Thalheimer III

 

Else Thalheimer

Ein Lebensweg von Köln nach Tel Aviv


Teil 3

 

von
Herbert Henck

 

 


Teil 1

               Einleitung
Kap. 1:    Herkunft und Familienverhältnisse
                       Else Thalheimer
                       Salo B. Lewertoff
Kap. 2:    Gymnasium. Studien in Bonn, München und Köln
Kap. 3:    Die Kölner „Gesellschaft für neue Musik“
               Anmerkungen zu Teil 1


Teil 2

Kap. 4:    Das Buch „Von neuer Musik“
                       Die Entstehung des Buchs
                       Zur Geschichte und Arbeit des Marcan-Verlags
                       Die drei Herausgeber und der Verleger
                       Der Briefwechsel mit Ferruccio Busoni
                       Die Veröffentlichung, ein Verlagskatalog und ein Inserat
Kap. 5:    Fritz Jacob Marcan
               Anmerkungen zu Teil 2


Teil 3

Kap. 6:    „Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr“ und „Jüdische Kunstgemeinschaft“
                       Paul Hindemith
Kap. 7:    Auswanderung, Leben in Palästina, Israel und den USA
                       Emigration. Hubermans „Palestine Symphony Orchestra“ (1935–46)
                       Europareise (1947–48)
                       Amerika, erster Aufenthalt (1953–64)
                       Ein letzter Besuch in Köln (1963)
                       Rückkehr nach Israel (1964–65)
                       Amerika, zweiter Aufenthalt (1965–71)
                       Letzte Jahre in Israel (1971–87)
Kap. 8:    Else Thalheimers Publikationen
Kap. 9:    Chronologie Else Thalheimer (Else Lewertoff)
               Anmerkungen zu Teil 3


Abbildungen

Abb. 1:    Else Thalheimer
Abb. 2:    Shlomo Baruch Lewertoff
Abb. 3:    Aus dem Katalog des Verlags von F. J. Marcan
Abb. 4:    Inserat des Porzellangeschäftes von Jacob Marcan


Ausführlichere Informationen über einzelne Personen

               Busoni, Ferruccio (Briefwechsel 1924 mit Marcan-Verlag)
               Grues, Heinrich Franz
               Hindemith, Paul
               Kruttge, Franz Erich Gerhard Eigel
               Lewertoff, Gad Menahem
               Leyendecker, Herbert Wilhelm Georg
               Schönberg, Arnold (Briefwechsel 1923–24 mit Marcan-Verlag)
               Wedig, Hans Josef


Dank

 

 

 

 

Kapitel 6
 „Jüdischer Kulturbund Rhein-Ruhr“ und „Jüdische Kunstgemeinschaft“


Über ihre Tätigkeit im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ sowie in der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ in Köln schreibt 1974 Else Lewertoff stichwortartig:

    „Nach Gründung des Jüdischen Kulturbundes bei Ausbruch der Nazizeit Beru-
    fung als geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Beauftragt mit dem Aufbau der Musikabteilung, Rhein-Ruhr. Maßgeblich beteiligt an der Gründung des Frank-
    furter Kulturbund-Orchesters unter Wilhelm Steinberg. Zwischendurch Leiterin künstlerischer Veranstaltungen im Rahmen der jüdischen Kunstgemeinschaft, Köln.“ [232]

Über den „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ informiert am ausführlichsten der kennt-
nisreiche Aufsatz Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941 von Elfie Pracht.[233]
Hierbei werden sowohl Else Thalheimer wie Salo Lewertoff als Vorstandsmitglieder des Kulturbundes genannt.[234]  Von Salo Lewertoff wurden auch einige Fotos in
den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ veröffentlicht.[235] Außer Thalheimers Anregung eines Aufsatzes von Joachim Stutschewsky über jüdi-
sche Musik, die sich in einer Veröffentlichung des jüdischen Kulturbunds niederschlug, ließ sich nur wenig über die eigentliche Arbeit Else Thalheimers und Salo B. Lewertoffs in dieser Einrichtung in Erfahrung bringen, zumal beide Ende 1935 emigrierten.[235a] Meine Quellenlage ist insgesamt etwas besser hinsichtlich der ebenfalls in Köln ansäs-
sigen „Jüdischen Kunstgemeinschaft“, auch wenn diese eine kleinere, lokale Einrichtung gewesen zu sein scheint und daher weitaus weniger bekannt ist als der in zahlreichen Großstädten Deutschlands vertretene „Jüdische Kulturbund“.

Zu dem mir Auffindbaren gehörte freilich ein Brief von Else Thalheimer, der auf Brief-
papier des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ steht und heute im Internet zugänglich ist.[235b]  Gerichtet ist das maschinenschriftliche und handsignierte Schreiben [235c] an den Komponisten und Rechtanwalt Dr. Max Kowalski (1882–1956) in Frankfurt am Main.[235d]  Kowalski hatte sich am 3. März 1934 offenbar um eine Aufführung seiner Lieder im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ bemüht; Else Thalheimer antwor-
tete ihm am 13. März 1934, bestätigte seine Zuschrift und versprach, dass seine Lieder
„bei sich bietender Gelegenheit“ im Programm berücksichtigt würden. Sein Name sei seit langem ein „fester Begriff“, und sein Liedschaffen sei „in grossem Umfang bekannt“.
Über eine Aufführung werde man ihn gerne verständigen. – Möglicherweise zerschlu-
gen sich diese Pläne, Lieder von Kowalski in das Programm aufzunehmen, denn in der Durchsuchung des zuständigen Online-Katalogs wurde von Kowalski nur eine Auffüh-
rung in Berlin genannt.[235e]

Im Dezember 1934, also im Vorjahr von Else Thalheimers und Salo B. Lewertoffs Heirat und ihrer Emigration nach Palästina, wurde in den Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ eine Inszenierung angezeigt, an der beide an prominenter Stelle künstlerisch teilhatten. Es handelte sich hier um Paul Hindemiths musikalisches Bühnenspiel für Kinder Wir bauen eine Stadt (1930), das von der „Jüdischen Kunst-
gemeinschaft“ Kölns im „Chanukkah-Monat“ [236] veranstaltet wurde und am 19. und
20. Dezember 1934 stattfand.[237]  Ort der Veranstaltung war der „Weiße Saal“ der „Bürgergesellschaft“ in Köln, Eingang Röhrergasse, nahe dem Appellhofplatz.[238] Das Inserat nannte Salo Lewertoff für Inszenierung und verbindende Texte, die choreo-
graphische Leitung hatte Grete Keller [239], die Leitung der Dekorationsgruppe Flora Jöhlinger,[240] die der Sportgruppe Hilde Hirsch-Stern. Für die Begleitung der Tänze war Betty Marcus (Markus) verantwortlich, Berta Sander hatte die Kostüme entwor-
fen; die musikalische Leitung oblag Kurt Heinemann.[241]  Hinzu kamen über einhun-
dert Kinder sowie ein Kinder-Orchester. Else Thalheimer hatte die Gesamt-Leitung
der Veranstaltung. – Neben diesem Inserat hat sich auch ein Blatt über die Aufführung erhalten, vermutlich ein Programmblatt, aus dem ebenso wie aus der im nächsten Ab-
satz genannten Besprechung hervorgeht, dass in dieser Veranstaltung das Orchester
der „Jawne“ spielte.[242]  Bei der Kölner „Jawne“ handelte es sich um das einzige jüdische Gymnasium im Rheinland; es bestand seit 1919 und wurde 1941 von den Na-
tionalsozialisten aufgelöst. Viele Schüler sowie sein Direktor Erich Klibansky wurden 1942 nach Minsk deportiert und dort ermordet.[243]  Die Aufführung war, so eine
Rezension am 4. Januar 1935 in der C. V.-Zeitung [C. V. = Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens], auf Else Thalheimers Initiative zurückzuführen. Von Salo Lewertoff stammten „zusätzliche Gesangstexte, eine Anzahl Sprechszenen und eine verbindende Ansage“.[244]  Derselben Besprechung war zu entnehmen, dass die „Jüdische Kunstgemeinschaft“ mit dieser Hindemith-Veranstaltung „erstmalig vor die große Öffentlichkeit“ trat.

Über diese Kunstgemeinschaft ließ sich freilich zunächst nur wenig in Erfahrung bringen, und die genannte Hindemith-Aufführung im Dezember 1934 stand anfangs völlig allein. Ein Inserat, in dem es aber nicht um eine Aufführung ging, informierte die Leser der Mitteilungen zunächst im Februar 1937: „Denken Sie beim Einkauf Ihrer Geschenke an die | Verkaufsstelle der Jüdischen Kunstgemeinschaft | am Domhof 2, I. Etage (Callmann) | Samstags geschlossen!“ [245]  Wer hier mit „Callmann“ gemeint ist, ist derselben Anzeigenseite zu entnehmen, wo es in einem Inserat rechts, direkt über der Anzeige der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ heißt: „Callmann  |  Damenmoden  |  Köln Domhof 2 Ruf 22 52 71“. Dabei kann nicht gesagt werden, ob das Geschäft der Kunstgemeinschaft über Räumlichkeiten verfügte, die in das Bekleidungsgeschäft Callmann einbezogen waren oder nur in der ersten Etage jenes Hauses lagen, in dem das Bekleidungsgeschäft seinen Sitz hatte. – In der Juni-Ausgabe der Mitteilungen von 1937 erschien wiederum ein Inserat, das dem ersten inhaltlich vergleichbar ist: „Geschenke geschmackvoll | und billig | finden Sie in der | JKU | Jüdische Kunstge-
meinschaft Köln | Am Hof 23 / I“ [246]. Beide leicht erreichbare Adressen („Domhof“ bzw. „Am Hof“) liegen unweit des Kölner Doms im selben Häuserblock. Ein Aufsatz von Flora Jöhlinger („F. J.“) stellte die Initiative in der Jüdischen Rundschau am 15.
Juni 1937 vor.[247]  Schließlich gab es am Nachmittag des 24. November 1937 eine „Schülervorführung der Musik- und Gymnastikgruppe“ im „Gemeindehaus“, von der sich ein Programm erhalten hat.[248]

Else Lewertoff schrieb später über die Hindemith-Aufführung und die Bearbeitung des Textes:

    „Der Komponist, gegen den in jenen Tagen gerade die unrühmlichst bekannt gewordene Hetzcampagne einsetzte, gab nicht nur seine Einwilligung zu einer Umarbeitung des Textes, die S. B. Lewertoff, mein verstorbener Mann[,] vor-
    genommen hatte, und in der die Neue Stadt nach Palästina verlegt wurde, son-
    dern schrieb für uns sogar eine Zwischenaktmusik, die es uns ermöglichte, die Oper auf zwei Akte auszudehnen. Diese Geste ist umso bewundernswerter[,]
    als Hindemith, der selber ein unanfechtbarer Arier war, sich durch sie ausser-
    ordentlich exponierte.“ [249]

Als ich versuchte, mehr über die Kölner „Jüdische Kunstgemeinschaft“ zu erfahren, wurde mir die Lektüre des Aufsatzes von Elfi Pracht empfohlen, der den Titel trägt Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941 und der mir in mehrerlei Hinsicht von Nutzen sein sollte.[250]  Aus ihm ging unter anderem hervor, dass es sich bei dieser Kunstgemeinschaft um einen Zusammenschluss der ehemals in der „GEDOK“ [251] seit 1927 vertretenen jüdischen Künstlerinnen gehandelt hatte; männliche Mitwirkende waren jedoch nunmehr zugelassen. Seit 1934 stand die Kunstgemeinschaft unter der Leitung von Else Falk als Erster Vorsitzenden. Neben „Dr. Else Thalheimer“ nennt Pracht noch als „Frauen an der Spitze der Kunstgemeinschaft“ Meta Lissauer, Alice Krieger-Isaac, Flora Jöhlinger sowie möglicherweise Dr. Margarete Brent und Cilly Marx.[252]

Zur Charakteristik der Arbeit bemerkt Pracht, dass die Kunstgemeinschaft sich „in erster Linie der Pflege des musikalischen Lebens“ widmete und „schwerpunktmäßig junge und noch nicht bekannte Künstler, die möglichst im Kölner Raum beheimatet sein sollten“ förderte.[253]  Etwas später fasst Pracht zusammen: „Der Grund für die Effizienz der relativ kleinen Kunstgemeinschaft kann zum einen in der Existenz einer homogenen, wohlhabenden, äußerst enthusiastischen Trägerschaft und einer Mitglied-
schaft und damit eines Publikums gefunden werden, die – im Vergleich zum Kultur-
bund – weniger Schwankungen ausgesetzt waren. Zudem war die Zielsetzung […] weniger ambitiös: dem Aspekt der sozialen Hilfeleistung wurde stets Vorrang einge-
räumt […].“ [254]

Unter Verweis auf die Arbeit Prachts teilt Niemöller ferner mit: „Hier engagierte sich ein
kleiner, vielfach wohlhabender Kreis für die soziale Hilfe von Künstlern, so auch 1934
in einem Hauskonzert in der Lindenthaler Villa des Medizinprofessors Kisch, bei dem seine Frau, die Altistin Ruth Kisch-Arndt von Alice Krieger-Isaac am Klavier begleitet
wurde. Sie traten auch in den Veranstaltungen des Jüdischen Kulturbundes auf.“ [255] Der hier genannte Medizinprofessor war vermutlich der jüdische Kardiologe und Ordi-
narius für Physiologie an der Kölner Universität Bruno Zacharias Kisch (1890–1966).
[256]  Von und über Ruth Kisch-Arndt (1898–1975) [257] sowie über Alice Krieger-
Isaac finden sich mehrere Aufsätze und andere Informationen in den Mitteilungen des
„Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr.“ [258]  

Da dem Bühnenspiel Wir bauen eine Stadt die politische Kontroverse um Paul Hinde-
mith unmittelbar vorausging, standen die Aufführung und Mitwirkung sowohl von Thal-
heimer als auch Lewertoff möglicherweise mit einem Artikel im Westdeutschen Beob-
achter
in Verbindung, von dem Thalheimer 1974 spricht.[259]  Ein Artikel dieser
1925 gegründeten antisemitischen Zeitung der NSDAP, der sich auf die letzte Veran-
staltung der „Gesellschaft für neue Musik“ mit Arnold Schönberg bezieht, war zwar zu finden und wird hier vollständig zitiert (siehe oben), doch wird darin nur allgemein von den „Veranstaltern“ gesprochen, ohne deren Namen zu nennen. Somit wären noch die Ausgaben der Zeitung um den 19. Dezember 1934 (Hindemith-Aufführung) auf das Er-
scheinen eines solchen Artikels hin zu prüfen, sei es auch nur, um eine Beziehung zu der
genannten Veranstaltung ausschließen zu können.

