivs der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens sind beim Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 größtenteils vernichtet worden. Für Ihre Anfrage relevante Unterlagen zu Johann Ludwig Fricker sind in unseren Beständen leider nicht nachweisbar. Über den Verbleib des Nachlasses von Constantin Große ist uns nichts bekannt. [Absatz] Der Publikation ,Sächsisches Pfarrerbuch, Die Parochien und Pfarrer der Ev.-Luth.
Landeskirche Sachsens (1539-1939), bearbeitet von Reinhold Grünberg, Freiberg 1939/1940, S. 269‘ sind folgende Angaben zu Pfarrer Constantin Wilhelm Große zu entnehmen: ,geb. 1868 in Stolpen (Pirna), Vater: Pfarrer, Gymnasium Dresden-Neustadt (1879-1887), 1894 Pfarrer in Sora (Meißen), 1925 Pfarrer in Chemnitz Markus, gest.
1929.‘ Im ,Amtskalender für die Geistlichen der Sächsischen ev.-luth. Landeskirche auf das Jahr 1931, S. 134‘ sind weitere biographische Angaben zu Pfarrer Große zu finden.“ (Für Auskünfte ist Frau Diplomarchivarin Kristin Schubert, Leiterin des Evangelisch- Lutherischen Landeskirchenamtes Sachsens, Landeskirchenarchiv, Dresden, vielmals zu danken.)

 

 

 

Nr. 8  /  Tübingen 1864 (Ehmann)


 

Abb07_Titelblatt_1864

 

Titelblatt:  „Johann Ludwig Fricker, | ein Lebensbild | aus der Kirchengeschichte |
des 18. Jahrhunderts, | herausgegeben | von | Karl Chrn. Ebrh. Ehmann, | Pfarrer in Unterjesingen. | Tübingen, | Verlag der Osiander’schen  Buchhandlung. | 1864.“

Verfasser bzw. Herausgeber: Karl Christian Eberhard Ehmann
Seitenumfang: (VIII) + gezählte 388 Seiten
Format: ca. 177 × 115 mm (Höhe × Breite)
Einband: Pappe mit handschriftlichem Rückenschild
Inhalt:  Biographie, Briefe und Schriften. Der Band enthält:
     I. Abtheilung: Biographie (S. 1–107); II. Abtheilung: Briefe (S. 108–207),
     III. Abtheilung: Frickers Schriften (S. 208–383) sowie Anmerkungen (S. 383–388)
Datierung: Vermutlich im Januar 1864 erschienen; vgl. das Ende von Fußnote [34a].
Bestand: Original in Privatbesitz
Digital vollständig unter:
     1.) Online-Ausgabe das Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München;
     Signatur: Biogr. 429g
     2.) unter http://hdl.handle.net/2027/nnc1.cr59936150 das Exemplar der Columbia      University New York
     (Die elektronische Textsuche ist in beiden Online-Ausgaben möglich.)
Rezensionen: K. Sil. (August 1864) vgl. Fußnote [34a]; Otto Zöckler (1867), vgl. den
     letzten Absatz von Fußnote [37].

Bemerkungen
a)  S. VII: Unterzeichnung der Vorrede: „Unterjesingen d[en] 4. Nov[ember] 1863 |
     K. Ehmann“; das Buch müsste im Januar 1864 erschienen sein: vgl. Fußnote [34a].
b)  Ebenfalls auf S. VII befindet sich eine Danksagung Ehmanns an die „Laupp’sche“      Druckerei, wo der Druck hergestellt wurde.
     Vgl. auch die Druckerei der Ausgabe 1927 hier. Diese Druckerei wurde im Jahre      1848 in Tübingen von Heinrich Laupp (geb. 1824) gegründet und besteht noch heute;      vgl. http://www.laupp-goebel.de/deutsch/unsereGeschichte.html
c)  Eine Voranzeige des Buchs erschien in: Evangelisches Kirchen- und Schulblatt für      Württemberg, redigiert und hg. von Karl August Leibbrand, 24. Jg., Nr. 51, Stutt-
     gart, den 20. Dezember 1863, Stuttgart: Druck und Verlag E. Greiner, S. 408, Sp. 1.
d)  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 834a, S. 105–106 mit Auflistung der Einzeltitel

 

 

 

Nr. 9  /  Heilbronn 1872 (Ehmann)


 

Abb08_Titelblatt_1872

 

Titelblatt: „Johann Ludwig Fricker, | ein Lebensbild | aus der Kirchengeschichte |
des 18. Jahrhunderts, | herausgegeben | von | Karl Chr. Eberhard Ehmann, | Pfarrer in Unterjesingen. | Heilbronn, 1872. | Albert Scheurlen’s Verlag.“

Bestand: UB Bonn; Fotokopie im Besitz des Verfassers

Bemerkungen
a)  Auf dem Einband dieser Ausgabe befindet sich im Unterschied zum hier abgebildeten      Titelblatt der Hinweis „Neue wohlfeile Ausgabe“ sowie die Wendung „Pfarrer zu      Unterjesingen“; ansonsten handelt es sich um einen Nachdruck der Ausgabe Nr. 8;      weitere Angaben siehe dort.
b)  Die Ausgabe wurde von Karl Friedrich Zöllner zitiert auf S. 580 seiner Wissenschaft-       lichen Abhandlungen, Bd. III.
c)  Vgl. Albert Erlecke (Bearb.), Die Besitz- und Firmenveränderungen im deutschen      Verlags-, Buch-, Kunst-, Musikalien- und Landkartenhandel 1750–1885, Leipzig:      Siegismund & Volkening, [Teil 1] 1886, S. 83, wo es heißt: „Osiandersche Buchh.      in Tübingen. Der theologische Verlag kommt 1872 an Albert Scheurlens Verlag in      Heilbronn […].“