 

Paul Hindemith

Eine Anmerkung zu Paul Hindemith (1895–1963) sei mir hier erlaubt. Auch wenn
mir sicherlich nicht alle Quellen zu diesem Thema bekannt wurden, möchte ich doch behaupten, dass es sich um einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen dem Komponisten und den Schwestern Thalheimer handelte, der in den zwanziger Jahren begann und sich bis zu dem Kapitel Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith in Else Lewertoffs Erinnerungen erstreckte. Besondere Beachtung verdient ein Skizzenheft der Klaviermusik op. 37 (1925/26), das Hindemith den „Löwenthalheimers“ mit ei-
ner Widmung zu Weihnachten 1926 schenkte und dessen Original sich heute im Besitz von Gad Lewertoff in Tel Aviv befindet.[260]  Der zweifellos scherzhaft gemeinte Aus-
druck „Löwenthalheimers“ zieht die Nachnamen der beiden Schwestern Grete Löwen-
thal (geborene Thalheimer), und Else Thalheimer zu einem Wort zusammen. Später be-
zeugte Else Lewertoff über die Kölner „Gesellschaft für neue Musik“ und ihre Bezie-
hung vor 1933 zu Paul Hindemith:

    „Jedoch unser meistaufgeführter Komponist war Paul Hindemith, der regel-
    mässig jede Saison mit seinem Quartett oder als Bratschensolist erschien. Dies lag auch daran, dass ihn eine echte Freundschaft mit meiner Schwester und mir verband. Er wohnte gewöhnlich während seiner ganzen rheinischen Tournée in unserem Haus, später auch mit seiner Frau Gertrud.“ [261]

Die Berücksichtigung von Hindemiths Werken in den Konzerten der „Gesellschaft für neue Musik“ [262] in Köln ist ebenso beredt wie das vorstehende Zitat oder der große Aufsatz von Franz Willms und die Faksimiles Hindemithscher Autografen auf zwei ausfaltbaren Seiten in dem Buch Von neuer Musik (1925).[263]  Niemöller zitiert aus einem Brief Hindemiths an seine Frau Gertrud vom 22. Februar 1929; der Brief berichtet über einen gemeinsamen Spaziergang mit Gretel [sic] und Else Thalhei-
mer sowie eine gemeinsame Diskussion am selben Abend mit Philipp Jarnach, Eduard Erdmann und anderen.[264]  (Sowohl Jarnach wie Erdmann unterrichteten damals an der Kölner Musikhochschule.[265]) – Im Hinblick auf Thalheimers Bezug zur Phäno- menologie ist auch zu berücksichtigen, dass der Philosoph Max Scheler (siehe oben) mit dem Pianisten Eduard Erdmann sehr befreundet war und dass beide mitunter „nächtelang diskutierte[n]“.[265a]

Hinzu kommen die genannte Aufführung des Bühnenspiels Wir bauen eine Stadt in der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ (Dezember 1934) sowie der Unterricht von Gad Lewertoff bei Howard Boatwright, einem Schüler des in Yale ansässig gewordenen Paul Hindemith. In den Erinnerungen Else Lewertoffs gibt es ein ausführliches Kapitel Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith (S. 77–80), der unter dem Verfassernamen „Else Thalheimer-Lewertoff“ die Vorlage der oben genannten postumen gleichnamigen Publikation im Hindemith-Jahrbuch (1990) war.[266]  Vom 26. Februar 1939 datiert ein Brief Hindemiths, an den eine Einladung nach Palästina von Else Lewertoff ergangen
war.[267]  – Da man nun dem Namen Paul Hindemiths vergleichsweise häufig in der Biografie Else Thalheimers (Else Lewertoffs) begegnet, scheinen mir genauere Unter-
suchungen zu dieser speziellen Thematik angebracht, wobei wohl auch das in Yale und Israel vorhandene Material einzubeziehen wäre.[268]

 

 

Kapitel 7
Auswanderung, Leben in Palästina, Israel und den USA

 

Emigration. Hubermans „Palestine Symphony Orchestra“ (1935–46)

Im dritten Jahr des Nationalsozialismus, 1935, reisten Else Thalheimer und Salo Le-
wertoff zunächst als Touristen nach Palästina, um dort die Möglichkeiten einer künf-
tigen Existenz aus eigener Anschauung kennenzulernen. Nachdem sie zurück in der „Nazihölle“ Deutschlands waren, heirateten sie ohne große Feierlichkeiten, unternah-
men eine achttägige Hochzeitsreise nach Belgien und emigrierten noch im selben Jahr nach Palästina.[269]

    „Wir […] packten dann unsere Sachen, soweit wir sie mitnehmen durften, und im Dezember 1935 waren wir, in der Ueberzeugung, dass wir keinen tieferen Abstieg mehr in unserer alten Heimat erleiden könnten, reif für die Alijah.“ [270]

Hinsichtlich ihrer Tätigkeit als Berichterstatterin und Kritikerin, die sie der Emigration wegen aufzugeben hatte und deren Fortsetzung aus Palästina sie ablehnte, hielt Else Lewertoff 1974 fest:

    „I had to give up a rich field of activities. On the other hand I must stress the fact that to the last day before my emigration to Palestine some Magazines asked me to provide them further with my contributions, what I declined.“ [271]

In der Hoffnung auf neue Arbeit suchten sie und ihr Mann unverzüglich den berühm-
ten Geiger Bronisław Hubermann (1882–1947) auf, der in Tel Aviv mit der Gründung
eines eigenen Orchesters, des „Palestine Symphony Orchestra“ (auch „Palestine Or-
chestra“ genannt), des späteren Israel Philharmonic Orchestra, befasst war.[272]  Die-
ses Orchester bot zahlreichen hochqualifizierten jüdischen Instrumentalisten, die auf der
Flucht vor dem Hitler-Regime waren, eine zwar sinnvolle, wenngleich kaum angemes-
sen bezahlte Beschäftigung. Schnell verbreitete sich der Ruhm eines neuen Orchesters
der Spitzenklasse, dessen Konzerte auch im Rundfunk auf internationaler Ebene ausge-
strahlt werden sollten.[273]  Bereits Anfang 1937 konnte die Gesellschaft des Orches-
ters der Presse mitteilen, dass sie „gegenwärtig 7000 zahlende Mitglieder“ habe, was „die höchste Mitgliederzahl aller musikalischen Gesellschaften der Welt“ sei.[274]

Über ihre damalige Arbeit, an die sich 1953 ein mehrjähriger Aufenthalt in den USA anschloss, schrieb Else Lewertoff in einigen Stichworten:

    „Seit 1935 in Palästina. Programm-Beraterin des Palestine Symphony Orches-
    tra. Später Co-Director mit Harry Blumberg [275] des Tel Aviv Conservatoire of music und Gründerin von Pural Music schools in Raanana-Sharon. Musikkri-
    tikerin und ständige Mitarbeiterin führender Zeitungen in Israel. Mehrere Vor-
    tragsreisen durch Europa. Spezialthema: Die Erziehung des Kindes und die Musik.“ [276]

S. B. Lewertoff verfügte über herausragende organisatorische Fähigkeiten, die er vor allem in den zwanziger Jahren im Vorstand der „Gesellschaft für neue Musik“ in Köln und, soweit erkennbar, nach Hitlers „Machtergreifung“ im „Jüdischen Kulturbund
Rhein-Ruhr“ hatte unter Beweis stellen können.[277]  Als er mit seiner Frau gemein-
sam nach Palästina auswanderte, stand er mit Huberman bereits in Verbindung, denn
er hatte ihm seine 1934 entstandene Schrift Jüdischer Kultur-Aufbau. Der Umriss eines Planes übersandt.[278]  Huberman verfolgte ähnliche Ziele wie Lewertoff und zeigte sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten und einer zweiten Besprechung, an einer Zusammenarbeit interessiert, so dass beide am 26. Dezember 1935 in Tel Aviv einen Vertrag schlossen. Lewertoff arbeitete fortan (bis 1946) als Generalsekretär, Secre-
tary, Manager und Administrator des neuen Orchesters.[279]  Er suchte Geldgeber, entwarf ein eigenes Abonnenten-System, stimmte Probenpläne ab, war für die Säle wie die Unterbringung der reisenden Musiker zuständig, betreute Gäste, klärte Trans- portfragen, betrieb die Werbung, knüpfte Kontakte und sprach unter anderem mit Vertretern aus Politik, Presse und Rundfunk, um Entstehung und Anliegen des neuen Orchesters zu erklären. Else Thalheimer, die nun offiziell Lewertoff hieß, arbeitete als-
bald als Programm-Beraterin und verfasste die Einführungen für die Programmhefte
des Orchesters.[280]

Fällt mir auch die Abgrenzung der Kompetenzen von Huberman, Heinrich Simon,
S. B. Lewertoff und Leo Kestenberg nicht immer leicht, so beleuchtet ein Brief von Leo Kestenberg die damaligen Verhältnisse näher. Leo Kestenberg war der wohl einflussreichste deutsche Musikpolitiker der Weimarer Republik („Kestenberg-
Reform“), und seiner Entscheidung war es zu danken, dass Musiker wie Ferruccio Busoni, Paul Hindemith, Arnold Schönberg oder Artur Schnabel in Berlin unterrich-
teten (siehe auch Anm. [121]). Da Kestenberg jüdischer Abstammung war, musste er Deutschland nach 1933 verlassen und ging zunächst nach Prag, 1938 nach Tel Aviv, wo er Generalmanager des „Palestine Orchestra“ wurde.[281]  In Kestenbergs Brief vom 1. Januar 1940 an den im argentinischen Exil lebenden Schauspieler und Regisseur
P[aul] Walter Jacob (1905–1977) findet sich zunächst der Absender „The Palestine
Orchestra | General Manager | Prof. Leo Kestenberg | Tel Aviv, P.O.B. 4047“. Dann
schreibt Kestenberg unter anderem:

    „Die Organisation, die ich hier vorfand, entspricht den besten europäischen und amerikanischen Vorbildern. Es ist alles in einem verhältnismäßig großen Rahmen,
    und wenn erst die Umstände wieder normale Gestalt gewonnen haben, dann kann ich mir denken, dass dieser Apparat richtig und nötig ist. Sie werden sich einen Begriff machen, wenn ich Ihnen sage, dass neben mir noch ein General-
    sekretär wirkt, den Sie vielleicht von Köln her kennen, Herr Lewertoff, der dort in der internationalen Musik-Gesellschaft Sekretär war und der sich hier auch als sehr gewandter und verständnisvoller Mitarbeiter bewährt; außerdem sind acht Bürokräfte tätig, die die allerdings sehr große in- und ausländische Korrespon-
    denz und auch die vielen amtlichen und privaten Verhandlungen zu führen ha-
    ben.“ [282]

Arturo Toscanini (1867–1957), den Huberman Anfang 1936 in New York besucht
und für sein Vorhaben hatte gewinnen können,[283] kam nach Palästina und dirigierte am 26. Dezember 1936 das Eröffnungskonzert des „Palestine Symphony Orchestra“
in Tel Aviv sowie Anschlusskonzerte in den Großstädten Haifa und Jerusalem sowie
der ägyptischen Hauptstadt Kairo.[284]  Diese Konzerte mit dem berühmten Dirigen-
ten erregten großes Aufsehen und führten zahlreiche Prominenz herbei, so dass die Anfangs-Veranstaltung in Tel Aviv zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges wurde.[285]

Das Orchester war auf Toscanini von dem aus Köln stammenden Dirigenten Hans Wilhelm Steinberg vorbereitet worden,[286] mit dem Else Lewertoff seit ihrer Kind-
heit befreundet war und dessen Arbeit in Frankfurt am Main im „Jüdischen Kultur-
bund Rhein-Main“ sie kannte und gefördert hatte.[287]  Steinberg, einst Assistent
Otto Klemperers in Köln, war von Huberman geholt worden [288] und leitete das „Palestine Orchestra“ als häufiger Gastdirigent. Steinberg war von Toscanini nach-
drücklich empfohlen worden und wurde von ihm 1938 als Stellvertretender Dirigent
des „NBC Symphony Orchestra“ nach New York gerufen.

Als es in den 1940er Jahren hauptsächlich wegen Fragen der Besoldung und Freizeit zu beträchtlichen Spannungen zwischen den Mitgliedern des „Palestine Symphony Or-
chestra“ und ihrer Administration kam, trat Leo Kestenberg zurück und wandte sich ab
1945 wieder musikpädagogischen Aufgaben zu. Da auch Lewertoff den Angriffen aus-
gesetzt war und er sich mit den gegen Huberman opponierenden Musikern nicht solida-
risieren wollte, entschloss er sich, Kestenbergs Beispiel zu folgen und die ihm lieb ge-
wordene Arbeit nur bis zum 30. September 1946 fortzuführen.[289]  „Die Hetze gegen mich fing erst in dem Moment an, als ich es dem Orchestervorstand […] klar gemacht hatte, dass ich einen solchen Putsch ablehne“, berichtete Lewertoff in einem Brief vom 26. Dezember 1946 aus Stockholm an Huberman.[290]  Über weitere Hintergründe schrieb Lewertoffs Frau in ihren Erinnerungen:

    „Was Töff am meisten schmerzte, war die Treulosigkeit der Gesellschaft, mit
    der sie seinen Namen geradezu aus den Annalen der Orchestergründung ge-
    strichen hatte. Aber auch hierüber kam er später mit seinem guten Humor hin-
    weg. Schliesslich liegen alle Tatsachen schwarz auf weiss vor durch zahlreiche Dokumente und Presseberichte und nicht zuletzt durch ein Büchlein, das ich
    nach dem fünfjährigen Bestehen dieser Organisation zu schreiben beauftragt worden war.“ [291]

In der April- und Juli-Ausgabe 1945 der in London publizierten The Musical Times ließen sich zwei Schreiben von „S. B. Lewertoff (Administrator)“ finden, die beide un-
ter der Überschrift The Palestine Orchestra erschienen.[292]  Inhaltlich hatten diese Briefe Lewertoffs aber nicht, wie ich zunächst annahm, Beziehung zu den geschilderten
Kontroversen zwischen dem Orchester und seiner Leitung, sondern waren Antworten auf zuvor in derselben Zeitschrift veröffentlichte Leserpost, die das „Palestine Orches-
tra“ betrafen. Das erste Schreiben war die Stellungnahme zu einem Leserbrief von Mrs.
Crawshaw in der Ausgabe der Musical Times vom Dezember 1944, und das zweite benannte Konzerte und Aufführungen mit dem aus Liverpool kommenden Gastdirigen-
ten Louis Cohen (1893 oder 1894 bis 1956).

Huberman konnte infolge einer Erkrankung nicht selbst nach Tel Aviv kommen, um die entstandenen Streitigkeiten zwischen den Orchestermusikern und ihrer Verwaltung zu schlichten. Zudem war er 1937 bei einem Flugzeug-Unglück auf Sumatra an beiden Händen verletzt worden, was ihm eine Rückkehr in das Konzertleben nur mit Mühe gestattete. In den Erinnerungen von Else Lewertoff heißt es hierüber: „Für mich hatte sein Spiel etwas merkwürdig Didaktisches angenommen. Es fehlte die alte Spontanität, der undefinierbare Zauber. Jede Note war da und man konnte greifbar nichts ausset-
zen, aber das Ungreifbare war verschwunden.“ [293]  Doch Huberman erkrankte neuerlich und starb am 15. oder 16. Juni 1947 in Corsier-sur-Vevey in der Schweiz am Genfer See.[294]  Einen Nachruf auf Huberman verfasste Else Lewertoff, die bis ins Jahr 1942 die Einführungen für die Konzerte des „Palestine Symphony Orchestra“ verfasst hatte.[295]

Noch ins selbe Jahr fällt ein Artikel Lewertoff, Shlomo B. in dem 1947 erschienenen
Nachschlagewerk Palestine personalia, das von Peretz Cornfeld in Tel Aviv heraus- gegeben wurde. Bei der am Ende des Artikels genannten Schrift Up-building of a
Jewish National Culture
dürfte es sich um Lewertoffs Arbeit Jüdischer Kultur-Auf-
bau. Der Umriß eines Planes
aus dem Jahre 1934 handeln.[295a] 

 

 

Europareise (1947–48)

Als Folge der geschilderten Ereignisse arbeitete S. B. Lewertoff in den sich anschlie-
ßenden Jahren nicht mehr auf musikalisch-organisatorischem Gebiet, sondern für den Keren Kajemeth. Dieser 1901 von dem Zionisten Theodor Herzl in Basel gegründete „Jüdische National Fond“ hatte S. B. Lewertoff aufgefordert, „für die Dauer von mehr als einem Jahr nach Europa zu fahren“. Nur zwei Monate nach dieser Verpflichtung er-
ging jedoch auch an Else Lewertoff die Bitte, ihrem Mann nachzureisen und ebenfalls
in Europa Vorträge zu halten. Auf diese Reise, die am 4. Dezember 1947 begann, nahm sie ihren inzwischen neunjährigen Sohn Gad mit, und unter anderem kamen die
Lewertoffs nach Genf, Zürich, Amsterdam, Utrecht, Kopenhagen und Stockholm.
In Paris besuchten sie Edith Auerbach (1899–1970), eine in Köln geborene Malerin und Jugendfreundin von Else Lewertoff.[295b]  Die Weihnachtsferien verbrachte die Familie in Davos in der Schweiz, um sich von den fast täglich anfallenden Verpflichtun-
gen und Ortswechseln zu erholen. Doch selbst in Davos bat man sie um Vorträge und die Teilnahme an Diskussionen. Das Thema „Israel“ besaß infolge der bevorstehenden Staatsgründung, die am 29. November 1947 von der UNO-Vollversammlung (New York) beschlossen worden war, höchste Aktualität und Brisanz, und kriegerische Aus-
einandersetzungen entbrannten zwischen Arabern und Israelis sofort nach David Ben Gurions Verlesung der israelischen Unabhängigkeitserklärung (14. Mai 1948).[296]

Nachdem sie ihre Verfasserschaft der Programmeinführungen für das „Palestine Symphony Orchestra“ erwähnt hatte, weist Else Lewertoff in ihren Answers to the Questionnaire im März 1974 noch auf ihre folgenden Betätigungen hin: „Then I was in charge for the musical section of the now defunct weekly Magazine ,Hakidmah‘. In America I contributed many articles to the ,Jewish Ledger‘.“ [297]  Da die in Tel Aviv erscheinende Zeitschrift Hakidmah erst um 1948 gegründet und 1961 eingestellt wurde,[298] bezieht sich Else Lewertoff vermutlich auf die Zeit, die sie noch in Israel vor dem ersten Aufenthalt in den USA verbrachte, also etwa auf die Jahre vor 1953, während ihre Arbeit für die heute noch bestehende Zeitschrift Jewish Ledger, wie Else Lewertoff sagt, „in Amerika“ und somit der darauffolgenden Zeit stattfand.

 

Amerika, erster Aufenthalt (1953–64)

1953 übersiedelten die Lewertoffs nach New Haven im Staate Connecticut an der Ostküste der USA und kehrten erst 1964, etwa elf Jahre später, nach Israel zurück, obgleich der Aufenthalt in Amerika ursprünglich nur für zwei Jahre geplant war.[299] 
Über diese Zeit berichtet das Kapitel Langer Aufenthalt in Amerika der Erinne-
rungen
.[300]  Else Lewertoffs Mutter (Sophie Thalheimer), deren Herzleiden sich seit Beginn der fünfziger Jahre verschlimmert hatte, war kurz vor der Abreise ver-
storben, und so konnte ihr Wunsch nicht mehr in Erfüllung gehen, die in den USA lebende Tochter Grete wiederzusehen. Marvin Mogil, der Ehemann von Grete Loe-
wenthals Tochter Trudelie, überließ den Lewertoffs „ein vollständig eingerichtetes Häuschen, das seiner verstorbenen Mutter gehört hatte“ (Erinnerungen, S. 152).

Begünstigt wurde die Reise dadurch, dass der „Jüdische Nationalfond“ seinerzeit einen längeren Aufenthalt von Shlomo B. Lewertoff in den USA erwogen hatte. Dieser Auf-
enthalt wurde dann aber verschoben, und Jules Löwenthal, der Ehemann von Grete, versuchte, S. B. Lewertoff als „Junior Partner“ in seinen erfolgreichen Garn-Betrieb einzubeziehen. „Jules hoffte immer, uns alle auf diese Weise in Amerika festhalten zu können.“ (Erinnerungen, S. 152 f.) Doch der Plan scheiterte: „Mein Mann, der in den letzten Jahren sich stets mit sozialen Aufgaben befasst hatte, fand sich, gegen unser Er-
warten, irgendwie nicht mehr als Kaufmann zurecht. Und so kam es zu einer gütlichen Trennung.“ (ebd., S. 153) Parallel zu ihren sonstigen Tätigkeiten unterrichteten beide Lewertoffs an jüdischen Sonntagsschulen, was Else Lewertoff mit den Worten kom-
mentierte: „Hebräisch zu lehren ist eine Pflicht, an der, wie mir die Erfahrung bewiesen hat, kein in Amerika weilender Israeli vorbeikommt. Bei der Knappheit der Lehrkräfte musste auch ich häufig einspringen.“ (ebd., S. 153 f.).

In New Haven, wo die berühmte „Yale University“ mit der ihr angegliederten „Yale School of Music“ ihren Sitz hat, erhielt Gad Lewertoff Unterricht bei dem Komponis-
ten und Violinisten Howard Boatwright (1918–1999), einem Schüler Paul Hindemiths. Hindemith hatte nach seiner Emigration (1938) von 1940 bis 1953 in Amerika gelebt, in New Haven gewohnt und in Yale unterrichtet, und war in dieser Zeit auch amerika-
nischer Staatsbürger geworden. Gad Lewertoff schrieb mir über seine ersten Jahre in den USA:

    „Meine Mutter unterrichtete dort Klavier, hielt oft Vorträge über das Musikleben in Israel, und schrieb Artikel für einige Zeitungen in Israel, wie auch für die lokale Presse in New Haven. Mein Vater arbeitete für den Jüdischen Nationalfond in New York.
       Mein erster Geigenlehrer in New Haven war Howard Boatwright, ehemali-
    ger Schüler von Paul Hindemith, Professor für Musiktheorie und Komposition
    an der Universität Yale, sowie auch der Konzertmeister des New Haven Sym-
    phonie Orchesters. Mit der Zeit, entstand eine sehr enge und echte Freundschaft
    zwischen beiden Familien.
       Ich habe in den Jahren 1956 bis 1962 an der Universität Yale studiert, so-
    wohl Literatur, wie auch Musik. Ich habe 1962 die USA verlassen, und habe einige Jahre in Genf gelebt. 1966 bin ich wieder nach Israel zurückgewandert. Meine Eltern sind 1964 nach Israel zurückgegangen. Nach dem Tod meines Vaters (1965) ging meine Mutter wieder nach New Haven zurück, wo auch
    ihre Schwester, Margarete Löwenthal, lebte. 1971 ist meine Mutter endgültig nach Israel zurückgekehrt.“ [301]

 

Ein letzter Besuch in Köln (1963)

Über ihren letzten Besuch in Köln im Jahre 1963 hielten Else Lewertoffs Erinnerungen im Kapitel Immer wieder hin und zurück fest:

    „Wie immer bei unseren Israelreisen machten wir einen längeren Aufenthalt in Europa. Bei solchen Gelegenheiten trafen wir uns stets mit alten Freunden. Wir liebten es, Einkäufe zu machen und die vielen uns bekannten Sehenswürdigkeiten erneut auf uns wirken zu lassen. Das letzte Mal, 1963, waren wir von der Stadt Köln eingeladen worden, um an den zahlreichen Festlichkeiten teilzunehmen,
    die in Verbindung mit der grossartigen Ausstellung MONUMENTA JUDAICA arrangiert worden waren.“ [302]

In zeitlicher Nähe zum Beginn der Ausstellung Monumenta Judaica, die laut ihrem Plakat vom 15. Oktober 1963 bis zum 15. Februar 1964 dauern sollte, zeichnete
der Westdeutsche Rundfunk in Köln, vermutlich im November 1963, ein Vierer-Ge-
spräch auf Tonband auf, das den Titel trug Die Gesellschaft für Neue Musik in Köln 1921–1933. Dieses Kolloquium sollte „unsere Tätigkeit für das Kölner Musikleben in-
nerhalb der zwanziger Jahre schildern“.[303]  Die Teilnehmer an dem Gespräch waren Prof. Heinrich Lemacher, Dr. Else Thalheimer-Lewertoff, Schmolo [recte: Shlomo] Lewertoff und Dr. Eigel Kruttge. Die Ausstrahlung der Aufzeichnung (Dauer: 26 Minu-
ten und 20 Sekunden) fand im Zweiten Hörfunk-Programm des Westdeutschen Rund-
funks am Montag, dem 20. Januar 1964 von 22.40 Uhr bis 23.30 Uhr statt. Im An-
schluss an die Sendung des Gesprächs erklang eine Aufnahme von Schönbergs Kam-
mersymphonie op. 9, die von Mitgliedern des Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchesters unter Leitung von Hans Rosbaud gespielt wurde.[304]  Der Tonträger des Gesprächs scheint zwar im WDR Köln erhalten zu sein, verschwand jedoch „spurlos“ im Rahmen
meines am 26. April 2010 erteilten Auftrags, eine digitale Kopie des Tonbandes zur wissenschaftlichen Auswertung zu erhalten. Weitere und zum Teil aufwändige Recher-
chen, welche von der Intendanz des WDR eingeleitet wurden und zur Wiederauffin-
dung des Tonbandes führen sollten, blieben ohne Ergebnis. Somit hat das Dokument seit Anfang Mai 2010 als verschollen zu gelten.[305]

Auf derselben Fahrt von den USA über Europa nach Israel hielten sich die Lewertoffs einige Wochen in der Schweiz auf, um der Hochzeit ihres Sohnes Gad beizuwohnen
und nach den Anstrengungen der Reise neue Kräfte zu sammeln.[306]

Ergänzend zu der WDR-Aufzeichnung schrieb mir Gad Lewertoff im Oktober 2009:

    „Nach dem Krieg, wurde der Kontakt mit Dr. Eigel Kruttge wieder erneuert. 1963 wurde ich vom WDR eingeladen, ein Rezital in der Serie, ,Das Podium‘ zu
    geben. Bei dieser Gelegenheit habe ich natürlich auch Dr. Kruttge kennengelernt.
    Von Heinrich Grues hatte mir meine Mutter auch erzählt. Leider kann ich mich nicht mehr an vieles davon erinnern. 1963 wurden meine Eltern von der Stadt Köln zur Eröffnung der ,Monumenta Judaica‘ eingeladen. Bei dieser Gelegenheit bin ich auch nach Köln gekommen, wo ich auch, unter anderen, Dr. Heinrich Lemacher kennengelernt habe.“ [307]

 

Rückkehr nach Israel (1964–65)

In Israel „endlich ein beschauliches Leben“ zu führen,[308] wie es sich die Lewertoffs noch von den USA aus gewünscht hatten, war ihnen freilich versagt. Zwar hatten sie vor ihrem Wechsel in die USA „als Zeichen unserer bestimmten Rückkehr“ 1953 be-
gonnen, ein Haus in Raanana bei Tel Aviv zu bauen, doch die Schwierigkeiten, es nun
fertigzustellen, erwiesen sich nach der vieljährigen Unterbrechung als zu groß.[309] Trotz des finanziellen Verlustes gab man den Plan schließlich auf und beglich, was man
dem Architekten vertraglich noch schuldete.