 

 

 

Nr. 10  /  Stuttgart ca. 1879 oder 1897 (Ehmann)


 

Abb09_Titelblatt_ca1879

 

Titelblatt: „Johann Ludwig Fricker. | Ein Lebensbild | aus der | Kirchengeschichte des achtzehnten Jahrhunderts. | Herausgegeben | von | Karl Chr. Eberh. Ehmann, | † Pfarrer in Unterjesingen. | Stuttgart. | Verlag von J. F. Steinkopf. | (Früher bei A. Scheurlen in Heilbronn.)“

Dieses Buch ist der zweite Nachdruck der Ausgabe 1864 (Nr. 8), der später erschienen sein muss als die Ausgabe von 1872 (Nr. 9), denn letztere wird in der untersten Zeile auf dem Titelblatt als „Früher“ genannt. Ehmanns Berufsbezeichnung ist zudem mit einem Kreuz versehen („† Pfarrer in Unterjesingen“), was bedeutet, dass Ehmann zum Zeitpunkt der Buchherstellung bereits verstorben war. Da nun Ehmann am 10. Februar 1879 starb, kann diese Ausgabe nicht vor diesem Datum entstanden sein.[35]  Als Verlag ist gemeint Johann Friedrich Steinkopf in Stuttgart.

Einige Briefe aus den siebziger Jahren liegen mir noch heute vor, und sie geben zum Teil Auskunft über die Datierung des Nachdrucks. Von der „J. F. Steinkopf KG“, die ich in einem Brief vom 15. Mai 1975 nach dem Erscheinungsjahr der oben beschriebenen Aus-
gabe gefragt hatte, erhielt ich am 22. Mai 1975 die briefliche Mitteilung, dass der Nach- druck „ca. 1879“ herausgekommen sei. Der von Edmé Klett unterschriebene Brief fährt fort: „Allerdings hat der Steinkopfverlag die Rohbogen von der 2. Auflage, Heilbronn, übernommen, und nur ein neues Titelblatt drucken lassen.“ – Eine Anfrage, die ich noch- mals am 31. Januar 1977 an den Verlag Steinkopf in Stuttgart gestellt hatte, erbrachte
am 7. Februar 1977 die folgende zusätzliche Auskunft von Ulrich Weitbrecht: „Im Verlag Steinkopf sind glücklicherweise die alten ,Verlagsbücher‘ erhalten geblieben. Dort finde ich folgende Eintragung: | Ehmann, K. F. [sic]: Johann Ludwig Fricker, Lebensbild aus der Kirchengeschichte des 18. Jahrhunderts, 25 Bogen, 1863 [sic], Neuausgabe 1872 | Dieser Titel wurde mit anderen Titeln [vom Steinkopf-Verlag] übernommen. Als Bemer-
kung steht hier ,zusammen erkauft, zuerst Verlag von Osiander in Tübingen, danach von Buchhandlung Scheurlen in Heilbronn‘. Die gesamten Bemerkungen sind im Jahr 1897 [sic] notiert, laut Vertrag vom 12.10.1897, der mir allerdings heute nicht mehr vorliegt. Vom Verlag Steinkopf wurde dann dieses Werk weiterverkauft, allerdings läßt sich heute nicht mehr feststellen, wie lange der Verkauf gedauert hat. Im Jahre 1909 zumindest waren die Bände noch lieferbar.“

Diese zwei brieflichen Auskünfte widersprechen einander in gewisser Weise, denn als Datierungen des Nachdrucks sind sowohl 1879 als auch ein Verlagsvertrag von 1897 angegeben. Da jedoch ein auf den Tag datierter Verlagsvertrag in dem zweiten Brief
zitiert wird, könnte man annehmen, dass der Nachdruck wahrscheinlich frühestens 1897 erfolgte. Der im folgenden Absatz genannte Besitzervermerk Hermann Cremers scheint zwar mit dieser Annahme gut vereinbar, doch könnte ein zufälliges Zusammentreffen vor- liegen. Es muss daher einstweilen offenbleiben, ob der Nachdruck von 1879 oder 1897 stammt

Ein Exemplar dieses zweiten Nachdrucks trägt den Stempel der folgenden Bibliothek: „Theologische Schule Bethel“ (Signatur Ie 544).[36]  Unter diesem Namen war die Schule 1905 von dem Pastor Friedrich von Bodelschwingh gegründet worden; heute heißt sie nach einer Zusammenlegung „Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel - Hochschule für Kirche und Diakonie“. Dieses Betheler Exemplar des Buchs gehörte vormals dem Theologen Hermann Cremer (1834–1903), dessen handschriftlicher Be- sitzervermerk auf dem Vorsatzpapier des Buches eingetragen ist: „H[ermann] Cremer. | Stuttg[art] 10.4.[18]98.“[37]  Gegenwärtig ist diese spezielle Ausgabe von Ehmanns Fricker-Buch die einzige, die dem Verfasser bekannt geworden ist.

 

 

 

Nr. 11  /  Tübingen 1927 (Herzog)


 

Abb10_Titelblatt_1927

 

Titelblatt: „Weisheit im Staube | Ein Lesebuch der Schwabenväter: | Bengel, Oetinger, Fricker, | Philipp Matth. Hahn, | Michael Hahn | Mit einer Einführung in ihre Gedanken- welt | von | Johannes Herzog | [Verlags-Signet:] RWV | 1927 | Rainer Wunderlich Verlag in Tübingen“

Vorwort (Herausgeber):  Johannes Herzog (1860–1943 oder 1944) [38]
Seitenumfang:  XVI + 166 gezählte Seiten
Format:  ca. 188 × 126 mm (Höhe × Breite)
Druck:  S. [VI] „Druck von H[einrich] Laupp j[unio]r in Tübingen“
Bestand:  im Internet download unter http://www.archive.org/details/MN40224ucmf_3
     Fotokopie in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Enthält nicht nur Texte von Johann Ludwig Fricker, sondern auch von Friedrich      Christoph Oetinger, Johann Albrecht Bengel, Philipp Matthäus Hahn und Johann      Michael Hahn. Die Beiträge Frickers gehen aus dem Inhaltsverzeichnis des Buches
     (S. IX–XII) hervor, wobei die Texte jedoch neue Überschriften erhielten.
b)  Die Auszüge aus Frickers Briefen und Schriften beruhen auf Ehmanns Lebensbild von      1864 (Nr. 8); vgl. die Quellenangabe auf S. 155 sowie im Text die Seitenverweise.        Die Ausgabe 1927 macht jedoch weder bei Ehmann vorhandene Absätze noch über-      sprungenen Text durch Auslassungszeichen sichtbar.
c)  Die Deutsche Nationabibliothek verzeichnet: „[Ausg. 1926]“, was vermutlich auf das      Vorwort zurückgeht (siehe Anmerkung d)
d)  Zur Titelgebung des Buchs schreibt Johannes Herzog (1860–1943 oder 1944) in      seinem Vorwort (datiert auf S. XVI: „Eßlingen, im August 1926“) auf S. XIV: „Mit      seinem Büchlein ,Weisheit im Staube‘, — einem Titel, der nun auch als Ueberschrift      über diesem Buch figurieren soll, hat er [Fricker] einen kurzen Abriß einer christlichen      Ethik geschrieben, der ebenso originell wie tief ist. Lauter ,angewandte Religion‘, Ver-
     schmelzung von Glauben und Leben. Das ist wirklich ,Weisheit im Staube‘.—“
e)  Auf S. (III) nur der gedruckte Hinweis: „Der Evangelischen Gemeinde Eßlingen a. N.      [am Neckar], | welcher der Herausgeber über 21 Jahre dienen durfte, | als Abschieds-      gruß“
f)  Rezensionen:
   – John E. Mc. Fayden, [unter der Überschrift] Recent Foreign Theology. German      Theology, in: The Expository Times, ed. by A. W. Hastungs, Vol. 38, No. 6, Edin-      burgh, March 1927, S. 281
   – O[tto] G[ründler], Buchbesprechungen. Billige Büchersammlungen und Volks-      ausgaben, in: Zeitwende. Monatsschrift, hg. von Tim Klein (u. a.), 3. Jg., zweite      Hälfte, Juli bis Dezember 1927, München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung,      1927, S. 383, Sp. 1
g)  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 840a, S. 107

 

 

 

Nr. 12  /  Bietigheim an der Enz 1933


 

Abb11_Titelblatt_1933

 

Titelblatt:  „Weisheit im Staube | das ist: | Anweisung, wie man in den aller= | geringsten und gemeinsten Umständen | auf die einfältiglich leitende Stimme | Gottes bei sich achten soll. | Als ein | Versuch einer evang. Moral von | lebenden Exempeln gesammelt und zu | bleibendem Eindruck ins Kurze gefaßt | von | Johann Ludwig Fricker | treuem Lehrer bei der Gemeine zu | Dettingen unter Urach. | Neueste Auflage. Herausgegeben von einigen wahrheits= | liebenden Freunden. Bietigheim a. E., Mai 1933.“

Seitenumfang:  160 gezählte Seiten
Format:  ca. 134 × 102 mm (Höhe × Breite)
Einband:  schwarzer Einband ohne Bedruckung (siehe auch Fußnote [40])
Druck:  S. (2), unten, der Vermerk: „Druck von Wilhelm Mayer, Bietigheim (Württ.),      Turmstraße 7.“
Bestand:  Original in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Ahnlich wie dieser Druck vom Mai 1933 und der folgende vom April 1934 erschie-      nen in den 1930er Jahren mehrere Bändchen mit Nachdrucken von Schriften theologi-      schen Inhalts, die, soweit ich dies beurteilen kann, sämtlich aus derselben Druckerei      von Wilhelm Mayer [39] in Bietigheim stammen. Neben den beiden genannten Aus-      gaben von Frickers Weisheit im Staube befinden sich zwei weitere Bändchen im      Besitz des Verfassers, nämlich Friedrich Christoph Oetingers Etwas Ganzes vom      Evangelium (nach der von Ehmann 1850 herausgegebenen Ausgabe), Teil 1: Bietig-      heim 1936, 140 Seiten; 2. und 3. Teil in 1 Band: Bietigheim 1938, 128 Seiten).[40]
b)  Die Jahresangabe 1933 am Ende des Titelblatts wird infolge der kleinen Drucktypen      manchmal irrtümlich als „1955“ gelesen.
c)  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 838, S. 107 mit Hinweis auf Kriegsverlust in der 
     LB Stuttgart.