Kurz vor Beginn der Suche nach einer geeigneten Wohnung in Tel Aviv erlitt Shlomo Lewertoff bei der Erledigung dringender Formalitäten am 2. Februar 1965 einen Herz-
anfall und verstarb unerwartet. Gad Lewertoff, der damals in Lausanne lebte, reiste so-
fort nach Israel und bot seiner Mutter in der Folge an, nun zu ihm und seiner Familie in die Schweiz zu kommen. Doch zugleich erging von Grete Lowe eine Einladung an ihre Schwester Else, wieder nach New Haven in die USA zu ziehen, wo ihr die Verhältnisse bereits vertraut waren. Else Lewertoff empfand damals eher Amerika als ihre „zweite Heimat“, und so entschied sie sich zu einer „Fortsetzung des schon altgewohnten Spiels von Hin und Zurück“.[310]

 

Amerika, zweiter Aufenthalt (1965–71)

Zurück in Amerika konnte sich Else Lewertoff von den Erfahrungen der jüngsten Ver-
gangenheit zumindest teilweise erholen:

    „Allmählich erwachte auch wieder mein Selbständigkeitstrieb, und mit Gretes Hilfe gelang es mir, ein wunderschönes Häuschen zu mieten, in Hamden, einem Vorort von New Haven. Es lag, von Wald umgeben, an einem See und gehörte zu einem Condominium. Und in nächster Nähe befand sich ein grosser Swim-
    ming pool und diente als Treffpunkt für die Sportliebenden.“ [311]

Parallel zum Unterricht einiger weniger Klavierschüler begann Else Lewertoff hier in Amerika, vermutlich im Laufe des Jahres 1968, ihre Erinnerungen niederzuschreiben, die sie ursprünglich gemeinsam mit ihrem Ehemann hatte verfassen wollen.[312]  Jähr-
lich flog sie nach Israel, um vor allem ihren Sohn und dessen Familie zu besuchen, die hier seit 1966 lebten.[313]  Mit der Zeit erkannte sie aber, dass ihr eigentlicher Platz doch nicht Amerika, sondern Israel sei. Und wieder gab es einen „grossen Umzug“, doch wusste Else Lewertoff, dass es diesmal „der letzte“ sein werde.[314] Mitte März
1971 bezog sie ihre neue Wohnung in Tel Aviv.[315]

 

Letzte Jahre in Israel (1971–87)

Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Israelis im Okto-
ber 1973 fügte Else Lewertoff ihren Erinnerungen noch ein Kriegstagebuch 1973 als
eigenes Kapitel an, das den Jom-Kippur-Krieg („Oktober-Krieg“ oder von arabischer Seite „Ramadan-Krieg“ genannt) zum Gegenstand hatte (S. 187–206). Dieses Tage-
buch reichte vom 6. Oktober 1973 bis zu einem Nachwort am 29. Oktober 1973. –
Da ihr Sohn Gad damals als Soldat eingezogen worden war, beunruhigte der Verlauf des Krieges Else Lewertoff sehr, und es verwundert nicht, dass die Sorge über das Schicksal ihres einzigen Kindes hier breiteren Raum einnimmt. Der Zwiespalt zwischen privatem und staatlichem Interesse, zwischen Glück und Unglück des Einzelnen und dem der Allgemeinheit, wird am Ende des Tagebuchs noch einmal in den Worten von „Erschütterung“ und „Stolz“ angesprochen.

Die Erinnerungen schließen mit einem Epilog, der weniger aus geschichtlichen Ereig-
nissen im Leben Else Lewertoffs besteht als aus zusammenfassenden persönlichen An-
schauungen, Betrachtungen und Erfahrungen. Noch im Besitz ihrer physischen und psy-
chischen Kräfte, doch klar erkennend: „It is later than you think!“, ist das Ende des Textes von dem Wunsch erfüllt, „einmal Begonnenes auch zu vollenden“ (S. 207). Auf die für ihren Text gewählte Sprache, auf das eigene Lebensalter, auf die Musik und ihre Beziehung zu Raum und Zeit wird dabei ebenso eingegangen wie auf die Eltern, die Fa-
milie des Sohns oder die drei Enkel. Unabhängig von jeder Chronologie kommt fern Zurückliegendes zur Sprache – die Kindertage, der Ehemann, ein Traum.

Da Else Lewertoff, wie sie auf S. 207 schreibt, ihre Erinnerungen nach ihrem acht-
zigsten Geburtstag (4. November 1978) beendete, steht hier nichts mehr über die letz-
ten Lebensjahre der Verfasserin. Doch da sie zugleich im Epilog vom „Jom-Kippur- Krieg“ (Oktober 1973) als einem „6 Jahre“ zuvor stattgefundenen Ereignis spricht,
darf man davon ausgehen, dass der Text in den letzten Monaten des Jahres 1979 fer-
tiggestellt wurde. Die Erinnerungen wurden somit etwa 1968 in den USA begonnen und nach einer mehrjährigen Unterbrechung 1979 in Israel beendet.

Else Lewertoff, geboren mit dem Familiennamen Thalheimer am 4. November 1898 in Köln, starb am 27. Mai 1987 in Tel Aviv im Alter von achtundachtzig Jahren.

 

 

 

 

Kapitel 8
Else Thalheimers Publikationen (unvollständige Auswahl)

 

1922/1924

Johanna Kinkel als Musikerin, Bonn, Phil. Diss. vom 1. März 1924; vgl. dazu
das Jahrbuch der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-
Universität Bonn
, 2. Jg., 1. Halbband, Winterhalbjahr 1923/24; hier S. 62–64 die In-
haltsangabe und kurze Beschreibung von Thalheimers Dissertation. Das Vorwort der Dissertation ist mit „Oktober 1922“ datiert; vgl. hierzu Anm. [61].


1925

VON NEUER MUSIK. BEITRÄGE ZUR ERKENNTNIS DER NEUZEITLICHEN TONKUNST, hg. von H[einrich] Grues, E[igel] Kruttge und E[lse] Thalheimer, Köln am Rhein: F[ritz] J[acob] Marcan-Verlag, 1925, [VIII] + 320 Seiten, 190 × 245 mm, Hochformat, Hardcoverausgabe, Fadenbindung, Halbleinen, Auflage: 1000 Exemplare. Einbandentwurf: Professor Walther [Walter] Tiemann, Leipzig – Hierzu Kapitel 4, Katalogtext des Marcan-Verlags in Abb. 3.
     Titelseite, S. [I] — Rückseite, S. [II], Namen der Herausgeber, Copyright, Druck: Bibliographisches Institut Leipzig — Vorwort der Herausgeber, S. [III]; S. [IV]: leer — Inhalt, S. [V]; S. [VI]: leer — [Geleitwort:] Ferruccio Busoni, An die Jugend,
S. [VII]; S. [VIII]: leer — 1.) Adolf Weißmann, Tradition und Entwicklung, S. 1–4 — 2.) Ernst Bloch, Über das mathematische und dialektische Wesen in der Musik,
S. 5–16 — 3.) Hugo Leichtentritt, Über die Dauerwerte der musikalischen Kunst,
S. 17–30 — 4.) Arnold Schönberg, Musik, S. 31–34 — 5.) Egon Wellesz, Das Pro-
blem der Form, S. 35–38 — 6.) Ernst Křenek, Zum Problem der Oper, S. 39–43 — 7.) Ewald Dülberg, Musik und Szene, S. 44–52 — 8.) Alois Hába, Grundlagen der Tondifferenzierung und der neuen Stilmöglichkeiten in der Musik, S. 53–58 — 9.) Erwin Stein, Neue Formprinzipien, S. 59–77 — 10.) Franz Willms, Paul Hindemith. Ein Versuch, S. 78–123 — 11.) Boris de Schloezer, Igor Strawinsky,
S. 124–140 — 12.) Boris de Schloezer, Gegenwartsströmungen der russischen Musik, S. 141–153 — 13.) Charles Koechlin, Erik Satie, S. 154–167 — 14.) Paul Collaer, Die junge Musik in Frankreich, S. 168–177 — 15.) Guido M. Gatti, Ilde-
brando Pizzetti, S. 178–217 — 16.) Paul Collaer, Die Renaissance des Balletts in Frankreich, S. 218–221 — 17.) Otto Vrieslander, Carl Philipp Emanuel Bach als Theoretiker, S. 222–279 — 18.) Wilhelm Altmann, Versuch einer Bibliographie über Neue Musik, S. 280–317 mit den Abschnitten Ferruccio Busoni †, S. 280–293; Paul Hindemith, S. 293–296; Ernst Křenek, S. 296–298; Ildebrando Pizzetti,
S. 299–301; Arnold Schönberg, S. 302–307; Franz Schreker, S. 307–311; Igor Strawinsky, S. 311–314 und Egon Wellesz, S. 314–317 — Register der Personen-
namen, S. 318–320.
     Fünf ganzseitige und in die Seitenzählung nicht einbezogene Abbildungen (alle Rück-
seiten leer) illustrieren und gliedern den Text: drei Fotos auf Kunstdruckpapier und zwei Strichzeichnungen auf Normalpapier des Buchblocks. Im Einzelnen: — 1.) zwischen
S. [II] u. [III]: als Frontispiz Ferruccio Busoni („Phot. Poeschhacker, Berlin“) mit fak-
similierter Unterschrift von Busoni — 2.) zwischen S. 32 u. 33: Arnold Schönberg (Phot. Schlosser & Wenisch, Prag) — 3.) zwischen S. 48 u. 49: Fidelio, 2. Akt, In-
szenierung von Ewald Dülberg, Wiesbaden, Staatstheater
(Phot. C. Kipp, Wies-
baden) — 4.) zwischen S. 128 u. 129: Igor Strawinsky, nach einer Zeichnung von Pablo Picasso — 5.) zwischen S. 156 u. 157: Erik Satie, nach einer Zeichnung von Pablo Picasso.
     Weiterhin sind zwei Faksimiles von Komponistenhandschriften (3 Bl.) auf Papier
des Buchblocks gedruckt, ausklappbar und ebenfalls unpaginiert:  1.) zwischen S. 40/
41: Ernst Křenek, Fünfter Satz aus dem 4. Streichquartett, Op. 24 (1 Bl.), Vorder-
u. Rückseite bedruckt).  2.) zwischen S. 112/113: Paul Hindemith, Kleiner Marsch,
3. Satz aus dem Streichquartett op. 32
(2 Bl., 4 S.; Rückseite des zweiten Bl. leer).


1926

[Rezension von Ludwig Schiedermair, Der junge Beethoven, Leipzig: Quelle &
Meyer, 1925], in: Musikblätter des Anbruch, 8. Jg., Heft 2, Wien, Februar 1926,
S. 84

Köln. Petyrek-Abend, in: Musikblätter des Anbruch, 8. Jg., Heft 2, Wien, Februar 1926, S. 73–74 [zu einem Klavier- und Tanzabend mit Felix und Gusti Petyrek]


1927

Pionierarbeit in Köln, in: Musikblätter des Anbruch, 9. Jg., Heft 5–6 (Themenheft: „Musik am Rhein“), Wien, Mai–Juni 1927, S. 239–240 [Aufbau und Programme der Kölner „Gesellschaft für neue Musik“ in den ersten Jahren nach ihrer Gründung]


1929

Zur Uraufführung des Klavierkonzerts von Eduard Erdmann in Köln, in: Musik-
blätter des Anbruch
, 11. Jg., Heft 2, Wien, Februar 1929, S. 93


1930

Was bedeutet uns Musik, und was hören wir gern? (Teil IV) [Überschrift der Beant-
wortung einer Umfrage], in: DIE SENDUNG. Rundfunkwoche, 7. Jg., Nr. 38, Berlin: Verlag Hermann Reckendorf, 19. September 1930, S. 611 mit Porträtfoto: „Dr. Else Thalheimer, Vorsitzende der Ortsgruppe Köln der Internationalen Gesellschaft für
Neue Musik“. In diesem Teil des Beitrags wurden Stellungnahmen von Edgar Rabsch (Studienrat für Musik in Plön [mit Porträtfoto]), Dr. Else Thalheimer und Artur Holde (Musikkritiker des „Frankfurter Generalanzeigers“) abgedruckt. Eine Fußnote weist auf die zuvor erschienenen Teile der Umfrage hin. Vgl. Anm. [96].


1935

Rezension von Alfred Einsteins „Geschichte der Musik“, Leiden: A. W. Sijthoff, 1935,
in: Der Morgen, 11. Jg., Nr. 2, Berlin, Mai 1935, S. 89 Online-Ausgabe unter http://www.compactmemory.de/

Else Lewertoff-Thalheimer, Wir reisen mit Huberman durch Palästina, Dezember
1935 (zitiert bei Barbara von der Lühe, siehe Anm. [64])


ca. 1936–1942

Programmeinführungen zu den Konzerten des „Palestine Orchestra“, Tel Aviv


1942/1943

Elsa Thalheimer [sic], Five years of the Palestine Orchestra, Tel Aviv, o. J. [1942], 45 S. (Inlaid sheet dated April 1943); verfasst wurde die Schrift offenbar 1941; vgl. Anm. [291]


nach dem 15. oder 16. Juni 1947

Nachruf auf Bronislaw Huberman „in einer der israelischen Zeitschriften“; Einzelheiten in Anm [294] und [295]


ca. 1948–1953

Beiträge für die Zeitschrift Hakidmah (Tel Aviv), zuständig für die „musical section“; vgl. Anm. [298]


ca. 1953–1964

Beiträge für die Zeitschrift Jewish Ledger (West Hartford, Connecticut, USA);
vgl. Anm. [298]


1954

Else Lewertoff, Möglichkeiten und Gefahren des Fernsehens. Die Probleme in USA, in: Neue Zeitschrift für Musik, 115. Jg., Mainz 1954, S. 741–744


ca. 1964–1983 (ohne Datierung)

Else Lewertoff, Arthur Rubinstein in Israel, vermutlich Zeitungsausschnitt, 4 Spalten unter der Rubrik KUNST UND MUSIK. Andere bibliografische Details sind nicht vor-
handen, doch wurde der Aufsatz vermutlich zwischen 1964 (Rückkehr Else Lewertoffs aus den USA nach Israel) und 1982 (Tod Rubinsteins) geschrieben und veröffentlicht, wobei die Verfasserin Rubinstein natürlich auch bei einem Besuch in Israel gehört ha-
ben könnte. Da der von der „Fundación Albéniz“ veröffentlichte Artikel auf Deutsch
verfasst ist, ist ein Erscheinen in Israel oder den USA unwahrscheinlich. Else Lewertoff zitiert hier übrigens einen längeren Passus von Thomas Mann über Rubinstein aus dem Buch Die Entstehung des Doktor Faustus. (Online-Datei)


ca. 1968–1979

Else Lewertoff, Erinnerungen, unveröffentlichtes Typoskript, 218 Seiten. Einzelheiten in Anm. [2]; zur Datierung (siehe oben).