 

 

 

Nr. 13  /  Bietigheim an der Enz 1934


 

Abb12_Titelblatt_1934

 

Titelblatt:  „Weisheit im Staube | das ist: | Anweisung, wie man in den allergeringsten und | gemeinsten Umständen auf die einfältig leitende | Stimme Gottes bei sich achten soll. | Als ein | Versuch einer evangelischen Moral | von lebenden Beispielen gesammelt und | zu bleibenderem Eindruck kurz gefaßt | von | Johann Ludwig Fricker, | treuem Lehrer der Gemeinde | Dettingen unter Urach. | Herausgegeben von einigen wahrheitsliebenden  Freunden. | Bietigheim a. E., April 1934.“

Seitenumfang:  156 gezählte Seiten
Format:  ca. 148 × 105 mm (Höhe × Breite); etwas größer als die Ausgabe von 1933
Einband:  schwarzer Einband ohne Bedruckung (siehe auch Fußnote [40]);
     versehen mit zwei gelben Lesebändchen
Bestand:  Original in Privatbesitz

Bemerkungen
a)  Vgl. zu dieser Ausgabe auch die Fußnoten [39] und [40].
b)  Der Seitenumbruch ist gegenüber der Ausgabe Bietigheim Mai 1933 (Nr. 12) leicht      verringert, während die Textmenge dieselbe geblieben ist. Die auf der letzten Seite
     (S. 160) der früheren Ausgabe angezeigten Druckfehler sind berichtigt, doch sind      andere kleine Abweichungen feststellbar.
c)  Die Jahresangabe 1934 am Ende des Titelblatts wird infolge der kleinen Drucktypen      manchmal irrtümlich als „1954“ gelesen.
d)  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 839, S. 107 mit Hinweis auf Kriegsverlust in der      LB Stuttgart.

 

 

 

Nr. 14  /  Metzingen 1963


 

Abb13_Titelblatt_1963

 

Titelblatt:  „JOHANN LUDWIG FRICKER | Weisheit im Staube | Das ist eine Anwei- sung, wie man in den | allergeringsten und einfachsten Umständen | auf die einfältig leiten- de Stimme Gottes in | sich achten soll, als Versuch einer evangeli- | schen Sittenlehre von lebenden Vorbildern | gesammelt und zum bleibenden Eindruck | kurz zusammengefaßt | [Verlags-Signet:] f | VERLAG ERNST FRANZ METZINGEN / WÜRTT.“

Herausgeber (sowie Einführung u. Anm.): Dr. theol. J[ulius] Roessle [1901–1975]
Seitenumfang: 162 gezählte + 2 ungezählte Seiten
Reihe: „Zeugnisse der Schwabenväter“, hg. von Julius Roessle (siehe oben), Band V
Impressum auf S. (4):  „Copyright 1963 Franz-Verlag“
Format:  ca. 195 × 130 mm (Höhe × Breite)
Druck: Buchdruckerei Ernst Franz, Metzingen
Einband: Ganzleinen mit zweifarbigem Schutzumschlag
Bestand:  Mälzer (wie Fußnote [28]), Nr. 840, S. 107; Original in Privatbesitz

 

 

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Anmerkungen zu Teil 2

[27]  Ludwig Christoph Huzelin, geb. am 15. November 1725 in Besigheim [nicht Benigheim]; mag[istrierte] am 27. Oktober 1745. Pf[arrer] in Erkenbrechtsweiler seit 1755; in Steinenbronn seit 1760; in Schnaitheim seit 1769; gest. in Schnaitheim am
15. Nov. 1783, zugleich sein 58. Geburtstag. (Quelle: Generalmagisterbuch 278b, 4 im Landeskirchlichen Archiv Stuttgart.) – Huzelin verfasste eine Reihe von Briefen in der sogenannten Zirkular-Korrespondenz evangelischer Geistlicher (Rundbriefe; Württem-
bergische Landesbibliothek Stuttgart), woran auch Fricker von 1763 bis zu seinem 1766 erfolgten Tode teilnahm; vgl. in dem Zitat aus Ehmann den Ausdruck „Roos’sche Corres-
pondenten“, unter die Fricker nach dem Tod des Stuttgarter Waisenhauspfarrers Georg Leonhardt Seitz [Seiz] (gestorben am 12. Dezember 1762 in Stuttgart) aufgenommen worden war. Den Vorschlag zu dieser Aufnahme machte Huzelin im Postcriptum eines Zirkular-Briefes , den er am 1. Februar 1763 abschickte: „Sollten [möglicherweise auch „Wollten“] wir nicht statt des seel[igen] Seizen den l[ieben] Fricker in Dettingen in un-
s[ere] Corresp[ondenz] herein nehmen?“ (S. 768; ganzer Brief 767–768). – Da dieser Vorschlag Zustimmung fand, erhielt Fricker die Korrespondenz am 23. April 1763 und sandte sie am 25. April 1763 zusammen mit seinem ersten Brief (S. 780–782) weiter. Frickers achter und letzter Brief in der Zirkular-Korrespondenz (S. 938–939), der auch mehrere Bemerkungen über seine Krankheit enthält, muss zwischen dem 21. Juli und
10. August 1766 geschrieben sein, da sich diese zwei Daten aus dem vorangehenden Brief von Carl Heinrich Rieger aus Stuttgart (S. 935–937) wie dem auf Frickers Beitrag folgenden Brief von Johann Zacharias Stänglin aus Beuren (S. 940) erschließen lassen. Ehmanns Datierung von Frickers letztem Brief in der Zirkular-Korrespondenz (Ehmann, Johann Ludwig Fricker, Tübingen 1864, S. 204–206; hier 42. Brief, S. 204: „zw. Mai und Aug. 1766“) lässt sich daher zeitlich noch etwas einengen. – Vgl. zu Huzelin auch Fußnote [3] und [4].

[28] Gottfried Mälzer (Verfasser u. Bearbeiter), Die Werke der württembergischen Pietisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Verzeichnis der bis 1968 erschienenen Lite- ratur, Berlin u. New York: de Gruyter, 1972, Reihe: Bibliographie zur Geschichte des Pietismus, Bd. 1 (Online-Teilausgabe).

[29] Auf der Vorderseite des Vorsatzpapiers dieses Exemplars von 1775 ist in kleiner alter Handschrift als Besitzer eingetragen „Pf. Liesching“, was als „Pfarrer Liesching“ aufzulösen sein dürfte.

[30]  Vgl. Heiner Keller, Nächste Ausstellung schon gesichert, in: Reutlinger General-
Anzeiger
vom 7. August 2008 (Webseite). Hier heißt es: „Bis es soweit ist, muss Karl Ebinger den Ausstellungsmacherinnen allerdings noch vieles erzählen. Der 68-Jährige war von 1963 bis 1970 Lehrer an der Grundschule Gniebel-Dörnach und dann bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 Grundschullehrer in Altenriet.“

[31]  „Michelianer“, auch „Hahn’sche Gemeinschaft“ genannt, sind die Anhänger des württembergischen Pietisten Johann Michael Hahn (1758–1819). Zu Immanuel Gottlieb Kolb (1784–1859), vgl. den Aufsatz Immanuel Gottlieb Kolb und der Dagersheimer Pietismus von Günther Scholz (Webseite). – Erwähnenswert ist in diesem Zusammen- hang, dass W[ilhelm] F[riedrich] Stroh, der das Werk Die Lehre des württembergi- schen Theosophen Johann Michael Hahn (Stuttgart: J. F. Steinkopf, 1859, 598 S.) verfasste, bereits im ersten Satz der Vorrede auf S. (7) nicht nur I. G. Kolb, sondern auch K. Chr. E. Ehmann als Anreger seines Buchs hervorhebt. 1965 erschien der Titel im selben Verlag in 4. Auflage (Nachdruck der Ausgabe von 1859). – Dagersheim, wo Kolb wirkte, wurde 1971 zu Böblingen eingemeindet; vgl. Webseite.

[32]  Vgl. Heinz Dietrich Metzger, Gesangbücher in Württemberg. Drucker und Ver- leger, auf der Webseite http://www.wlb-stuttgart.de/referate/musik/gb/db.html, © 2005 Württembergische Landesbibliothek Stuttgart; hier „Landbeck“ unter „Böblingen“.

[32a]  Im Juni 2011 konnte ich ein Exemplar dieses Frickerschen Buches von 1830 über „Booklooker“ antiquarisch erwerben, welches dem vorstehend beschriebenen Buch ins-
gesamt gleicht. Da die Vorbesitzer-Vermerke des gekauften Exemplars ein Hinweis auf die Kirchengeschichte Württembergs sind, seien sie im Folgenden zitiert. Es handelt sich hierbei um einen handschriftlichen, wohl mit Tinte von nur 1 Person geschriebenen Ein-
trag, welcher auf der Innenseite des vorderen, mit hellblauem Papier beklebten Einband-
deckels des Pappbandes steht: „Gehörig Friedrich | Daubenschmid | und | Rebecka  Zupin, | Fellbach 1847.“ (Weitere und zum Teil schwer leserliche Einträge, welche Inhalt-
liches betreffen, zeigt die mit Bleistift beschriftete Innenseite des hinteren Einbanddeckels.) Bei dem Erstgenannten (auch der Schreibweise „Daubenschmied“ begegnet man anderen Orts) handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Vorsteher der noch heute in Stuttgart-Fellbach ansässigen „Hahn’schen Gemeinschaft“, der am 8. April 1811 in Fell-
bach geboren wurde und am 7. Juli 1887 verstarb. Vgl. Die Hahn’sche Gemeinschaft. Ihre Entstehung und seitherige Entwicklung. Mit einer Reihe von Lebensbildern,
I. und II. Band; Zweite erweiterte Auflage, Stuttgart-S[üd], Paulinenstraße 21: M[ichael] Hahn´sche Gemeinschaft, 1949 u. 1951; hier in Bd. 2 (1951) das Lebensbild Friedrich Daubenschmid (S. 142–152). (Ein Scan dieses Aufsatzes wurde mir dankenswerter-
weise von Herrn Dipl.-Ing. Hermann Kuder in Reutlingen überlassen; Herrn Reinhard Breymayer, Ofterdingen, bin ich für verschiedene Literaturquellen zu Fellbach und der „Hahn’schen Gemeinschaft“ sowie für persönliche Verbindungen verpflichtet.) – Vgl. im selben Werk (Bd. 1, 1949, S. 277–282) den Abschnitt Elisabeth Margarete Dauben-
schmid
mit einer Biografie der Mutter, aus welcher unter anderem hervorgeht, dass ihr Sohn Friedrich Daubenschmid unverheiratet blieb (S. 281). – Wer Rebecka Zupin war, entzieht sich vorerst meiner Kenntnis, doch bildet das Jahr 1847, seit dem Daubenschmid „auf den Rat der Brüder mit zwei Gemeindeschwestern“ einen Haushalt führte, möglicher-
weise einen Zusammenhang (siehe Bd. 2, 1951, S.146).

Aus dem Landeskirchlichen Archiv Stuttgart erhielt ich im August 2011 neben einer brief-
lichen Mitteilung drei Readerprint-Kopien, die weitere Erkenntnisse erbrachten, darunter die Vervollständigung von Daubenschmids Vornamen. Diese Dokumente bezogen sich zum einen auf die Eltern (Bd. I, S. 298, Signatur: KB 374, Bd. 22), zum andern beson-
ders auf Daubenschmids Geschwister (1811, Signatur: KB 370, Bd. 5, eingestempelt je-
weils „Fellbach“), wobei unter anderem die Verehelichungen der namentlich Genannten angezeigt wurden. In letzterer Quelle wurden auch Friedrich Daubenschmids vier Ge-
schwister aufgeführt: Drei Schwestern gingen ihm voraus (geb. 1801, 1804 und 1807), ein Bruder wurde nach ihm geboren (1816). Derselben Quelle zufolge war Friedrich Daubenschmid nicht verheiratet gewesen. Anhand beider Dokumente ließen sich die aus der Literatur bekannten Geburts- und Sterbedaten Friedrich Daubenschmids bestätigen oder erweitern; dasselbe gilt auch für seine Eltern. Ein Famlienregistereintrag zu Christian
Friedrich Daubenschmid fand sich indes nicht. (Herrn Tobias Tiesler sei gedankt für seine
Recherchen und freundlichen Auskünfte.)