1990 (postum erschienen)

Else Lewertoff-Thalheimer, Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith, in: Hindemith-
Jahrbuch
, 19. Jg., Mainz: Schott, 1990, S. 100–110. Der Text dieses Abdrucks ent-
spricht zwar im Wesentlichen dem achten Kapitel der Erinnerungen Else Lewertoffs, enthält jedoch zahlreiche kleinere oder größere Unterschiede zu dem mir vorliegenden Typoskript (vgl. den letzten Absatz von Anm. [2]).

 

 

 

Kapitel 9
Chronologie Else Thalheimer (Else Lewertoff)

Zentrierte blaue Überschriften bezeichnen die Wohnorte
 

 

–—————————   1898–1935: Köln, Deutschland   —————————–


1897

21. September: Köln. Geburt von Margaretha Isabella Thalheimer, des einzigen
Geschwisters von Else Thalheimer, später verheiratete Löwenthal


1898

4. November: Köln. Else Thalheimer geboren; Vater: der Kaufmann Jacob (Jakob)
Thalheimer (ca. 1864–1943); Mutter: Sofie Thalheimer, geb. Guttmann (1874–1953); Familie wohnhaft in Köln, Triererstr. 16


1901

22. September: Höxter (Westfalen). Salo(mon) [Shlomo] Bernhard [Baruch] Lewertoff
als Sohn eines Kaufmanns geboren (späterer Ehemann)


1918

Köln. Abitur an humanistischem Gymnasium, vermutlich an dem Kölner Mädchen-
gymnasium (Lyzeum) von Mathilde von Mevissen


1919

Sommersemester: Bonn. Beginn des Universitätsstudiums (bis einschließlich Winter-
semester 1919/20)

Köln. Vermutlich parallel: Studium am Konservatorium bei Hermann Abendroth und
Lazzaro Uzielli (Klavier, Theorie, Partiturspiel, Instrumentation)


1920

30. April – 26. Juli (Sommersemester): München. Fortsetzung des Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität


ab 1920/21

Wintersemester 1920/21: Bonn. Fortsetzung des Studiums (Musikwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte) bis zur Promotion am 1. März 1924


1922

Oktober: Bonn. Datierung des Vorworts von Else Thalheimers Dissertation

29. November: Bonn. Mündliche Prüfung zur Erlangung des „Dr. phil.“; Doktor-
vater: Prof. Dr. Ludwig Schiedermair


1924

1. März: Bonn. Promotion bei Ludwig Schiedermair mit der schriftlichen Arbeit
Johanna Kinkel als Musikerin

seit 1924/1925 bis ca. Februar 1933: Köln. Vorsitzende der 1921 gegründeten
„Gesellschaft für neue Musik“ (Nachfolgerin von Heinrich Lemacher)


1925

Januar: Köln. Das Buch Von neuer Musik erscheint im F. J. Marcan-Verlag; Heraus-
geber sind neben Else Thalheimer Heinrich Grues und Eigel Kruttge

13. Mai: Köln. Brief an Alois Hába (Empfang von L. Kallenbach-Grellers Privatdruck)

September: Venedig. Bekanntschaft mit Arnold Schönberg beim IGNM-Fest (Drittes Internationales Kammermusikfest, 3. bis 8. September 1925)


1926

Februar: Wien. Veröffentlichung der Rezension von L. Schiedermair, Der junge Beethoven

Februar: Wien. Veröffentlichung des Aufsatzes Köln. Petyrek-Abend


1927

um 1927: London. Ständige westdeutsche Korrespondentin des Musical Courier

Mai/Juni: Wien. Veröffentlichung des Aufsatzes Pionierarbeit in Köln


1929

Februar: Wien. Veröffentlichung des Aufsatzes Zur Uraufführung des Klavierkon-
zerts von Eduard Erdmann in Köln

22. Februar: Köln. Brief Paul Hindemiths an seine Frau Gertrud; u. a. Erwähnung eines
Spaziergangs mit Grete und Else Thalheimer


1930

19. September: Berlin. Veröffentlichung von Teil IV der Umfrage Was bedeutet uns Musik, und was hören wir gern? (Stellungnahme mit Foto)


1932

ca. 1932: Entstehung des Fotos von Else Thalheimer, Fotograf: S. B. Lewertoff
(siehe Abb. 1)

19. Juni: Wien. Postkarte an Eduard Erdmann nach Konzert beim 10. Musikfest der IGNM (neben anderen Unterzeichneten)


1933

8. Januar: Berlin. Brief von Arnold Schönberg an Else Thalheimer (Vortrag in Köln)

nach Januar: Köln. Nach Gründung des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“ hier geschäftsführendes Vorstandsmitglied; beauftragt mit dem Aufbau einer Musikabteilung

10. Februar: Köln. Letzte Veranstaltung der „Gesellschaft für neue Musik“; Arnold Schönberg als Gast mit dem Vortrag Stil und Gedanke

6. November: Brief von Else Thalheimer an Joachim Stutschewsky

13. November: Brief von Joachim Stutschewsky an Else Thalheimer

25. November: Brief von Else Thalheimer an Joachim Stutschewsky


1934

1934: Schrift von S. B. Lewertoff Jüdischer Kultur-Aufbau, den er vermutlich aus Köln an B. Huberman schickte

13. März: Brief von Else Thalheimer an Dr. Max Kowalski auf Briefpapier des „Jüdi-
schen Kulturbunds Rhein-Ruhr“

16. April: Brief von Else Thalheimer an Joachim Stutschewsky

23. April: Brief von Joachim Stutschewsky an Else Thalheimer

19. und 20. Dezember: Köln. Gesamt-Leitung von Hindemiths Wir bauen eine Stadt mit ergänzenden Texten von S. B. Lewertoff; zwei Veranstaltungen der „Jüdischen Kunstgemeinschaft“


1935

4. Januar: Berlin. Besprechung der Hindemith-Aufführung in der C. V. Zeitung

Mai: Rezension von Alfred Einsteins Geschichte der Musik

zweites Halbjahr: Eheschließung mit Salo B. Lewertoff in Köln, anschließend kurze Hochzeitsreise nach Belgien



—————   1935–1953: Tel Aviv, Palästina (ab 1948 Staat Israel)   —————–


spätestens Dezember 1935: Emigration nach Palästina zusammen mit ihrem Mann; zuvor gemeinsamer Touristenbesuch in Palästina zur Prüfung der Verhältnisse

Dezember: Aufsatz über Hubermans Orchester

26. Dezember: Tel Aviv. Vertrag zwischen S. B. Lewertoff und B. Huberman


1936

1936: Tel Aviv. Mitarbeit am Aufbau des „Palestine Symphony Orchestra“ (PSO)

ca. 1936–1942: Tel Aviv. Werkeinführungen in den Programmheften des PSO

4. Januar: Tel Aviv. Ein Rundschreiben (in Erinnerungen)

26. Dezember: Tel Aviv. Eröffnungskonzert des PSO, Einstudierung: Hans Wilhelm Steinberg (vormals Köln), Leitung: Arturo Toscanini


1938

1938: Tel Aviv. Geburt des Sohnes Gad Menahem Lewertoff


1942/1943

Tel Aviv. Buchveröffentlichung Five years of the Palestine Orchestra


1943

Raanana. Tod des Vaters (Jacob Thalheimer)


1946

18. Januar: New York. Todesanzeige von Jacob Thalheimer in Aufbau (New York)

30. September: Tel Aviv. S. B. Lewertoff beendet seine Arbeit für das PSO


1947

nach 15. oder 16. Juni: Israel. Veröffentlichung eines Nachrufs auf B. Huberman

4. Dezember: Europa. Beginn einer Vortragsreise mit Ehemann und Sohn


1948

Amsterdam. Besuch von Fritz Marcan während der Vortragsreise


1953

Widmung eines Exemplares des Druckes Five years of the Palestine Orchestra an Heinrich Lemacher

Dezember: Raanana. Tod der Mutter Sophie Thalheimer


 
—————   Dezember 1953–1964: New Haven, Connecticut, USA   —————


1953 (bis 1964): New Haven. Aufenthalt der Familie in den USA


1963

Oktober: Köln. Auf Reise von USA nach Israel hier Aufenthalt; Besuch der Eröffnung der Ausstellung „Monumenta Judaica“ auf Einladung der Stadt Köln

vermutlich November: Kolloquium im WDR Köln: Gespräch zwischen Else Lewertoff, Shlomo Lewertoff, Heinrich Lemacher und Eigel Kruttge über die „Gesellschaft für neue Musik“ (1921–1933); Sendung am 20. Januar 1964 im WDR-Hörfunk



——————————   1964 bis nach 1965: Israel   ——————————–


1964

1964: Rückkehr von Else und Shlomo Lewertoff nach Israel


1965

2. Februar: Tel Aviv. S. B. Lewertoff stirbt im Alter von 63 Jahren



––––––––––   1965–1971: Hamden bei New Haven, Connecticut, USA   –––––––––


1968

ca. 1968: Else Lewertoff beginnt mit der Niederschrift ihrer Erinnerungen

April: Hamden, Brief an Gad zum 30. Geburtstag ihres Sohnes (Erinnerungen)



–––––––––––––––––––––   1971–1987: Tel Aviv, Israel   ––––––––––––––––––––


1971

Mitte März. Rückkehr aus den USA, endgültige Niederlassung in Tel Aviv, Israel


1973

6.–29. Oktober: Kriegstagebuch 1973 (Kapitel der Erinnerungen)


1974

März: Tel Aviv. Biografische Notizen an P. Leshem in Jerusalem


1977

Besuch von Hans Wedig in Tel Aviv


1978

Anfang 1978: Tod von Hans Wedig


1979

Tel Aviv. Beendigung der etwa 1968 begonnenen Erinnerungen


1987

27. Mai: Tel Aviv. Else Lewertoff stirbt im Alter von 88 Jahren


1990

postume Veröffentlichung Frühe Erinnerungen an Paul Hindemith

 

 

 

 

 

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Anmerkungen zu Teil 3

[232]  Unter der Überschrift Dr. Else Lewertoff-Thalheimer autobiografische No-
tizen, die spätestens im März 1974 verfasst wurden (wie Anm. [64]).

[233]  Elfi Pracht, Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941, in: Geschichte in Köln, Bd. 29 (1991), S. 119–155. Zu danken habe ich Dr. Barbara Becker-Jákli
(NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln) für den Hinweis auf diesen Aufsatz in einer E-Mail am 27. November 2009; ferner Dr. Annette Haller, Germania Judaica (Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums e.V.) die mir im Januar 2010 den Aufsatz zugänglich machte.

[234]  Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 143, Fußnote 61 schreibt unter Verweis auf Seite 80 des „Jahrbuch[s] der Synagogengemeinde Köln 1934“: „1934 setzte sich der Vorstand des JKRR [Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr] folgendermaßen zusammen: […] Salo Lewertoff, Köln | Dr. Else Thalheimer, Köln“.

[235]  Vgl. Anm. [34].

[235a]  Vgl. zu diesem Briefwechsel vgl. Anm. [114].

[235b]  Ein pdf-Download der „Max Kowalski Collection 1909–1978“ (853 Seiten Umfang), die sich heute im Archiv des „Leo Baeck Institute“ in New York befindet, ist kostenlos möglich unter http://www.archive.org/details/maxkowalskicolle01kowa. Hier steht der Brief Thalheimers vom 13. März 1934 auf S. 495 des pdf-Dokuments.

[235c]  Die Unterschrift „Dr. Else Thalheimer“ ist unverkennbar dieselbe Handschrift wie auf der Postkarte vom (19.) Juni 1932 aus Wien (vgl. Fußnote [111]). Eine Hilfe ist unter Umständen die maschinenschriftliche Angabe „Dr. Th./Se.”, die in dem Brief unter dem Vordruck „UNSER ZEICHEN“ steht; ist die erste Kürzel als „Dr. Thalhei-
mer“ aufzulösen, so die zweite als „Sekretariat“ oder „Sekretär(in)“. Die Lesart der Unterzeichnung des Briefs wird durch diese Hinweise jedenfalls bestätigt.

[235d]  Vgl. Philip Lieson Miller, Kowalski, Max, in: MGG 16 (1976), Sp. 1049 f. Vgl. auch das Lexikon der Juden in der Musik von Stengel und Gerigk (wie Fuß-
note [171]), wo Kowalski in Sp. 143 auf Buchseite 257 erfasst ist.

[235e]  Vgl. Bruno Engel, Berliner Brief im Abschnitt Streiflichter, in: Monats-
blätter des Jüdischen Kulturbunds Hamburg
, 3. Jg., Heft 5, Mai 1938, hier S. 5 die Aufführung von Kowalskis Pierrot-Liedern. (Online-Ausgabe).

[236]  Ein jüdisches Lichterfest; nach dem Gregorianischen Kalender fällt sein Beginn in den November oder Dezember; vgl. den Artikel Chanukka in der Wikipedia.

[237]  Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 2. Jg., Nr. 3, Köln, Dezember 1934, S. 15 (Online-Ausgabe). Zu einer Rezension vgl. Anm. [244].

[238]  Dazu Sabine Heuser-Hauck, Der Architekt Heinrich Krings (1857–1925), Dissertation der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, Bonn 2005, hier der Abschnitt Teilbauten der Kölner Bürgergesellschaft (1894, 1912/13) auf
S. 294–300, illustriert mit historischen Fotos (kostenlose download-Möglichkeit der Dissertation als pdf-Dokument vom Archivserver der Deutschen Nationalbibliothek).

[239]  Grete Keller (Lebensdaten unbekannt) hatte in Köln in der Gertrudenstraße 30
eine Tanzschule; vgl. das Inserat (eines von mehreren) in den Mitteilungen des „Jüdi-
schen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 4. Jg., Nr. 2, Köln, November 1936, S. 7 (Online Ausgabe in der linken oberen Ecke). – Ein Foto von Grete Keller in der Aufführung von Paul Hindemiths Wir bauen eine Stadt (Fotograf: Hans Schiff) befindet sich im „NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln“. (Freundliche Mitteilung von Dr. Bar-
bara Becker-Jákli, Köln, am 27., November 2009.) – Hans Schiff war ein Schüler
des Fotografen August Sander; vgl. Kölner Progressive.