Durch die Mitgliederliste der frühen Pietisten-Gemeinschaft in Fellbach (S. [1]–[14], Nr. 1–168) im Anhang einer Dissertation ließen sich die Lebensdaten von Friedrich Dau-
benschmids Eltern zusätzlich belegen (S. [4], Nr. 24 und 25); Mutter: Daubenschmid, Elisabetha Margaretha, geborene Schmid (* 2. Juni 1776, † 6. Januar 1858), Vater: Simon Daubenschmid [von Beruf Weingärtner] (* 4. März 1776, † 30. März 1825), Eheschließung: 1. Mai 1800. Vgl. dazu Hans-Volkmar Findeisen, Pietismus in Fellbach 1750–1820 zwischen sozialem Protest und bürgerlicher Anpassung. Zur historisch-
sozialen Entwicklungsdynamik eines millenaristischen Krisenkults
. Dissertation der Fakultät für Kulturwissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Tübingen 1985; zu Friedrich Daubenschmid siehe hier auch S. 256. (Hinweis: Reinhard Breymayer,
Ofterdingen.)

Daubenschmid stand unter anderem mit Christian Friedrich Spittler (1782–1867), dem
in Württemberg und etwa 45 km westlich von Fellbach geborenen Sekretär der Basler Christentumsgesellschaft, in brieflicher Verbindung, wie aus folgendem Buch hervorgeht: Johannes Kober, Christian Friedrich Spittler’s Leben, Basel: Pilgermissions-Buchdru-
ckerei auf St. Chrischona bei Basel, X. 1886 (veröffentlicht offenbar 1887); hier S. 319 über „Bruder F[riedrich] Daubenschmid in Fellbach“: Überprüfung eines nach einem Brand wiedererrichteten Gutshofes auf der Pfingstweide (Online-Ausgabe). – Archivalien über Spittler / Daubenschmid befinden sich im Staatsarchiv Basel-Stadt. Vgl. auch Rein-
hard Breymayer, Hölderlin - Majer - Spittler - Bahnmaier. Ein „gehorsamer Sohn“, [Friedrich] Hölderlins und J[onathan]. F[riedrich]. Bahnmaiers Stiftsgenosse
Fritz Spittler, und ein „verlorener Sohn“, Hölderlins und C[hristian]. F[riedrich]. Spittlers gemeinsamer Vetter Louis Majer. Mit einem unbekannten Gedicht (Höl-
derlins?) und neuen Dokumenten zum Enfant terrible einer württembergischen Pfarrfamilie [d. i. Louis Majer]
, in: Blätter für württembergische Kirchengeschich-
te,
Bd. 82 (1982) [1983], S. 254–328 (mit umfangreichen genealogischen Nachweisen
und Literatur zu Christian Friedrich Spittler, seinem Bruder Fritz und seinem Schwager
J. F. Bahnmaier).

[33]  Punkt am Ende der Zeile in Analogie zur Ausgabe 1820 gesetzt, da ein solcher möglicherweise vorhanden ist, durch den Stempelabdruck jedoch unsichtbar wurde.

[34]  Eine Anfrage bei dem noch heute in Reutlingen bestehenden Verlag Fleischhauer & Spohn verlief ohne Ergebnis. Zwar war der Titel in den Archivlisten noch zu finden, doch ein Exemplar des Büchleins liegt auch beim einstigen Verlag heute nicht mehr vor. – Für freundliche Auskünfte ist Frau Gabriele Beintner sowie dem Verlagsleiter, Herrn Thomas Bez, zu danken (E-Mails am 26. Mai und 8. Juni 2009).

[34a]  K. Sil. [Rezensent], in: Theologisches Literaturblatt, begründet von Dr. Ernst Zimmermann, fortgesetzt von seinem Bruder Dr. Karl Zimmermann, 41. Jg., Nr. 67
[S. 397–404], Darmstadt: Verlag Eduard Zernin (Druck: Chr. Fr. Will), Darmstadt, 22. August 1864, S. 400–402 (die Verfasserschaft ist im unpaginierten Register am Ende
des Bandes nicht aufgelöst, wenngleich in dem Jahrgang 1864 die Kürzel „K. Sil.“ noch verschiedentlich in Erscheinung tritt). Der gesamte Band ist online einsehbar hier. Eine Anzeige des Fricker-Buchs von Ehmann geht im selben Jahrgang der Zeitschrift in der Theologischen Bibliographie voraus, die sich in Nr. 7 [S. 37–44] (Darmstadt, 26. Ja-
nuar 1864, S. 44) befindet. Man darf daher davon ausgehen, dass das genannte Buch über Fricker im Januar 1864 erschien, denn die Vorrede wurde von Ehmann auch mit dem 4. November 1863 datiert, und eine Voranzeige erschien am 20. Dezember 1863: vgl. „Bemerkungen“ a) und c) zu der Ausgabe Tübingen 1864.

[35]  Vgl. auch die Angaben zu Ehmann in Fußnote [1]; demnach war Ehmann seit 1875 Pfarrer in Kirchentellinsfurt. Die Zeile der Titelseite dieser Ausgabe mit dem Zusatz „Pfarrer in Unterjesingen“ wurde vielleicht nur irrtümlich von der Erstausgabe 1864 oder dem ersten Nachdruck 1872 übernommenm während Ehmann zuletzt Pfarrer in Kirchen- tellinsfurt war. Zur Anfrage in Kirchentellinsfurt am 9.6.2009 vgl. Fußnote [1].

[36]  Für verschiedene Nachforschungen im März und April 2011, welche die in Bethel vorhandene Ausgabe des Druckes von Ehmanns Buch betreffen, ist Andreas Nicke, Bibliothek der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, vielmals zu danken.

[37]  Ein Vergleich der Handschrift des Besitzervermerks in Ehmanns Buch mit einem bereits identifizierten Brief Hermann Cremers (Scan), der nur einen Monat früher ge- schrieben war, wurde Anfang April 2011 vorgenommen. Zum Vergleich diente ein Brief Hermann Cremers aus der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin, die mehre- re Briefe Cremers besitzt (vgl. den Kalliope-Katalog). Gerichtet war dieser mit „Greifs- wald, 9. März 1898“ datierte Brief Cremers an den württembergischen Theologen und Philologen Richard Weitbrecht (1851–1911). In beiden Schriftstücken, die somit auf den 9.3.1898 bzw. 10.4.1898 datiert sind, wiederholten sich die Eigenheiten der Handschrift in so auffälliger Weise, dass man von ein und demselben Schreiber ausgehen darf. (Für ihre Unterstützung ist Gabriele Stefanski, Berlin, Kalliope Verbundkatalog für Nachlässe und Autographen an der Staatsbibliothek Berlin, zu danken.) – Von Hermann Cremer stammt jedenfalls auch der Artikel Collenbusch, Dr. Samuel, in: Realencyclopaedie
für protestantische Theologie und Kirche
, hg. von Albert Hauck, 3. verbesserte und vermehrte Auflage, Bd. 4, Leipzig: J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, 1898, S. 233–241, wobei er jedoch unter anderem als Quelle auf S. 236, Zeile 29–30 die Erstausgabe (1864) von Ehmanns Fricker-Buch nennt. Vgl. ebenso Hermann Cremer (Hg.), Aus dem Nachlaß eines Gottesgelehrten. Aufsätze, Briefe und Tagebuchblätter von Samuel Collenbusch, Stuttgart: Steinkopf, 1902, 340 S.

Weitbrecht, der einer so verzweigten wie kulturell bedeutenden württembergischen Familie angehörte (vgl. den gleichnamigen Wikipedia-Artikel), hatte in Tübingen unter anderem Theologie studiert und wirkte zunächst in Mähringen bei Ulm, seit 1893 als Pfarrer in Bad Wimpfen. Er verfasste zahlreiche Bücher, in denen er sich besonders mit der schwäbischen Sprache auseinandersetzte und Nachdichtungen der mundartlichen Literatur schuf.

Hermann Cremer wurde 1883 Rektor der Greifswalder Universität, nachdem er unter anderem in Tübingen bei dem Württemberger Johann Tobias Beck (1804–1878) Theo- logie studiert hatte und sich vom Pietisten zum Biblizisten gewandelt hatte (Biblisch-theo- logisches Wörterbuch, zuerst 1867). Im Rahmen seines Studiums könnte er daher sehr wohl von dem württembergischen Pietismus des 18. Jahrhunderts gehört haben und be- einflusst worden sein, so wie sein Lehrer Beck sich auch mehrfach auf Oetinger bezog. Cremer wurde der Kopf der sogenannten „Greifswalder Schule“, zu der unter anderen Otto Zöckler (1833–1906) gehörte. Zöckler ging mehrfach in seinen Schriften auf Oetin- ger ein, wobei er auch Fricker streifte. Ausführlicher schrieb Zöckler jedoch über Fricker in seiner Besprechung des 1864 erschienenen Lebensbild Frickers von Ehmann: Vgl. [Otto] Zöckler (Gießen), [Rezension in der Rubrik] Anzeige neuer Schriften, in: Jahr- bücher für Deutsche Theologie, hg. von [Karl Theodor Albert] Liebner u. a. (Dresden), Bd. 12, Gotha: Verlag von Rud. Besser, 1867, S. 373–375 (Online-Ausgabe). Zöckler verweist hier gleich zu Beginn auf den großen Aufsatz Die theologische Bedeutung
J. A. Bengel’s und seiner Schule
von Hermann Freiherr von der Goltz [1835 bis 1906] (in: Jahrbücher für Deutsche Theologie [etc.], Bd. 6, 1861, S. 460–506; hier S. 502 zur Rolle Frickers). Ebenso benannte Karl Friedrich Zöllner (1834–1882), der auch mit August Krohn in Halle an der Saale sowie mit wie Zöckler korrespondierte und diese zitierte, Fricker bei seiner Behandlung der Theorien über die vierte Dimension (vgl. hier;
S. 598 ff. zu O. Zöckler; zu Oetinger und Fricker passim).

[38]  Auf Anfrage teilte mir Dr. Joachim Halbekann im April 2011 aus dem Stadtarchiv in Esslingen freundlicherweise mit, dass Herzog zunächst Pfarrer in Gerlingen war, dann 1909–1921 3. Stadtpfarrer und 1921–1926 2. Stadtpfarrer in Esslingen (hierarchisch über ihm stand noch der Dekan). Herzog trat 1926 zurück und verstarb 1944. Als Quelle für diese Informationen diente Otto Schuster, Kirchengeschichte von Stadt und Bezirk Esslingen, Stuttgart 1946, S. 321 f.