[240]  Zu Flora Jöhlinger vgl. unter anderem Irmgard Schüler, Reichsausstellung
jüdischer Künstler im Jüdischen Museum Berlin
sowie der anschließende Bericht Die jüdische Presse urteilt über Arbeiten der Kölner Maler auf der Reichsausstel-
lung
[mit Reproduktion von Jöhlingers Bild Blick über Dächer], in: Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 3. Jg., Nr. 9, Köln, S. 4–5 (Online-Ausgabe; von S. 4 zu S. 5 weiterblättern). Ferner die Meldung in Aufbau, 8. Jg., Nr. 38, New York, 18. September 1942, S. 8, Mitte von Spalte [5] (Online-Ausgabe). Vgl. auch das Fries Mittelalterliche Judenhochzeit von Flora Jöhlinger, in: Menorah, 6. Jg.,
Nr. 6–7, Wien/Frankfurt am Main, Juni–Juli 1928, vor S. 327. – Wie Pracht schreibt, schuf Jöhlinger mit dem Ende Oktober 1936 eröffneten Kölner Marionettentheater
„das erste jüdische Marionettentheater in Deutschland, wahrscheinlich in Europa“; vgl.
Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 129; ebd. wird auf Seite 128 Jöhlinger als zur Spitze der Kunstgemeinschaft gehörig aufgeführt. Über die Verkaufsstelle der Kölner Kunst-
gemeinschaft wurde ein Bericht Jöhlingers (signiert: „F. J.“) in der Jüdischen Rund-
schau
, 42. Jg., Nr. 47, Berlin, 15. Juni 1937, S. [10], rechte Spalte unter der Über-
schrift Kölner Chronik veröffentlicht (Online-Ausgabe), den Pracht zitiert (S. 130, Fußnote 22).

[241]  Kurt Heinemann war bis zum April 1933 zunächst Korrepetitor und dann
Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Kölns gewesen und wurde 1941 nach Lodz
deportiert. Weitere biografische Informationen über Kurt Heinemann (geb. 27. Sep-
tember 1907 in Elberfeld) sowie ein Porträtfoto befinden sich in den Mitteilungen des
„Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 2. Jg., Nr. 4, Köln, Januar 1935, S. 6 (Online-Ausgabe); vgl. ebd., 5. Jg., Nr. 7, Text u. Foto auf S. 4 (Online-Ausgabe). Siehe fer-
ner zu den Lebensdaten auf der Webseite des „NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln“ (Online-Ausgabe) sowie den Eintrag im Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (Online-Ausgabe). Heinemann hatte in Köln Musik studiert und bei Her-
mann Abendroth, Carl Emil Theodor Ehrenberg, Eduard Erdmann und Philipp Jarnach Unterricht genommen. Er trat häufiger im „Jüdischen Kulturbund Rhein-Ruhr“ auf, wo-
von die Zeitschrift der Mitteilungen Zeugnis ablegt (vgl. das Such-Ergebnis).

[242]  Mir wurde im Dezember 2009 von Dr. Barbara Becker-Jákli (vgl. Anm. [248]) unter anderem eine Fotokopie dieses bereits fotokopierten Dokuments überlassen, das
im Wesentlichen denselben Text hat wie das Inserat der Hindemith-Aufführung (vgl. Anmerkung [237]), aber nichts über Ort und Zeitpunkt der Aufführung sagt. Auch hier werden die Mitwirkenden genannt, doch befindet sich hinter der Nennung der „Über 100 Kinder“ der Nebensatz: „die nicht alle genannt werden können, sich aber durch ihre Darbietungen dem Kölner Publikum lieb und vertraut machen wollen.“

[243]  Zur Kölner „Jawne“ vgl. Moritz Niemeier, Die Jawne unter der Naziherr-
schaft (Online-Ausgabe). – Seit 1990 erinnert in Köln der am Ende der Helenenstraße gelegene kleine Erich-Klibansky-Platz mit dem „Löwenbrunnen“ an den letzten Direk-
tor der Schule und die eintausendeinhundert ermordeten jüdischen Kölner Kinder, de-
ren Namen auf dem 1997 errichteten Brunnen verzeichnet sind.

[244]  C. V.-Zeitung. Blätter für Deutschtum und Judentum. Allgemeine Zeitung des Judentums, 14. Jg., Nr. 1, Berlin, 4. Januar 1935, S. [6], Spalte [2]–[3] unter der Überschrift „Köln“; die den Abschnitt beschließende Signatur „–yo–“ dürfte auch für die genannte Rezension gelten (Online-Ausgabe).

[245]  Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr“, 4. Jg., Nr. 5, Köln, Februar 1937, S. 14 (Online-Ausgabe); Kursives im Original unterstrichen. – Vgl. zu dem Angebot der Verkaufsstelle Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 129–130; ferner am Ende von Anm. [240] der Aufsatz von Flora Jöhlinger (1937).

[246]  Ebd., 4. Jg., Nr. 9, Köln, Juni 1937, S. 13 (Online-Ausgabe).

[247]  Vgl. Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 129–130. Der am Ende von Anm. [240] genannte Aufsatz von Flora Jöhlinger (1937) ist auch online verfügbar.

[248]  Dieses Programm von 1937, ein beidseitig bedrucktes Blatt (etwa DIN A5
mit gesetztem Text), enthält auf der Vorderseite die achtteilige Programmfolge (Werke
u. a. von Corelli, Schumann, Vivaldi, Mendelssohn) sowie die Namen aller Beteiligten, einschließlich der Gymnastik- bzw. Tanzgruppe. Auf der Rückseite sind die Adressen der Lehrkräfte angegeben, wobei Betty Markus, Hilde Hirsch-Stern und Grete Keller zu jenen gehörten, die auch in der Hindemith-Aufführung im Dezember 1934 mitge-
wirkt hatten. (Dieses Programm wurde mir dankenswerterweise von Dr. Barbara Becker-Jákli, „NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln“, am 3. Dezember 2009 als Fotokopie zugänglich gemacht.)

[249]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 89–90.

[250]  Elfi Pracht, Jüdische Kulturarbeit in Köln 1933–1941, wie Anm. [233]; hier zur „Jüdischen Kunstgemeinschaft“ S. 127–130.

[251]  Die GEDOK wurde 1926 als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ gegründet. Vgl. den Artikel GEDOK der Wikipedia sowie über die Kölner GEDOK den Abschnitt „Geschichte” auf der Web-
seite. http://www.gedok-koeln.de/cms/modules/content/index.php?id=6.

[252]  Elfi Pracht (wie Anm. [233]), S. 127–128.

[253]  Ebd. – Vgl. auch den Aufsatz Ausstellung der Jüdischen Kunstgemeinschaft. Vortrag von Benno Elkan, in: Gemeindeblatt der Synagogengemeinde Köln am Rhein, Nr. 41 vom 26. Oktober 1934; ferner die Nachricht der „Jüdischen Kunst-
gemeinschaft“, ebd., Nr. 45 vom 23. November 1934, welche die Veranstaltung von Hauskonzerten betrifft (man bittet um Absprache mit Frau [Meta] Lissauer, Wörth-
str. 17 oder Frau [Alice] Krieger-Isaac, Morsdorfer Hof 10); schließlich der unsig-
nierte Artikel Kunst und Subvention, ebd., Nr. 39 vom 25. September 1936. Alle drei Quellen aus dem Kölner Gemeindeblatt wurden mir von Dr. Annette Haller,
Köln, dankenswerterweise zugänglich gemacht (vgl. Anm. [233]). – Zu dem genann-
ten Bildhauer Benno Elkan (1877–1960) vgl. den gleichnamigen Artikel der Wikipedia. Einige seiner Arbeiten wurden in der Zeitschrift Ost und West. Illustrierte Monats-
schrift für modernes Judentum
abgebildet (Berlin: Verlag der Zeitschrift, 1901 bis 1923; diese Zeitschrift ist bei Compact Memory online verfügbar).

[254]  E. Pracht (wie Anm. [233]), S. 130.

[255]  Vgl. Niemöller, wie Anm. [193], Ms-S. 12 mit den Fußnoten 78 und 79.
Lindenthal ist ein Stadtteil von Köln, in dem sich auch die Universität befindet.

[256]  Über einen Vortrag von Bruno Kisch erschien: B. B. St., Gottesglaube und Naturwissenschaft (Prof Bruno Kisch-Köln im Rambam-Lehrhaus), im Teil Be-
richte und Referate
, in: Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 26. Jg., Nr. 1, Berlin, 5. Januar 1936, S. 7.

[257]  Vgl. http://www.lexm.uni-hamburg.de/object/lexm_lexmperson_00003598

[258]  Vgl. die Online-Ausgaben: Ruth Kisch-Arndt, Hebräische Lieder. Kleines Vorwort zu meinem Programm (3. Jg., Nr. 7, April 1936, S. 7 [der Artikel beginnt
in der rechten Spalte und wird in der linken fortgesetzt]; siehe ebd. S. 3 die redaktio-
nelle Ankündigung des Konzerts sowie die Konzertübersicht S. 9); (Unter der Über-
schrift) Aus unserer Spielzeit 1935/36 (4. Jg., Nr. 1, Oktober 1936, S. 15, rechte Spalte, mit Foto); und Wie ich das Orchester hoere .... (4. Jg., Nr. 6, März 1937,
S. 4–5). Ferner Ruth Kisch-Arndt, Jüdische Komponisten in fünf Jahrhunderten, in: Aufbau. Reconstruction, Vol. X, No. 52, New York, December 29, 1944, S. 15
bis 16. – Zu Alice Krieger-Isaac vgl. dieselbe oben angegebene Suchmöglichkeit.

[259]  Vgl. das durch Anm. [102] belegte Zitat.

[260]  Vgl. Einzelheiten in Anm. [19].

[261]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 63. – Am Ende des Zitats ist die Rede von Gertrud Hindemith, geb. Rottenberg, welche von 1900 bis 1967 lebte, die jüdischer Abstammung war und 1924 mit Paul Hindemith die Ehe schloss. Vgl. auch den Brief-
wechsel Hindemiths mit seiner Frau Gertrud in Anm. [16].

[262]  Else Thalheimer schrieb über Hindemith bereits in ihrem Aufsatz Pionierarbeit in Köln (vgl. Anm. [73]), S. 240: „[…] eine besondere Pflege erfuhr das kammer-
musikalische Schaffen Paul Hindemiths, das im Rahmen der Gesellschaft bereits fast lückenlos zur Wiedergabe gebracht wurde.“

[263]  Vgl. im Buch Von neuer Musik den Aufsatz Paul Hindemith. Ein Versuch
von Franz Willms (wie Anm. [120]) auf S. 78–123; ferner die Hindemith-Bibliografie
von Wilhelm Altmann ebd. auf S. 293–296 (vgl. hierzu Anm. [171]). – Franz Willms
(geb. 25. Januar 1883 in Mainz, gest. am 21. Dezember 1946 ebd.) arbeitete seit
1925 im Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz; vgl. Frank/Altmann, Tonkünstler-Lexi-
kon
, Teil 1, 1971 (wie Anm. [79]), S. 690; dass., 15. Aufl., Teil 2, Bd. 2, L–Z, Wil-
helmshaven 1978, S. 425. Else Lewertoff kam darauf in ihren Erinnerungen (S. 79)
anlässlich der Gründung des Jahrbuchs Von neuer Musik zu sprechen: „Ein anderer unserer Kollegen, Franz Willms, veröffentlichte hierin den ersten umfassenden Aufsatz über Paul Hindemith.“

[264]  Vgl. Niemöller (wie Anm. [193]), Ms-S. 8 mit Fußnote 42. Der Brief ist
vollständig abgedruckt in Paul Hindemith »Das private Logbuch« (wie Anm. [16]),
S. 33–34, Nr. 10.

[265]  Vgl. das Ende von Anm. [70].

[265a]  Vgl. Manfred Schlösser, Zu diesem Buch, in: Christof Bitter und Manfred Schlösser (Sammlung und Herausgabe), Begegnungen mit Eduard Erdmann, Darm-
stadt: Agora, 1972 [Reprint der Ausgabe Darmstadt 1968], hier S. 15; ferner S. 82, 87, 127, 365 und 375.

[266]  Vgl. hierzu den letzten Absatz von Anm. [2].

[267]  Vgl. Paul Hindemith, »Das private Logbuch« (wie Anm. [16]), S. 323–326
mit den Äußerungen zu Palästina auf S. 323.

[268]  Vgl. Anm. [1] und besonders das Suchergebnis des Orbis-Online-Katalogs,
der unter anderem Fotos und Fotonegative von Paul und Gertrud Hindemith angibt und
sowohl ein Typoskript Hindemiths wie eine autografe Komposition von Felix Petyrek
mit handschriftlichen Anmerkungen Hindemiths benennt.

[269]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 101 und 102. Ebd. auch S. 146, wo die „Touristenreise in das damalige Palästina“ und die Auswanderung im Jahre 1935 ge-
nannt werden. – Zum standesamtlichen Heiratseintrag vgl. auch Anm. [24], das Ende des ersten Absatzes.

[270]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 102. – „Alijah“ wird eine Auswanderungs-
welle meist europäischer Juden nach Palästina genannt. Vgl. den Artikel Alija der
Wikipedia.

[271]  Else Lewertoff, Answers to the Questionnaire (wie Anm. [64]), Ziffer IV.

[272]  Aufbau und Schicksal dieses Orchesters sind u. a. durch folgende Bücher ver-
hältnismäßig gut erschlossen: Jehoash Hirshberg, Music in the Jewish Community
of Palestine 1880-1948. A Social History
(Oxford, New York: Oxford University Press, 1985, reprinted 2002). Barbara von der Lühe, Musik war unsere Rettung. Die deutschsprachigen Gründungsmitglieder des Palestine Orchestra (Tübingen 1998, vgl. Anm. [64]). Barbara von der Lühe, Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. ihr Beitrag zur Ent-
wicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und der Musikpädagogik seit 1933
, mit einem Vorwort von Avi Primor (Frankfurt am Main: Peter Lang, 1999).