Aus dem Generalmagisterbuch im Landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche
in Stuttgart machte mir Andreas Butz, M. A. im April 2011 einen Scan zugänglich, der besagt, dass Johannes Herzog am 11. Juli 1860 in Stuttgart geboren wurde und am 10. Oktober 1943 in Eßlingen verstarb (Todeszeitpunkt handschriftlich nachgetragen in dem grundsätzlich maschinenschriftlichen Buch). Herzog wurde von 1904 an 4., dann 3. und schließlich 2. Stadtpfarrer in Eßlingen, wo Herzog auch wohnte und 1926 pensioniert wurde. – Freundliche Auskünfte von Andreas Butz, M. A., Stuttgart. Eine Personalakte über Herzog wird in dem genannten Stuttgarter unter der Signatur 1053 in Bestand A 127 verwahrt.

[39]  Über die Person von Willhem Mayer erhielt ich Auskünfte sowohl aus dem Stadt-
archiv Bietigheim-Bissingen wie dem Stadtarchiv von Marbach am Neckar, die im Fol-
genden wiedergegeben seien:

Eine Anfrage im Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen erbrachte am 2. Juli 2009 (E-Mail)
von Sonja Eisele die folgende Antwort: „[…] leider konnte ich trotz intensiver Recherche
in unseren Beständen und Nachfrage bei verschiedenen ,Altbietigheimern‘ nicht sehr viel ermitteln. Hier die wenigen Informationen: [Absatz] Wilhelm Mayer, geboren 21.8.1904, wohnte, wie sein gleichnamiger Vater (der Vater war aber Holzbildhauer), in der Turm- straße 7. Im Adressbuch 1927 und 1935 wird er als ,Buchdrucker‘, Turmstraße 7 geführt. 1938 heiratete er eine Frau aus Marbach und zog vermutlich nach Marbach. Über sein weiteres Leben ist uns nichts bekannt. Laut mündlicher Überlieferung hatte
er eine Handdruckmaschine. Eine ,richtige‘ Druckerei Wilhelm Mayer gab es nie. Mög- licherweise hat er mit seiner Handdruckerei kleinere Auflagen gedruckt. Es ist aber nichts darüber bekannt, was er gedruckt hat. Es ist auch nicht bekannt, daß er evtl. in einer hiesigen Druckerei (davon gab es nur 3 oder 4) gearbeitet hat. Ich habe auch beim ,Jakob-Lorber-Verlag‘ in Bietigheim (der theosophische Werke - u. a. Swedenborg, Jakob Lorber, Mayerhofer verlegt), nachgefragt: auch dort war nichts über Wilhelm Mayer bekannt bzw. er hat dort nicht als Drucker gearbeitet. [Absatz] Von den Befrag- ten wusste auch keiner etwas über evtl. Beziehungen von Wilhelm Mayer zu pietistischen Kreisen.“ (Freundliche Auskünfte von Frau Sonja Eisele, Stadtarchiv Bietigheim-Bissin- gen, E-Mail am 2. Juli 2009.)

Nach Informationen des Stadtarchivs von Marbach am Neckar wurde der Schriftsetzer Wilhelm Mayer am 21. August 1904 in Steinheim an der Murr [etwa 6 km nordöstlich von Marbach] geboren und starb am 4. Februar 1977 in Ludwigsburg. Mayer heiratete am 23. Juni 1938 in Marbach am Neckar Elise Bertha, geborene Valet (geboren am
7. März 1894). Im Jahr der Eheschließung zogen Wilhelm Mayer und die Marbacherin Elise Bertha nach Marbach in die Haffnerstraße 26. Zuvor war Mayer in Bietigheim an der Enz wohnhaft. Ab 1950 zogen er und seine Frau zusammen in die Fischerstraße 5 in Marbach; Elise Bertha übersiedelte nach dem Tode ihres Ehemanns nach Oberstenfeld [ca. 8 km nördlich von Steinheim]. (Aufgrund freundlicher Auskünfte von Frau Laura Kienle, Stadtverwaltung Marbach am Neckar, Stadtarchiv, E-Mail am 15. April 2011.)

[40]  Alle diese kleinformatigen Bücher sind in eine Art schwarz lackiertes Ganz- oder Halbleinen mit Fadenbindung eingebunden und tragen keinerlei Beschriftung auf ihrem Einband. Auch ist auf jedes Inserieren anderer Titel verzichtet.

In Oetingers Etwas Ganzes vom Evangelium (2. und 3. Teil, Bietigheim 1938), das
sich im Besitz des Verfassers befindet, sind auf dem Vorsatzblatt folgende handschriftliche Zeilen zu lesen: „Widmung | an | Herrn Dekan Gruber | Karfreitag 1948, 26.3.48 | [Quer- strich] | W. Mayer, Marbach, Fischerstr. 5“ Da Wilhelm Mayer ab 1950 unter dieser Marbacher Adresse gemeldet war (siehe den letzten Absatz von Fußnote [39]), stammte das Buchgeschenk im Jahre 1948 vermutlich von ihm. Empfänger des Geschenks war der in Marbach lebende Dekan Otto Gruber (1896–1970), der im Nationalsozialismus ein Vertreter der „Bekennenden Kirche“ war und dessen Nachlass im Landeskirchlichen Archiv in Stuttgart verwahrt wird. Zu Gruber vgl. Hermann Schick, Dekan Gruber: Ab- riss seines Lebens und seiner Tätigkeit in Marbach 1936–1960. Kirchengeschichte einer württembergischen Kleinstadt im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 106 (2006), S. 339–349.

 

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Erste Eingabe ins Internet:  12. Mai 2011
Mehrere Nachträge. Letzte Ãnderung:  Sonntag, 13. Mai 2012

© 2011 Herbert Henck