[273]  Vgl. den unsignierten Artikel Ein Philharmonisches Orchester für Palästina, in: Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 26. Jg., Nr. 22, Berlin, 31. Mai 1936, S. 22, Sp. [3], wo es hieß: „Das Orchester soll erstklassig sein, und die Welt soll am Radio (der Sender wird in wenigen Wochen zu arbeiten beginnen) aus Tel Awiw [sic] nur beste Musik zu hören bekommen.“ (Online-Datei). Eine bereits stattgefundene Rundfunkübertragung wird von der Redaktion am Ende des Artikels
H. Z., Toscanini dirigiert das Eröffnungskonzert etc. (wie Anm. [284]) erwähnt.

[274]  Vgl. die unsignierte Mitteilung unter der Überschrift Kulturelles Leben (Ab-
schnitt „Das Palästina-Orchester“), in: Palästina. Zeitschrift für den Aufbau Paläs-
tinas
, Jg. 20, Heft 1, Wien, Januar 1937, S. 51 (Online-Datei). – Vor allem ist für die folgenden Zusammenhänge auf das Buch Musik war unsere Rettung. Die deutsch-
sprachigen Gründungsmitglieder des Palestine Orchestra
(1998) von Barbara von der Lühe hinzuweisen, das in Anm. [64] genauer beschrieben ist. Ida Ibbeken und Tzvi Avni, An Orchestra is born. The founding of the Palestine Orchestra as reflected in Bronislaw Hubermans letters, speeches and articles, compiled from the Huber-
man Archives in the Central Music Library in Israel, Tel-Aviv: “Yachdav” United Pub-
lishers, 1969 (lag nicht vor). – Zu den Veröffentlichungen von S. B. Lewertoff The Palestine Orchestra vgl. Anm. [292].

[275]  Zu Harry Blumberg, einem von Huberman engagierten Bratschisten, der seit 1935 Leiter der Konservatoriums in Tel Aviv war, vgl. Barbara von der Lühe, Musik war unsere Rettung (wie Anm. [64]), passim; auf S. 42 Biografisches über den 1902 aus Illuxt/Dünaburg [Lettland] stammenden Blumberg, der in Berlin studiert hatte). Vgl. auch Stengel/Gerigk, Das Lexikon der Juden in der Musik (wie Anm. [171]), Berlin 1940, S. 36.

[276]  Else Lewertoff, Dr. Else Lewertoff-Thalheimer, wie Anm. [64], 10. März 1974 (Datum des Begleitbriefs).

[277]  Vgl. die durch Anm. [95] bzw. [234] belegten Zitate.

[278]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 101 unten. – Die genannte Schrift Salo B. Lewertoffs wurde nicht gedruckt, sondern nur in hektografierter Form verbreitet; sie erschien ohne Angabe von Ort und Verlag, so dass sie vermutlich noch in Deutschland und in sehr kleiner Auflage entstand. Sie umfasst 12 Seiten, 30 cm, lag mir aber nicht vor (Online-Datei der bibliografischen Daten und Besitznachweis).

[279]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 141–142, in die ein Brief von S. B. Lewer-
toff an B. Huberman vom 26.12.1946 teilweise einbezogen ist; vgl. in Anm. [2] das Kapitel [15.] Keine goldene Mazewe. – Ausführlich schildert Else Lewertoff hier die ersten zwei Begegnungen mit Huberman in Tel Aviv (S. 103–106), deren erste wenig aussichtsreich war, denn Hubermann hatte bereits mit Dr. Heinrich Simon, einem frü-
heren Mitbesitzer der Frankfurter Zeitung, einen „General Manager“. (Von Heinrich Simon stammt auch die Schrift Palestine listens to its orchestra. Personal reminis-
cences, [New York: H. K. Advertising, ca. 1939, 31 Seiten], Permalink; lag nicht vor.)
Vgl. ferner den Artikel in Heinrich Simon in: Reichshandbuch der Deutschen Gesell-
schaft
, Bd. 2, Berlin 1931, S. 1786.

[280]  Zur Funktion der Programm-Beraterin vgl. Anm. [276], zu den Programm-Ein-
führungen Else Lewertoffs vgl. Anm. [276].

[281]  Zu Kestenberg vgl. die Webseiten der 2009 gegründeten Kestenberg-Gesell-
schaft (http://www.leo-kestenberg.com/musikpaedagogen-kulturpolitiker /index.cfm). Hier befindet sich auch eine Aufstellung von Kestenbergs Nachlass.

[282]  Vgl. den Briefabdruck in dem Buch: Frithjof Trapp, Zwischen Schönberg und Wagner. Musikerexil 1933–1949. Das Beispiel P. Walter Jacob, Begleitbuch zur Ausstellung in der Staats- und Universitätsbibliothek – Carl von Ossietzky – Hamburg (12. Januar 2005–19. Februar 2005), Berlin: Henschel-Verlag, 2005, S. 53–55; hier das Zitat auf S. 55, linke Spalte. – Vgl. auch Kestenbergs Brief an Arnold Schönberg vom 25. Mai 1939: Online-Ausgaben von Seite 1 und Seite 2.

[283]  Vgl. Howard Taubman, The Maestro. The Life of Arturo Toscanini, New York: Simon and Schuster, 1951, S. 224, Mitte. Die vormalige Online-Datei des ge-
samten Buches ist inzwischen nicht mehr verfügbar (20. Juli 2010).

[284]  H. Z., Toscanini dirigiert das Eröffnungskonzert des „Palestine Symphony Orchestra“, in: Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 27. Jg., Nr. 3, Berlin, 17. Januar 1937, S. 6, rechte Spalte (Online-Datei). Vgl. auch Howard Taub-
man (wie Anm. [283]), S. 224–225. Siehe auch das Foto in: Monatsblätter des Jüdi-
schen Kulturbundes Hamburg
, Jg. 2, Nr. 4, April 1937, nach S. 2 (Online-Datei, oben); es zeigt Toscanini mit seiner Frau, Bronislaw Huberman, William Steinberg und andere in Ramoth HaSchavim, wo man Toscanini einen Orangenhain schenkte. Als
man im Frühjahr 1938 Toscanini die ersten Orangen seines eigenen Hains überreichte, habe der strenge Dirigent diese Früchte in den Händen gehalten und vor Freude und Rührung geweint; vgl. H. Taubman, ebd., S. 225. Else Lewertoff schrieb auch in ihren Erinnerungen hierüber (S. 117): „Töff [das ist ihr Ehemann] und ich arbeiteten heftig mit unseren beiden Filmapparaten, damit wir diese ganze bezaubernde Szene der Nachwelt erhalten können.“ (Die so entstandenen Filme sind meines Wissens bisher nicht aufgefunden worden.) – Vgl. auch G. S. G., Hubermann-Toscanini in Tel-
Aviv. Die Premiere des neuen Palästina-Orchesters
, in: Pariser Tageszeitung,
2. Jg., Nr. 211, Paris, 8. Januar 1937, S. 6, Sp. [3]–[5] (Online-Datei); auf derselben Seite auch der Beitrag Jüdische Leistung auf dem Gebiet der Musik. Ansprache Bronislaw Hubermanns sowie der Artikel in Sp. [5] unter der Überschrift: Huber-
mann-Orchester in Nablus attackiert
.

[285]  Zu den Vorbereitungen des Eröffnungskonzerts und dem Kartenverkauf siehe Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 106–117.

[286]  Vgl. Howard Taubman (wie Anm. [283]), S. 224.

[287]  Else Lewertoff, Erinnerungen, besonders S. 53–59 (et passim). Hierbei wird auch auf die Familie Steinbergs sowie die Verbindung zu Otto Klemperer ausführlicher eingegangen. – Vgl. Valder-Knechtges in Anm. [71]. – Zu Steinbergs Arbeit im „Jüdi-
schen Kulturbund Rhein-Main“ vgl. den Artikel Arthur Holde, Das Orchester des Kul-
turbundes Rhein-Main
, in: Mitteilungen des „Jüdischen Kulturbundes Rhein- Ruhr“, 1. Jg., Nr. 9, Köln, Juli 1934, S. 3–4, mit Foto von Steinberg und dem Orchester (Online-Datei S. 3, S. 4); hier auch S. 8 bzw. S. 13 das Konzertprogramm bzw. die Aufführungsorte und -zeiten. Wie Else Lewertoff spätestens im März 1974 selbst schrieb, war sie „Maßgeblich beteiligt an der Gründung des Frankfurter Kulturbund- Orchesters unter Wilhelm Steinberg.“ Vgl. die in Anm. [64] genannten Dokumente im „Zentrum für Antisemitismusforschung“ an der TU Berlin; hier das Blatt mit der Über- schrift Dr. Else Lewertoff-Thalheimer.

[288]  Noch heute zählt die Aufnahme von Peter Tschaikowskys Violinkonzert mit Huberman als Solist und Wilhelm (William) Steinberg als Dirigent zu den schönsten und bewundernswertesten Aufnahmen dieses Konzerts. Die Tonaufnahme entstand am 28. und 30. Dezember 1928 in Berlin, als Orchester spielte die Staatskapelle
Berlin
(Orchester der Staatsoper). Die Aufnahme, die zunächst als 78er-Schalllplatte
erschien, wurde inzwischen in einer hervorragenden technischen Bearbeitung auf CD herausgegeben und erschien zusammen mit Beethovens Violinkonzert auf dem Label Naxos (Historical) als Nr. 8.110903 bzw. über William Steinberg. – Else Lewertoff überliefert in ihren Erinnerungen (S. 54): „Bei unserer ersten Begegnung im Hause Steinberg zeigte mir Wilhelm mit Stolz ein Bild von Bronislaw Huberman, das den
Flügel schmückte. Dabei, stets der kritische Connaisseur, hielt er nicht mit der Bemer-
kung zurück, dass diese Aufnahme des grossen Geigers vollkommen idealisiert wäre.“

[289]  Über die Hintergründe des wachsenden Unmuts der Orchestermusiker berich-
tete der Artikel von Artur Holde (a. h.), Krise im Palestine Orchestra, in: Der Auf-
bau. Reconstruction
, 12. Jg., Nr. 30, New York, 26. Juli 1946, S. 15, Sp. [1]–[3] und S. 16 [Fortsetzung], Sp. [4]–[5]; Online-Datei von S. 15; S. 16. Vgl. auch Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 139–140.

[290]  Der Teilabdruck dieses Briefes steht in Else Lewertoffs Erinnerungen auf den Seiten 141–142.

[291]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 144. – Die erwähnte Publikation war: Elsa [Else] Thalheimer, Five years of the Palestine Orchestra, Tel Aviv, o. J. [1942], 45 S.; „Inlaid sheet dated April 1943“ (Online-Datei unter „Thalheimer, Elsa“ [sic]). Der Druck erschien unter dem Geburtsnamen „Thalheimer“, lag mir aber nicht vor. Bei Niemöller (wie Anm. [193], Ms-S. 17 mit Fußnote 98) wird der Titel unter anderem zitiert, da Thalheimer 1953 Heinrich Lemacher ein Exemplar des Drucks schenkte, dessen Widmung Niemöller in seinem Aufsatz Kölner Musikleben und jüdisches Mäzenatentum bis 1933 abbildete; vgl. den Aufsatz in Dieter Breuer (Hg.), Die Moderne im Rheinland. Ihre Förderung und Durchsetzung in Literatur, The-
ater, Musik, Architektur, angewandter und bildender Kunst 1900–1933
, Köln 1994; hier S. 236 (im selben Aufsatz weitere Hinweise zu Thalheimers Wirken in Köln auf S. 234 f.). Die Widmung lautet: „Herrn Prof. Dr. Lemacher in alter Anhänglichkeit und Verehrung. Else Lewertoff.“ Diese Schrift wurde nach Niemöller (Ms-S. 16) 1941 verfasst, und das Exemplar mit Widmung befindet sich heute in der Bibliothek des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität zu Köln (Signatur: Mg 3138). Niemöller zitiert ferner eine rote Anstreichung in dem Druck (auf S. 22), welche S. B.
Lewertoff betrifft (ebd., Ms-S. 17).

[292]  S. B. Lewertoff, The Palestine Orchestra, in: The Musical Times, Vol. 8,
No. 1226, London: Musical Times Publications, April 1945, S. 120–121 sowie unter derselben Überschrift: ebd., Vol. 8, No. 1229, July 1945, S. 216–217.

[293]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 145 und 145a.

[294]  Beide genannten Todestage sind in der lexikalischen Literatur über Huber-
man(n) zu finden: vgl. Gradenwitz und Holde, s. u.) – Vgl. Peter Gradenwitz, Artikel Huberman (Hubermann), Bronislaw, in: MGG 6 (1957), Sp. 815–816. Ferner Die Musik war unsere Rettung (wie Anm. [64], S. 185) zu Hubermans Unfall. Else Lewertoffs Erinnerungen zitieren aus einem längeren Brief von Lewertoff an Huber-
man vom 26. Dezember 1946 aus Stockholm (vgl. Anm. [2]), und auch der in Anm.
[289] genannte Artikel von Artur Holde geht auf Hubermans Krankheit und Aufenthalt in der Schweiz ein. – Von den zahlreichen Nachrufen auf Huberman seien genannt:
A. H. [Artur Holde], Bronislaw Huberman. Zu seinem Hinscheiden am 16. Juni, in: Der Aufbau. Reconstruction, 13. Jg., Nr. 25, New York, 20. Juni 1946, S. 12, Sp. [1]–[3] (mit Foto) sowie B. HUBERMAN DEAD | NOTED VIOLINIST, 64 | Palestine Symphony Founder Made Debut Here in 1896 – Praised by Brahms
at 14
, in: New York Times, 17 June, 1947 (Online-Datei).

[295]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 144. Nachdem sie sich über den „Undank
der Musiker“ geäußert hatte, heißt es hier zu dem Nachruf auf Huberman: „Mir blieb es damals überlassen, in einer der israelischen Zeitschriften einen Artikel über den Meister zu veröffentlichen.“ Welche Zeitschrift hier gemeint ist, vermag ich nicht zu sagen; der
Artikel war bisher nicht auffindbar. – Zu den Programmeinführungen schrieb mir Gad Lewertoff am 19. Juli 2009 in einer E-Mail: „During the first five years of the orchestra,
my mother wrote all the program notes.“ Seine Mutter schrieb 1974: „For 10 years
[ca. 1936–1946] I wrote most of the Programme notes for the concerts of the Orches-
tra.“ (Answers to the Questionnaire wie Anm. [64], spätestens vom März 1974,
Punkt VII.)

[295a]  Der Artikel befindet sich auf S. 272–273; vgl. auch Anm. [278].

[295b]  Mitteilung von Gad Lewertoff am 23. August 2010. – Die jüdische Malerin Edith Auerbach signierte ihre Werke seit 1945 mit „Edith Delamare“; weitere Informa-
tionen hier (Artes Kunst).

[296]  Ben Gurion verlas die Unabhängigkeitserklärung in Tel Aviv unter einem Porträt von Theodor Herzl (siehe Online-Datei mit Bild- und Tondokument). – Die Rede ist
hier von dem sogenannten Palästinakrieg (auch Erster Arabisch-Israelischer Krieg oder „Israelischer Unabhängigkeitskrieg“ genannt), der von Mai 1948 bis Juli 1949 dauerte. – Quelle für die Informationen im Haupttext sind die Erinnerungen von Else Lewer-
toff, vor allem das Kapitel Unvergessliche Reisen (Europa) auf S. 125–128.

[297]  Else Lewertoff, Answers to the Questionnaire, Ende von Abschnitt VII
(wie Anm. [64]). Ähnlich in Dr. Else Lewertoff-Thalheimer (Kurzbiografie), ebd.

[298]  Hakidmah [auch Haq-qîdm¯a]. Wochenschrift des Mitteleuropäischen Kreises der Progressiven Partei, Tel Aviv. Vgl. die Suche über die Datenbank der ZDB sowie die entsprechende Suche in der Online-Datei der National Library, Israel. Die in Deutschland nicht vollständig vorhandene Zeitschrift, die ihr Erscheinen mit Vol.
15, No. 658 im September 1961 einstellte, konnte nicht ausgewertet werden. – Die weiter unten genannte Wochenzeitung Jewish Ledger erscheint seit 1929 in West Hartford, Connecticut.

[299]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 137, wo es heißt: „Als wir uns entschlos-
sen hatten […] 1953 für die Dauer von 2 Jahren nach Amerika zu fahren, […].“ Und
S. 152 schreibt Else Lewertoff über ihren Aufenthalt in den USA: „Immerhin dachten wir nicht an eine lange Abwesenheit.“

[300]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 151–161. Die Informationen im Haupttext stammen überwiegend aus dem genannten Kapitel.

[301]  Gad Lewertoff, E-Mail an den Verfasser vom 6. November 2009.

[302]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 181. – Zur Ausstellung Monumenta Judai-
ca
, die im Kölnischen Stadtmuseum in der Zeughausstraße 1–3 stattfand, erschien das umfangreiche Buch: Karl Schilling, Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte der Juden am Rhein, im Auftrag der Stadt Köln hg. von Konrad Schilling, Köln: Bachem, 1964. – Eine Anfrage im Kölnischen Stadtmuseum im Mai 2010 ergab die Antwort, dass man vor einigen Jahren sämtliche Unterlagen an das im März 2009 zerstörte His-
torische Archiv der Stadt Köln abgegeben habe, so dass ungewiss sei, was sich aus diesem Bestand vielleicht erhalten habe. Auch Personen gebe es nicht mehr, die sich an die damaligen Geschehnisse erinnerten. Freundliche Auskunft von Rita Wagner, M.A., Kölnisches Stadtmuseum am 26. Mai 2010.

[303]  Vgl. Else Lewertoff, Erinnerungen, wo es auf S. 90 heißt: „Im Oktober des Jahres 1963 forderte der Westdeutsche Rundfunk meinen Mann und mich auf, uns an einem Colloquium zu beteiligen, das unsere Tätigkeit für das Kölner Musikleben inner-
halb der zwanziger Jahre schildern sollte. Unsere Unterhaltung wurde auf Tonband auf-
genommen und erst zwei Monate später gesendet.“ Vgl. ebd. auch S. 181.
     Hindemiths Musik könnte, da sie in dem WDR-internen Laufplan für den Tonträ-
gerdienst
nicht erwähnt wird, zwischen verschiedenen Teilen des Gesprächs erklungen sein, denn Else Lewertoff schreibt auf S. 90 ihrer Erinnerungen: „Der Regisseur unse-
rer Rundfunksendung hatte auf Grund unserer Ausführungen und der ihm zur Verfügung gestellten alten Programme die entsprechende Musik ausgesucht und sie an den strate-
gisch richtigen Punkten unseres Gesprächs eingefügt. Hierbei stellte sich heraus, dass die meisten der gebotenen Beispiele aus dem Oeuvre von Paul Hindemith stammten ..... So wirkte das Colloquium wie eine Gedenkstunde für den Meister.“ (Hindemith ver-
starb am 28. Dezember 1963 in Frankfurt am Main.)

[304]  Vgl. den WDR-internen maschinenschriftlichen Laufplan für den Tonträger-
dienst
, 4. Woche, maschinenschriftlich unterzeichnet und datiert: „Dr. [Otto] Tomek |
14. I. 1964/L (2248)“. Die Programmzeitschrift HörZu kündigte die Sendung unter dem 20. Januar 1964 auf S. 54, Sp. [4]–[5] an. – Für die Auffindung von Unterlagen über die Tonaufzeichnung im März 2009 ist Petra Witting-Nöthen, Historisches Archiv des WDR Köln, vielmals zu danken.

[305]  Zunächst schrieb mir Petra Witting-Nöthen (WDR Köln, Historisches Archiv) am 30. März 2010 in einer E-Mail, dass das in Frage stehende Tonband zwar nicht in der Datenbank des WDR erfasst sei, sich aber in einem „speziellen Altbestand“ befin-
de. Die Signatur, die ich zuvor schon einem maschinenschriftlichen „Laufplan für den Tonträgerdienst“ (siehe Anm. [304]) entnehmen konnte, lautete: „Bd. I-77166-63/l“ (das letzte Zeichen nach dem Schrägstrich – kleines „L“ oder die Zahl „1“ – war für mich nicht zweifelsfrei zu entziffern). Am 10. und 11. Mai 2010 erhielt ich in zwei
E-Mails von Bettina Reinecke (WDR Mitschnittservice Radio) neben Informationen über die Suche die Mitteilung über die Nichtauffindbarkeit des Mitschnitts. Dabei schrieb sie mir, dass das Tonband im Rahmen meines Auftrags dem entsprechenden Magazin entnommen wurde, dass sich von hier ab jedoch leider jede Spur verliere.
Die bereits entrichtete Gebühr für eine digitalisierte Kopie wurde mir zurückerstattet. Ich unternahm noch verschiedene Schritte, die zur Auffindung des ursprüngliches Ton-
bands führen sollten, doch blieben alle Bemühungen ohne Erfolg.

[306]  Vgl. das Ende von Anm. [36].

[307]  Gad Lewertoff in einer E-Mail an den Verfasser am 14. Oktober 2009.

[308]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 181.

[309]  Die Einzelheiten, die hier und im Folgenden erwähnt werden, finden sich vor allem im Kapitel Immer wieder hin und zurück in Else Lewertoffs Erinnerungen,
S. 181–186.

[310]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 185a (Seitenzählung der Verfasserin). – Nebenbei sei bemerkt, dass es sich bei Hin und zurück auch um eine Kurzoper von Paul Hindemith handelt. Zwar ist der Titel eine durchaus umgangssprachliche Wendung, doch da Else Thalheimer Hindemith gut kannte und besonders verehrte, zitierte sie die-
sen Titel vielleicht, zumal sie, wie ihre Erinnerungen (S. 85) zeigen, der Uraufführung dieser Kurzoper in Baden-Baden am 17. Juli 1927 beigewohnt hatte. Vgl. auch das Programmbuch Deutsche Kammermusik, Baden-Baden 1927, S. 14. – Marcellus Schiffer (1892–1932), der auch das Libretto von Hindemiths „lustiger Oper in drei Teilen“ Neues vom Tage (Uraufführung im Juni 1929) verfasst hatte, war ein jüdischer Kabarettist, der sich 1932 das Leben nahm.

[311]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 185[b].

[312]  Über die Vorgeschichte ihrer Erinnerungen berichtet Else Lewertoff in dem Vorwort des Typoskripts (S. 1). Hier hielt sie auch fest (S. 1–2), dass sie „mehr als 3 Jahre“ nach dem Tod ihres Mannes mit der Niederschrift der Erinnerungen begann.

[313]  Vgl. Anm. [36].

[314]  Else Lewertoff, Erinnerungen, S. 186.

[315]  Den Zeitpunkt des Bezugs der neuen Wohnung in Tel Aviv versicherte mir Gad Lewertoff in einem Telefonat am 17. August 2010 ausführlich und ausdrücklich, so dass die Angabe „1970“ in Else Lewertoffs Erinnerungen (S. 111 u. 207) ihre Rückkehr aus den USA nach Israel wohl irrtümlich auf das Jahr zuvor datierte.

 

 

Dank

Allen Genannten sei für Auskünfte in dieser Forschung herzlich gedankt.

Alexander, Beatrix, Kölnisches Stadtmuseum
Antonia de Spiritu Sancto (Sr. Dr. M.), Köln, Edith-Stein-Archiv
Barg, Angelika, Köln, Standesamt Köln, Leiterin
Bartels, Ulrich, Brühl, Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abtlg. Rheinland
Becker, Ralf (Dr.), Max Scheler Gesellschaft, Kiel
Becker-Jákli, Barbara (Dr.), NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Berg, Claudia, Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Brassat, Petra, Kassel, Merseburger Verlag
Davids, Catalina, Archiv der Universität Bonn
Dünnwald, Sabine, Euskirchen, Stadtarchiv Euskirchen
Enterrottacher, Rudi, München, Städtisches Luisengymnasium München
Fischer, Thomas W., Bibliothekar am
   Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln
Freitäger, Andreas (Dr.), Köln, Universitätsarchiv der Universität zu Köln
Gosmann, Michael, Arnsberg, Stadtarchiv Arnsberg
Gruhn, Wilfried (Prof. Dr.), Buchenbach, Vorsitzender der Kestenberg-Gesellschaft
Hahn, Joachim (Dr.), Plochingen, Alemannia Judaica
Haller, Annette (Dr.), Köln, Germania Judaica (Bibliothek)
Hartmann, Isabel, Frankfurt am Main, Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv    (Sammlungen und Informationsvermittlung)
Henrich, Heribert (Dr.), Berlin, Musikarchiv der Akademie der Künste
Hessel-Becker, Regina, Köln, Meldebehörde der Stadt Köln, Abtl. 322/52
Heusler, Andreas (Dr.), Landeshauptstadt München, Stadtarchiv
Hilgers, Petra, Schleiden, Stadtarchiv Schleiden, Bürgerbüro, Fachbereich 2
Hillen, Christian (Dr.), Köln, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Rheinisch-
     Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln
Hirsch, Hans-Joachim, Stadtarchiv Mannheim (Öffentlichkeitsarbeit und
      KZ-Gedenkstätte Sandhofen)
Joisten, Rudolf, Stadtarchiv Schleiden
Koch, Michael, Archiv der Stadt Höxter in Westfalen
Köhn, Ina (Dipl.), Berlin, Bibliothekarin, Staatsbibliothek zu Berlin
Krotman, Baruch, Genealoge, Israel
Landau, Paul, Tel Aviv, Direktor des Israel Music Information Centre
Lenarz, Michael, Frankfurt am Main, Jüdisches Museum
Lewertoff, Gad (Prof.), Tel-Aviv, Israel
Lonnemann, Christian, Bornheim, Stadtarchiv Bornheim
Lützenkirchen, Ursula, Gewerbeamt der Stadt Köln
Middendorf, Sonja, Bibliotheksassistentin der Bibliothek Zeven
Moonen, Josephine, Naarden, Stads- en Streekarchief, Niederlande
Neiss, Marion (Dr.), Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung / TU Berlin
Niemöller, Klaus Wolfgang (Prof. Dr.), Köln
Nodia, Nino (Dr.), Bayerische Staatsbibliothek München, Handschriftenabteilung
Pflock, Andreas, M.A., Ludwigshafen, Gedenken in Benelux (Gedenkstätten für die      Opfer des Nationalsozialismus)
Pomerance, Aubrey, Berlin, Leitender Archivar, Jüdisches Museum Berlin
Prins, Yvonne, Den Haag, Centraal Bureau voor Genealogie, Niederlande
Proll, Petra, Bonn, Archiv der Universität Bonn
Pütz, Heike, Kreisarchiv des Kreises Euskirchen
Reittererová, Vlasta (Dr.), Wien
Saas, Annette, Westdeutscher Rundfunk Köln, Programmservice Hörfunk
Schenk, Dietmar (Dr.), Leiter des Archivs der Universität der Künste, Berlin
Schmitt-Bauermeister, Gertrud, Köln, Universitäts- und Stadtbibliothek
Simonson, Archivist (Center for Jewish History), Leo Baeck Institute
     (New York, NY)
Staal, Corinne, Stadsarchief Amsterdam, Afd. Publieksdiensten, Niederlande
Stein, Claudius (Dr.), Archiv der Ludwig-Maximilians-Universität München,      Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Pfleger des Archivs und Kustos der Sammlungen      des Herzoglichen Georgianums
Streichert, Jörg, Köln, Geschäftsführer der
     Freunde des Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig e.V.
Striewski, Jennifer, Bonn, Archiv der Universität Bonn
Surger, Ingrid, Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg
Valder-Knechtges, Claudia (Dr.), Frechen
Sr. Verena, Köln, Edith-Stein-Archiv
Wagner, Rita (M.A.), Kölnisches Stadtmuseum
Waldmann, Susanne, Bürgermeisteramt der Stadt Niederstetten
Weise, Jürgen (Dr.), Stv. Leiter der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv      der Industrie- und Handelskammer zu Köln
Winkler, Dagmar, Köln-Mülheim, Meldehalle Mülheim
Witting-Nöthen, Petra, Köln, Leiterin des Historischen Archivs des
     Westdeutschen Rundfunks

 

 

 

 

Erste Eingabe ins Internet: 25. August 2010
Letzte Änderung: Montag, 13. Februar 2012


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